Biodiversitätsprojekt «Wildrose»
Naturnahes Projekt begeistert Alpnacher Schüler

Die Schule Alpnach lancierte mit der naturnahen Gestaltung des Pausenareals ein Biodiversitätsprojekt. Die Naturforschende Gesellschaft Obwalden und Nidwalden (Nagon) unterstützt und berät Schulen in diesem Bereich – eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Sepp Odermatt
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Biologin Anna Poncet erklärt den Schülerinnen und Schülern die Flora und Fauna in ihrer nächsten Umgebung.

Biologin Anna Poncet erklärt den Schülerinnen und Schülern die Flora und Fauna in ihrer nächsten Umgebung.

Bild: Sepp Odermatt

«Ich war schon ein wenig überrascht, dass Pflanzen auch im Kies wachsen können», erzählt Elia Zemp, der zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen der zweiten und dritten Oberstufenklasse Alpnach einen Teil des Pausenplatzes naturgerecht mitgestalten durfte. Und die 14-jährige Sara Niederberger glaubt an die Nachhaltigkeit dieses Projekts: «In ein paar Jahren werden hier sicherlich einige Tierchen ihre Heimat finden.» Für einmal durften die jungen Leute ihre Deutschaufgaben, die Mathematikprobleme und den Fremdsprachenunterricht etwas reduzieren, das Schulzimmer verlassen und im Freien arbeiten. «Eine willkommene und sinnvolle Abwechslung», ist auch ihre Klassenlehrerin Elisa Oegema überzeugt. Schliesslich gehe es um die wichtige Biodiversität.

Flora und Fauna interessant nähergebracht

Mit viel Engagement hatte die Präsidentin der Naturforschenden Gesellschaft Obwalden und Nidwalden, Ursula Vogel-Schwank, dieses Schulprojekt organisiert. Sie sagt dazu: «Es gab einiges zu tun, bis alle Beteiligten verstanden hatten, was unser Ziel ist. Wir sind aber bei der Behörde, den Lehrpersonen und dem Hauswartspersonal Alpnach auf offene Ohren gestossen und wurden grosszügig unterstützt.» Wenn sie vergleiche, wie es vorher aussah, freue sie sich sehr über das gute Gelingen dieser Arbeit. Dazu beigetragen hatten auch die beiden Biologinnen Anna Poncet und Ingrid Schär. Sie legten kräftig Hand an und erklärten den Schülerinnen und Schülern die Flora und Fauna mit pädagogischem Geschick und interessantem und lehrreichem Anschauungsmaterial.

Biologin Astrid Schär bringt den Schülerinnen und Schülern die Flora und Fauna auch haptisch näher; hier Samen einheimischer Pflanzen.

Biologin Astrid Schär bringt den Schülerinnen und Schülern die Flora und Fauna auch haptisch näher; hier Samen einheimischer Pflanzen.

Bild: Sepp Odermatt

Es braucht einen Wertewandel im Kopf

Die Nagon nimmt ihr 25-Jahr-Jubiläum zum Anlass, sich für mehr Biodiversität einzusetzen. Mit ihrem Schulprojekt «Wildrosen» unterstützt sie in den nächsten Jahren Schulklassen, die sich mit der Natur auseinandersetzen möchten. Die Organisation stellt den Schulen pädagogische Unterlagen zur Verfügung, und Fachpersonen vermitteln den Jugendlichen auf einer Exkursion oder in einem Workshop in der Umgebung Kenntnisse zu den Lebensräumen, ihrer Arten und deren Bedeutung in der Landschaft. Mit dem Sympathieträger Wildrose sollen möglichst viele Jugendliche für diese Lebensräume sensibilisiert werden. Damit die landschaftlichen Strukturelemente nicht allesamt weggeräumt und wegrationalisiert werden, brauche es einen Wertewandel im Kopf, schreibt die Nagon denn auch.

Das Schulprojekt «Wildrosen 2020–24 OW/NW» wird mit namhaften Beiträgen der Albert-Koechlin-Stiftung, der Beatrice-Caterina-Zai-Stiftung sowie der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften unterstützt.