BHALTIS: Die Parteien setzen vor allem auf Süsses

Anders als im Nachbarkanton machen die Parteien in Obwalden vor den Wahlen keine grossen Geschenke. Ihnen sind reden und informieren wichtiger.

Markus von Rotz
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Viel Süsses: Geschenke für die Obwaldner Stimmbürger. (Bild: Neue OZ)

Viel Süsses: Geschenke für die Obwaldner Stimmbürger. (Bild: Neue OZ)

Biberli, Äpfel, Jasskarten, Spitzbuben: In Nidwalden fällt keine Partei mit «Bhaltis» aus dem Rahmen. Ganz anders in Obwalden. Man will sich im Wahlkampf nichts schenken – auch keine «Give-aways». Oder fast keine. Jene Parteien, die nicht darauf verzichten, setzen vor allem auf den Faktor süss. Die CVP versüsst die kleine Broschüre mit ihrem Parteiprogramm mit kleinen Schöggeli mit dem Slogan «Mittelstand erhalten – Familie stärken». Damit hat sichs. Kleine Schokoladen mit dem Aufdruck «Energiespender für die Wahlen» hat auch die SP verschenkt, allerdings sehr gezielt: «Sie gingen an unsere Mitglieder und Sympathisanten im Vorfeld des Wahlkampfes für das Fundraising», so Co-Präsidentin Ruth Koch. Zudem hat die Partei Wahlkampf-Postkarten mit kurzen Grüssen der Kandidaten in der jeweiligen Gemeinde verschickt.

Keine Stimmen dank Stumpen

«Die CSP Obwalden fährt bewusst einen schlanken Wahlkampf», sagt deren Wahlkampfleiter Walter Wyrsch. Sie verzichtet gar auf Plakate und inseriert «mit Zurückhaltung». In einzelnen Gemeinden verschickt die Partei zudem persönliche Postkarten an Freunde und Bekannte. «Weiter vertrauen wir auf persönliche Kontakte.» Auch Standaktionen gibt es nur in Sarnen. «Wir sind überzeugt, dass die Stimmenden letztlich Persönlichkeiten wählen, die sie kennen oder denen sie aufgrund eines Leistungsnachweises vertrauen. Als Partei können wir nicht auf ein nationales Programm setzen oder von nationalen Exponenten profitieren, wie es beispielsweise die SP oder SVP können. Wir glauben auch nicht, dass sich Stimmen mit Feuerzeugen, Stumpen oder grossen Plakaten ‹kaufen› lassen», sagt Wyrsch weiter.

Trend eingeläutet

Als Christoph von Rotz 2007 für den Nationalrat kandidierte, verteilte er Zeltli mit Schweizer Kreuz, «Honig von arbeitsamen Giswiler Bienen» und liess warmen Kaffee ausschenken. Jetzt ist er Wahlkampfleiter der SVP und sagt: «Nachdem wir den aktuellen Trend der Standaktionen mit Abgabe von ‹Give-aways› in Obwalden initiiert haben, geben wir bei diesen Wahlen unsere Obwaldner Wahlzeitung mit Fakten an unseren Standaktionen an die Besucher ab.» Zudem sammle man bei dieser Gelegenheit weiterhin Unterschriften für aktuelle Volksbegehren – auch wenn «ein Obwaldner Bundespolitiker das Initiativrecht beschneiden will». Selbstredend meint er damit Nationalrat Karl Vogler. Ferner sei an den Ständen Gelegenheit, «mit der Bevölkerung über aktuelle Sorgen und Probleme» zu diskutieren.

FDP hilft Briefe öffnen

Bleibt noch die FDP: Um Süsses kommt auch diese Partei nicht herum. Neben Bonbons verteilt sie bei den Auftritten ihrer Kandidaten kleine Minor-Schöggeli und Brieföffner, damit sich das Wahlcouvert auch wirklich problemlos öffnen lässt ...