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BIATHLON: Dieses Duo will den Biathlon erobern

Flavia Barmettler (18) und Anja Fischer (17) starten diese Woche an den Nachwuchs-WM in Osrblie (Slowakei). Die beiden Obwaldnerinnen träumen von einem guten Ergebnis – und einer tollen Karriere.
Flavia Barmettler (links) und Anja Fischer vor ihrer Abreise an die Nachwuchs-Weltmeisterschaften. Bild: Corinne Glanzmann (Flüelen, 18. Februar 2017)

Flavia Barmettler (links) und Anja Fischer vor ihrer Abreise an die Nachwuchs-Weltmeisterschaften. Bild: Corinne Glanzmann (Flüelen, 18. Februar 2017)

Roland Bucher

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Im Grundtenor sind sich die beiden jungen Frauen aus dem Obwaldnerland mehr oder weniger einig, was ihre sportlichen Zukunftspläne anbetrifft: «An grossen internationalen Wettkämpfen teilnehmen, beim Weltcup für Furore sorgen oder sogar mal die Selektion für Olympische Winterspiele schaffen – das wäre das Grösste», erklärt das Duo unisono.

Biathlon hat in den letzten Jahren ­einen unerhörten Aufschwung erlebt und in den Alpenländern auch höchste Einschaltquoten bei TV-Übertragungen erzielt. Aber der Weg an die Spitze ist weit, hart, dornig. Sinnbildlich für diese grosse Herausforderung war die Anreise nach Osrblie, wo morgen Mittwoch die Eröffnungsfeier für die Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaften stattfindet. «Der Trip in die Slowakei dehnte sich derart aus», erzählt Flavia Barmettler, «dass wir am Samstagabend einen Zwischenhalt eingelegt und am Sonntag die Reise in die Slowakei gemütlich weiter- und fertiggemacht haben.»

Flavia Barmettler, sie wird im Juni 19 Jahre alt, ist ehrgeizig, auch ein bisschen fatalistisch. «Alles, was im Leben passiert, hat seinen guten Grund», philosophiert die junge Frau aus Alpnach Dorf. Nun, was im Frühwinter geschah, hätte nicht unbedingt sein müssen. Mit einiger Verzögerung erhielt sie die Diagnose «Eisenmangel und Blutarmut», ein gesundheitlicher Rückschlag, der im Dezember vor allem die Intensität der Trainings brach. «Jetzt ist alles fast wieder gut», betont sie indes, und ihre Replik Anfang Januar war beeindruckend: Sieg am Alpencup in Bormio im Sprint-Wettbewerb. «Das hat mir die Sicherheit gegeben, dass ich auf einem guten Weg bin, aber daraus Rückschlüsse für meine Zielsetzung an den Junioren-Weltmeisterschaften zu ziehen, das wäre gefährlich.» Am Mittwoch steht das Einzelrennen über 10 Kilometer auf dem Programm, «wo ein gutes Ergebnis beim Schiessen entscheidend sein wird», am Freitag wird gesprintet – und die besten 60 schliesslich absolvieren am Sonntag die Verfolgung. Dort dabei zu sein, das sei das Minimalziel, erläutert Flavia Barmettler, «und wenn ich dann nichts falsch oder noch besser alles richtig mache, dann darf ich in meinen kühnsten Träumen auf einen Rang in den Top 20 spekulieren.»

Langläuferisch ist Flavia Barmettler väterlicherseits vorbelastet, sie selber unternahm erste Gehversuche in dieser nordischen Ski-Disziplin als 10-Jährige im Langis hoch ob Sarnen. Gespannt ist sie aber auf ihren Auftritt im Schiessstand, diesem Nervenkitzel: «Ich bin mit einem neuen Gewehr in diese Saison gestartet. Es hat einige Zeit gebraucht, bis wir uns aneinander gewöhnt haben. Aber jetzt beginne ich zu merken: Im Vergleich zu meinem alten, treugedienten Gewehr ist die neue Waffe wie ein Ferrari im Unterschied zu einem Trabi. Ich setze einige Hoffnungen darauf, dass ich mir mit guten Schiessleistungen Zusatzrunden und Zeitstrafen ersparen kann.» Dann – ja, dann käme sie dorthin, wo sie sich schliesslich auf die Schultern klopfen dürfte: unter die ersten 20.

18. Geburtstag könnte doppelter Feiertag werden

Zusammen mit KV-Absolventin Flavia Barmettler besucht Gymnasiastin Anja Fischer, die Zweite im Zentralschweizer Bunde bei den Teilnehmerinnen an diesen WM, die Sportmittelschule in Engelberg. Die dort Einheimische bestreitet in Osrblie ihren zweiten Grossanlass; wo sie sich indes genau einzuordnen hat, das weiss sie nicht: «Für mich sind diese WM vor allem dazu dienlich, viele Erfahrungen und wertvolle Eindrücke zu sammeln. Man nimmt von solchen Anlässen unerhört viel mit für den weiteren Karriereverlauf.» Immerhin gesteht sie, die am Swiss Cup mit ersten und zweiten Rängen brillierte und beim Alpencup auf der Lenzerheide unter die besten fünf vorstiess: «Ich fühle mich wirklich gut in Form. Ich habe in der Loipe technisch einige Fortschritte erzielt» – und sie besitze glücklicherweise, lacht Anja Fischer, durchaus auch eine «gute Pumpe». Wenn alles zusammenpasse, dann könnte sie sich am Sonntag unter den ersten 30 platzieren, und «das wäre ein doppelt genialer Grund zum Feiern. Immerhin werde ich an diesem Tag 18 Jahre alt und erwachsen ...»

Anja Fischer bekam die Initialzündung für den Langlauf von Mama Helen, die in Engelberg Kindern das richtige (Vorwärts-)Bewegen in der Loipe beibringt. Irgendeinmal bekam der kleine Springinsfeld ein Luftgewehr in die Arme gedrückt und mit 16 eine Kleinkaliberwaffe – die Faszination für den Bia­thlon war geboren, das Talent schon bald offensichtlich. Sie, die Wasserratte, die sich auch in Kletterwänden elegant zu bewegen pflegt, glaubt, mit dem Biathlon definitiv ihre Passion entdeckt zu haben: «Die Kombination von zwei grundverschiedenen Elementen ist einmalig. Wenn du in den Schiessstand einläufst und dich darauf vorbereiten musst, die Nerven zu zügeln und den Puls zu drücken – das ist die ganz grosse Faszination.»

So also dann werden sich Flavia und Anja, die sich im Leben nach der Loipe einen Job in der Sportwissenschaft vorstellen könnte, diese Woche in der Slowakei für die Biathlon-Ehre des Zentralschweizer Talentschuppens einsetzen: «Lena Häcki ist unser grosses Vorbild. Sie hat an ganz grossen Anlässen ganz starke Auftritte gezeigt. Und ist so was von bodenhaftig geblieben.» Sportlich in Häckis Nähe zu kommen: Diese Woche bietet sich an den WM eine vorzügliche Gelegenheit.

Bild: LZ

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