Bogs Trail Sarnen: Es gibt mehr als nur Pilot und Lokführer

Die Berufsausstellung «auf Augenhöhe» informiert spielerisch über verschiedene Berufsfelder: 40 Firmen waren in Sarnen vor Ort.

Primus Camenzind
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Leo von Wyl informiert sich über die Funktionsweise eines Hubstaplers.

Leo von Wyl informiert sich über die Funktionsweise eines Hubstaplers.

Primus Camenzind
(Sarnen, 19 September 2020)

Bogs Trail steht für «Berufsorientierung Gewerbe Sarnen» – ein Ort, wo verschiedene Berufe entdeckt werden können. Ein Trägerverein unter der Leitung von Roland Scherer von der Architekturwerk AG in Sarnen organisierte am vergangenen Samstag in der Aula Cher ein Stelldichein von rund 40 Firmen. Sie präsentierten eine breite Palette von Berufsfeldern und dies in einer Art und Weise, die auch die Kleinsten ab dem Kindergarten, deren ältere Geschwister und nicht zuletzt auch ihre Eltern zu begeistern wusste. Wenn sich noch vor einigen Jahrzehnten die Berufswünsche der Kinder unter anderem auf Pilot, Lokführer oder Krankenschwester beschränkten, so tat sich den Kindern unserer Tage eine Berufswelt auf, welche die Fantasie beflügelte.

So pendelte zum Beispiel Leo von Wyl (12) aus Alpnach zwischen zwei Ausstellern hin und her. Bei der Leister AG steuerte er als möglicher Logistiker einen Miniatur-Hubstapler, während er bei sich bei der Nutzfahrzeug AG Zentralschweiz über die Berufe in der Lastwagen-Branche aufklären liess. Was er später werden möchte? «Ich schaffe gerne mit Maschinen und Fahrzeugen», meinte er, «es könnte also auch Landschaftsgärtner oder Forstwart sein.» An der gut besetzten Werkbank der Holzbautechnik Burch AG nahmen zwei Mädchen die Bohrmaschinen zur Hand : «Schreiner und Zimmerleute haben bei uns ein sehr guten Zulauf», sagt René Jakober.

OK-Chef Roland Scherer.

OK-Chef Roland Scherer.

Primus Camenzind (Sarnen, 19. September 2020)

Dienstleistungsbranche mit Schwierigkeiten

Auch jene Aussteller, die auf den ersten Blick nicht optisch brillieren konnten, fanden reges Interesse: «Wir vom Gastgewerbe, also von einer dienstleistenden Branche, haben es zurzeit schon ein wenig schwieriger, junge Leute für unsere Berufe zu begeistern», lässt uns Klara Inderbitzin vom Sarner Hotel Krone wissen. Trotzdem: Eine faszinierend gedeckte Tafel und Süssigkeiten wirkten anziehend und sorgten für anregende Gespräche mit Kindern und deren Eltern. Und wer dachte, auf dem Bogs Trail auch noch die Bank zu besuchen, sei zu wenig verlockend, der durfte sich eines Besseren belehren lassen. Schon die Jüngsten liessen sich nämlich von einem ebenfalls jungen «Banker» das Innenleben eines Computers zeigen und erklären.

Bei einer Kaffeepause erzählte OK-Chef Roland Scherer wissen, wie sehr das Coronavirus die Berufsausstellung 2020 beeinträchtigt: «Klar, wir haben bei dieser zweiten Auflage von Bogs Trail veränderte Voraussetzungen, sind aber trotzdem zufrieden.» Erkenntnisse aus dem Jahr 2018 hätten allerdings nicht oder nur teilweise umgesetzt werden können.

Es sei schön, dass nicht alle Besucher auf einmal kommen, «das gibt Zeit, bei den einzelnen Boxen zu verweilen und somit für informative Gespräche», gibt uns der Inhaber der Architekturwerk AG zu verstehen. Dank der Schutzmassnahmen gäbe es auch mehr Platz auf den verschiedenen Ausstellungsflächen. Die jungen Besucher erlebten die gezeigten Berufe vor allem auf spielerische Art, ist Scherer überzeugt. Wichtige Begleiter seien aber auch ihre Eltern. «Sie wissen ja oftmals auch nicht mehr Bescheid über die Veränderung der bestehenden oder das Entstehen neuer Berufsbilder», betonte er. Auf dem Weg ins spätere Berufsleben könnten Eltern jedoch eine hilfreiche Rolle spielen. «Bogs Trail ist einzigartig in der Schweiz, eine echte Sarner Erfindung», bekräftigte der OK-Chef schlussendlich mit Stolz.