BILDUNG: Bruder Klaus bleibt dem Stundenplan erhalten

Obwalden sei mit der Umsetzung des Lehrplan 21 auf Kurs, heisst es seitens des Regierungsrates. Dieser will das Bildungswerk mit lediglich drei kleinen Änderungen übernehmen. Bei der Einführung setzt man stark auf die Zusammenarbeit mit anderen Kantonen.

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Der Kanton informierte gestern Schulleiter und Medien über den Lehrplan 21 (stehend rechts: Bildungsdirektor Franz Enderli, links: Amtsleiter Peter Lütolf). (Bild: PD)

Der Kanton informierte gestern Schulleiter und Medien über den Lehrplan 21 (stehend rechts: Bildungsdirektor Franz Enderli, links: Amtsleiter Peter Lütolf). (Bild: PD)

Schon vor über einem Jahr hat der Regierungsrat die Absicht bekundet, dass er den Lehrplan 21 nach dessen Freigabe an die Kantone für die Volksschulen des Kantons Obwalden wenn immer möglich unverändert übernehmen wolle. Nach einer ersten Prüfung zeige sich der Regierungsrat mit dem Werk sehr zufrieden, teilt das Bildungs- und Kulturdepartement am Mittwoch mit. Man wolle lediglich drei für Obwalden spezifische Ergänzungen vornehmen:

Die Figur von Niklaus von Flüe soll obligatorisch als bedeutende Schweizer Persönlichkeit an den Obwaldner Schulen behandelt werden, ebenso wie das Weisse Buch von Sarnen als wichtiges Beispiel für die frühe Geschichtsschreibung.

Ausserdem wird ein ergänzender Teillehrplan für die berufliche Orientierung im achten und neunten Schuljahr in den neuen Lehrplan aufgenommen. Dieser sei vom Kanton Luzern erarbeitet und den anderen Zentralschweizer Kantonen zur Verfügung gestellt worden .

«Obwalden ist auf Zusammenarbeit angewiesen»

Diese drei Lehrplanergänzungen würden bis Februar 2015 vorliegen, so dass der Regierungsrat im März 2015 das Inkrafttreten des Lehrplans 21 auf das Schuljahr 2017/18 beschliessen könne. Dieses Datum stehe im Einklang mit den übrigen Zentralschweizer und vielen anderen Deutschschweizer Kantonen, die ebenfalls ab diesem Zeitpunkt den Lehrplan 21 obligatorisch erklären werden, heisst es.

Der Kanton Obwalden sei weiter als kleiner Kanton weiter darauf angewiesen, dass er bei der Einführung mit den umliegenden Kantonen zusammenarbeiten könne. Insbesondere die sogenannten NORI-Kantone Obwalden, Nidwalden und Uri haben erst kürzlich ihre Zusammenarbeit bei der Einführung des Lehrplans 21 erneut bekräftigt.

pd/uus

Anpassungen im Stundenplan

pd. Neu sollen die Berufliche Orientierung und das Fach Medien und Informatik einen festen Platz in der Stundentafel erhalten. Die bestehenden Fächer werden teilweise in Fachgruppen zusammengefasst. So wird etwa das Fach «Mensch und Umwelt» neu zusammen mit andern Lerninhalten zum Fach «Natur, Mensch Gesellschaft» umbenannt.

Vor dem Erlass der Stundentafel, welcher auf Herbst 2015 geplant ist, werden insbesondere die Gemeinden, aber auch andere Schulpartner wie der Lehrerverein LVO und die Vereinigung der Schulleitungen Obwalden VSL OW mit einer dreimonatigen Vernehmlassungsfrist zu den Vorschlägen befragt.

Vorbereitung des Lehrpersonals hat bereits begonnen

pd. Für die Weiterbildung des Lehrpersonal sind vom Amt für Volks- und Mittelschulen verschiedene Phasen geplant. Die Schulleitungen seien bereits am Mittwoch im Rahmen der Schulleiterkonferenz auf die Einführungen in den Gemeindeschulen vorbereitet worden.

Im September 2015 soll eine kantonale Kickoff-Veranstaltung für alle Lehrer stattfinden. Danach folgten bis Sommer 2016 schulinterne Startveranstaltungen in den Gemeinden, die unter der Verantwortung der Schulleitungen stünden.

Der Weiterbildungsschwerpunkt im Schuljahr 2016/17 werde auf die fachspezifische Einarbeitung der Lehrpersonen in den Lehrplan gelegt. Mit der Summe dieser Weiterbildungsmassnahmen sollten laut Bildungsdepartement die Lehrpersonen und die Schulen auf den Zeitpunkt der Inkraftsetzung des Lehrplans 21 ab Schuljahr 2017/18 bestens vorbereitet sein. Trotzdem würden danach bis ins Jahr 2019 freiwillige Vertiefungskurse angeboten.