BETREUUNG: Obwalden will Betreuung für Schulkinder ausbauen

In Obwalden soll die Betreuung von Schulkindern ausserhalb der Schulzeit ausgebaut werden. Der Regierungsrat schlägt eine Gesetzesänderung vor, gemäss der die Gemeinden verpflichtet werden, für ein Betreuungsangebot zu sorgen.

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In Obwalden sollen die Gemeinden dazu verpflichtet werden, ein bedarfsgerechtes Angebot für die Betreuung von Kindern ausserhalb Schulzeit bereitzustellen (Symbolbild Keystone)

In Obwalden sollen die Gemeinden dazu verpflichtet werden, ein bedarfsgerechtes Angebot für die Betreuung von Kindern ausserhalb Schulzeit bereitzustellen (Symbolbild Keystone)

Die Kantonsregierung hat eine entsprechende Ergänzung des Bildungsgesetzes in die Vernehmlassung geschickt und am Samstag im Internet aufgeschaltet. Parteien, Gemeinden und Schulen können bis am 15. Juni dazu Stellung beziehen.

Der Regierungsrat stützt sich bei der Neuerung auf die Regelung für die familienergänzende Betreuung für Kinder, die noch nicht in die Schule gehen. Neu soll sich die Wirtschaft an der Finanzierung der familienergänzenden Kinderbetreuung und der schulergänzenden Tagesstrukturen beteiligen. Der Regierungsrat schlägt 0,4 Prozent der für die Familienzulagen massgeblichen Lohnsumme vor.

Das Bildungsgesetz räumt den Einwohnergemeinden schon heute die Möglichkeit ein, schulergänzende Tagesstrukturen einzurichten oder Private mit deren Führung zu beauftragen. In allen sieben Gemeinden existiert ein Angebot: sechs bieten einen betreuten Mittagstisch an, fünf ein betreutes Lernen nach der Schule. Eine Betreuung vor der Schule existiert nirgends.

Neu sollen die Gemeinden verpflichtet werden, ein bedarfsgerechte Angebot bereitzustellen oder Dritte damit zu beauftragen. Dabei kann es sich sowohl um Schultagesstätten oder Tagesfamilien handeln. Ein Angebot während den Schulferien soll möglich sein.

Trotz der Verpflichtung sollen die Gemeinden gewisse Freiheiten haben. Je nach Bedarf richteten die Gemeinden umfassende Tagesstrukturen an, böten einzelne Teile wie die Mittagsverpflegung an oder setzten individuelle Lösungen mit Tagesfamilien um, schreibt der Regierungsrat in seinem Bericht.

Die Kosten der schulergänzenden Tagesstrukturen sollen in erster Linie durch einkommensabhängige Beiträge der Eltern finanziert werden. Für die Restkosten sollen der Kanton, Gemeinden und die Wirtschaft aufkommen. (sda)