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Hallenbad Kerns zur kantonalen Finanzhilfe: «Mit einem derart tiefen Betrag haben wir nicht gerechnet»

Die Verantwortlichen des Hallenbads in Kerns hofften auf einen grosszügigen Beitrag vom Kanton an die Sanierungskosten.
Zéline Odermatt
Das Hallenbad Kerns schreibt Verlust. (Bild: Corinne Glanzmann, 17. Januar 2018)

Das Hallenbad Kerns schreibt Verlust. (Bild: Corinne Glanzmann, 17. Januar 2018)

«Wir arbeiten mit einem sehr kleinen Spielraum», erklärt Roland Bösch, Mitglied des Verwaltungsrats der Hallenbad Obwalden AG, der das Amt Finanzen, Betrieb und Personelles innehat. Für das Betriebsjahr 2018/19 mussten Abschreibungen von knapp 204'000 Franken getätigt werden, was in einem Verlust von 20'400 Franken resultiert.

Der Ertrag durch die Hallenbadeintritte sei gegenüber dem Vorjahr um rund 15'000 Franken tiefer ausgefallen. Dies habe vor allem am vielfach sonnigen Wetter – auch in der kälteren Jahreszeit – gelegen. Gleichzeitig seien grössere Investitionen im Sommer 2018 nötig gewesen. «Wir haben in ein paar Posten investiert, wie die Erneuerung des Dampfbads, ein neues Kassensystem und Stühle für das Restaurant», so Bösch. Zudem seien die Heizölpreise gestiegen und das Camping habe einen leicht erhöhten Unterhaltsaufwand aufgewiesen.

Keine allzu gute Ausgangslage, wenn bedacht wird, dass in den nächsten Jahren weitere, grosse Investitionen geplant sind. «Mit der Sanierung der bestehenden Becken, können wir nicht mehr allzu lange warten, da deren Lebensdauer wirklich bald erreicht ist», steht im Jahresbericht. Zudem sollten die Garderoben erneuert sowie das Hallenbad um ein Kursbecken erweitert werden. Kostenpunkt: 4,7 Millionen Franken.

Kanton zahlt einmalig 150'000 Franken

Dafür reichte der Verwaltungsrat Anfang 2019 ein Gesuch für eine finanzielle Beteiligung aus dem Swisslos-Fonds beim Regierungsrat Obwalden ein. «Mit einem auf zehn Jahre befristeten jährlichen Betrag von 90'000 Franken haben wir versucht, einen aus unserer Sicht vertretbaren Antrag einzureichen», so der Verwaltungsrat im Jahresbericht.

«Wir gehen von 2,7 Millionen Franken aus, die durch die öffentliche Hand finanziert werden müssten», sagt Bösch dazu. «Mit dem Beitrag, den das Hallenbad für die Volksgesundheit, Erholung, den Tourismus und das Schulschwimmen leistet, dachten wir, der Stellenwert für den Kanton wäre genügend gross», so Bösch. Handle es sich doch um das einzig öffentliche Hallenbad im Sarneraatal.

Doch im Sommer 2019 sprach der Regierungsrat dem Hallenbad lediglich einen Einmalbetrag von 150'000 Franken aus den Swisslos Fonds zu. «Mit einem derart tiefen Betrag haben wir nicht gerechnet und entsprechend hat uns dies nachdenklich gestimmt», so der Verwaltungsrat im Jahresbericht.

«Wir haben auf mehr gehofft, aber wir akzeptieren den Entscheid», gibt sich Bösch schliesslich pragmatisch. Der Verwaltungsrat sei nun gefordert, die Finanzierung anderweitig sicher zu stellen. «Wir setzten das Gespräch mit den Gemeinden fort und sind zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden. Zurzeit fehlen noch rund zwei Millionen für das Erweiterungsprojekt.» In den Gesprächen mit den Gemeinden soll auch die allfällige bauliche Etappierung des Projekts aufgezeigt werden.

Verträge mit den Gemeinden laufen aus

Aber auch wegen der laufenden Kosten, sei man im Gespräch mit den Gemeinden Alpnach, Giswil, Kerns, Sachseln und Sarnen. Die Betriebskosten von rund 290'000 Franken und der Personalaufwand von jährlich 520'000 seien aufgrund der Teuerung in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Im Jahr 2020 würden die Verträge zu den Gemeindebeiträgen nach 15 Jahren auslaufen. Bösch: «Wir beantragen aufgrund der gestiegenen Betriebskosten eine Anpassung des jährlichen Beitrags von 90'000 auf 118'000 Franken. Die Gespräche dazu sollen noch in diesem Jahr stattfinden.»

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