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Biker-Park Giswil: Endlich geht es los

Aufbruchstimmung bei den Initiatoren: Nach mehr als acht Jahren Planung und Rückschlägen bekommt Giswil nun einen Natural Bike-Park. Dabei soll es nicht bleiben. Auch auf Zentralschweizer Ebene tut sich einiges in Sachen Mountainbike-Angebote.
Marion Wannemacher
Mäggie Lagemaat von Tourismus Giswil-Mörlialp auf einem Abschnitt des Bike-Parks. (Bild: Corinne Glanzmann (Giswil, 24. Oktober 2018))

Mäggie Lagemaat von Tourismus Giswil-Mörlialp auf einem Abschnitt des Bike-Parks. (Bild: Corinne Glanzmann (Giswil, 24. Oktober 2018))

Die Freude bei Christoph Zumstein, Projektleiter der Bike-Arena Giswil, ist gross. Diese Woche war Baustart des Natural Bike-Park. Gut neun Jahre haben die Initianten darauf hin geplant, gewartet, gebangt. «Als Unternehmer bin ich es gewohnt, dass Sachen vorwärtsgehen. Das ist lange nicht der Fall gewesen, die Freude ist riesig, dass nun doch noch alles zu einem guten Ende kommt.»

Eine Route über 9,4 Kilometer soll ab dem Bahnhof ausgeschildert werden und Mountainbiker auf einen Lernparcours mit 14 Posten leiten, auf dem sie Geschicklichkeit und Fahrtechnik trainieren können. Die Beratung dafür leistet der Nidwaldner Lukas Stöckli. Der frühere Mountainbike-Profi hat seinerzeit auch massgeblich den Natural Bike-Park in Emmetten konzipiert.

Lukas Stöckli zeigt auf dem Smartphone, wie’s geht

Der Park in Giswil funktioniert nach gleichem Prinzip. Auf Tafeln erklärt der Profi Techniken, die der Mountainbiker im alpinen Gelände anwenden kann. Als Novum sollen per QR-Code Filme auf dem Smartphone abrufbar sein, in denen Stöckli die Übungen demonstriert. «Es wird ein grosses Augenmerk auf die Grundwerte einer soliden Bike-Technik gelegt. Gleichgewicht, Geschmeidigkeit und die zentrale Position auf dem Velo werden spielerisch trainiert. Im zweiten Teil des Parcours wird es anspruchsvoller mit Sprungtechniken, um Hindernisse zu überwinden, oder mit dem Versetzen des Hinterrades, um enge Spitzkehren zu bewältigen», erklärt Stöckli. Baumstämme dienen als natürliche Hindernisse, an einem Ort geht es steil bergab. Anfänger und versiertere Mountainbiker würden auf engem Raum verschiedene Elemente kurz hintereinander trainieren können, verspricht Stöckli.

«Der Start ist in der Nähe eines Grillplatzes am Forsthof mit einigen einfachen Posten. So können die Kinder Sachen ausprobieren, während ihre Eltern grillieren», stellt sich Lukas Stöckli vor. Weiter führt der Parcours durch den Wald bis zum Riedlisteg, im Kleinteil über die Laui auf die andere Seite und von da an den Dämmen am Zimmerplatz zurück zur gedeckten Brücke bis zum Ausgangspunkt am Schärmähüttli.

Nach Auskunft von Mäggie Lagemaat, Geschäftsleiterin von Tourismus Giswil-Mörlialp, haben diese Woche zwei Mitarbeiter sowie sechs Zivilschützer begonnen, den Bike-Park umzusetzen. Noch müssen die Posten fertiggestellt und die Tafeln angebracht werden. Projektleiter Christoph Zumstein rechnet damit, dass die Eröffnung spätestens Mitte April durchgeführt werden kann.

Beispiel Graubünden soll hier Schule machen

«Für mich lag der hauptsächliche Grund der Verzögerungen an der Geschichte mit den Auen», sagt Zumstein rückblickend. Der Bundesrat hatte entschieden, die Aue Laui nicht aus dem Bundesinventar für Auenschutz zu entlassen, und der WWF Unterwalden erhob gegen ein Baugesuch für diesen Teil des Bike-Parks Einsprache. Alternativen seien gesucht worden, erzählt Zumstein. Als Beispiel nennt er den Posten am Riedlisteg. «Diesen mussten wir komplett versetzen.» Grosse Anpassungen habe es auch gebraucht in der Zone im Grundwald, wo es Wildwechsel gebe.

Ende gut, alles gut? Nicht ganz, denn die Bike-Arena umfasst neben dem Natural Bike-Park noch drei Routen. Eine ist bereits realisiert, die 17 Kilometer lange Strecke am Grossteilerberg. «Anstelle der Strecke ins Kleine Melchtal sind wir nun ausgewichen auf den Veloweg nach Kaiserstuhl und später über die Wanderroute, folgend durch die Sommerweid nach Giswil, die auch Stöckli empfohlen hat. Mit den Landeigentümern muss dafür noch das Durchgangsrecht geklärt werden», nennt Zumstein einen der grösseren Knackpunkte. Er hofft auf priorisierte Bearbeitung durch den Kanton und auf eine Realisierung bis 2019.

Am Herzen liegt ihm auch die Älggi-Route in Obwalden, bei der es bislang noch an der Korporation Sachseln hapere. Grosse Hoffnungen setzt Zumstein zudem ins Projekt «Mountainbike Zentralschweiz», das von den Kantonen Obwalden, Nidwalden, Luzern, Schwyz und Uri respektive mit Geldern der Neuen Regionalpolitik unterstützt wird. Dessen Produktmanager Thomy Vetterli bestätigt, dass sie mit Kanton und Tourismusorganisationen nun darangehen, für Obwalden ein Gesamtkonzept nach Bündner Beispiel zu entwickeln. Dieses gilt im Mountainbike-Tourismus als Vorreiter. «Obwalden ist ein veloaffiner Kanton, die Sportinfrastruktur muss hier ein grosses Thema sein», sagt Vetterli. Zur Älggi-Route meint er: «Das ist ein sehr wichtiges Projekt, als Mittelpunkt der Schweiz hat es eine Geschichte zu erzählen. Man muss im Einzelnen schauen, wie man gemeinsam mit Kanton, Gemeinden, dem Verein Obwaldner Wanderwege und anderen Verbänden ans Ziel gelangt.»

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