Betrüger bereichern sich mit Pilatusbähnli

Die Pilatusbahn auf Briefmarken exotischer Länder: Die Philatelisten haben daran keine Freude, denn oft stecken unseriöse Machenschaften dahinter.

Merken
Drucken
Teilen
Angeblich Marken aus der Zentralafrikanischen Republik, Mosambik und Paraguay: Sie waren wahrscheinlich im jeweiligen Land gar nie erhältlich. (Bild: zvg)

Angeblich Marken aus der Zentralafrikanischen Republik, Mosambik und Paraguay: Sie waren wahrscheinlich im jeweiligen Land gar nie erhältlich. (Bild: zvg)

Da traut man seinen Augen nicht: Auf einer Briefmarke aus Paraguay ist die Pilatusbahn abgebildet. Weitere Marken mit diesem Sujet gibt es offenbar auch aus Tansania, Dominica in der Karibik oder Mosambik. Wie ist denn so etwas möglich?

«Gar nicht. Es handelt sich um unechte Briefmarken», sagt Christopher Dove, Präsident des Philatelistenvereins Obwalden, dem solche Briefmarken nicht unbekannt sind. «Das sind Marken, die wohl als Wertzeichen gültig, aber oft gar nicht am Postschalter erhältlich sind», erklärt er. «Oft stecken Agenturen dahinter, die es einfach auf das Geld von ahnungslosen Sammlern abgesehen haben.»

Viele Leute würden auf den Schwindel hereinfallen, weil sie zum Beispiel ihrem Grosskind mit dem Sujet eine Freude machen wollten und dafür überhöhte Preise bezahlten. In Philateliekreisen wird der jährliche Umsatz von illegalen Briefmarkenausgaben auf mindestens 500 Millionen US-Dollar geschätzt.

Matthias Piazza