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BONSTETTEN: Luke Gassers Werk bewegt die Kirchengänger

Der Obwaldner Künstler Luke Gasser hat mit Nidwaldner Holz eine Zürcher Kirche gestaltet. Sehr zum Gefallen der Kirchgemeinde und des Churer Bischofs.
Philipp Unterschütz
Luke Gasser im März in der Stanser Forsthütte beim Anfertigen des Wandkreuzes. (Bild: Neue NZ)

Luke Gasser im März in der Stanser Forsthütte beim Anfertigen des Wandkreuzes. (Bild: Neue NZ)

Philipp Unterschütz

Kirchenrenovationen sind heutzutage nicht aussergewöhnlich, Neubauten von Kirchen hingegen schon. Der Churer Bischof Vitus Huonder hat kürzlich vor über 700 Gläubigen die neu erbaute katholische Kirche St. Mauritius in Bonstetten eingeweiht. Zwei massgeblich Beteiligte stammen aus Lungern. Toni Gasser, der seit 2002 Kirchenratspräsident in Bonstetten ist, engagierte schon vor Jahren den Künstler, Bildhauer, Autor und Musiker Luke Gasser. Die beiden sind aber nicht miteinander verwandt. Luke war als Gestalter der Glocke beteiligt, als mit dem Kirchturm quasi der Grundstein für die neue Kirche gelegt wurde.

Ein Traum ging in Erfüllung

Als sich nach Abschluss des Projektwettbewerbs für den Kirchenneubau im vergangenen Jahr zeigte, dass sich die siegreichen Architekten mit der Gestaltung des kultischen Bereichs schwertun, erinnerte sich Toni Gasser an die erfolgreiche Zusammenarbeit, und die Baukommission engagierte Luke Gasser erneut, um das Gestaltungskonzept, die künstlerische Leitung und die Anfertigung dieses Bereichs zu machen. «Mit der Gestaltung einer Kirche ging für mich ein Traum in Erfüllung, den wohl jeder gläubige Künstler hat», meint Luke Gasser, der das Bildhauerhandwerk gründlich vom bekannten Karl Imfeld gelernt hat und auch die Kunstgewerbeschule Luzern absolviert hat.

Gute Zusammenarbeit

Seit Juli 2015 hat Luke Gasser insgesamt über sieben Monate intensiv am Projekt gearbeitet. «Angesichts der vielen Beteiligten von Gemeinde, über Kirchen- und Stiftungsrat bis zu Architekten ging es sehr effizient», betont Luke Gasser. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Architekten habe gut geklappt, was nicht selbstverständlich sei. Das sei aber auch sehr wichtig gewesen, denn «wenn es in einer Kirche architektonisch nicht stimmen würde, fällt das auf den ersten Blick weniger auf, als wenn es im Bereich der kultischen Einrichtung Mankos hat.» Aus Holz, Stein und Bronze hat er Altar, Taufstein, Tabernakel, Wandkreuz, Kreuzwegstationen und den Eingangsbereich gestaltet.

Holz war die richtige Wahl

Die teilweise sehr grossen Teile hat Luke Gasser in der Forsthütte in Stans angefertigt, oft kam die Motorsäge zum Einsatz. «Ein anstrengendes Vergnügen», sagt der Künstler. Das Pappelholz stammt aus der unmittelbaren Umgebung von der Allee im Gnappiried. «Die Wahl des Holzes war richtig. Holz ist ‹lebensbejahend›, ein gewachsenes, warmes Material, das lebt», sagt Luke Gasser. Sein persönliches Lieblingsstück sei das Wandkreuz mit dem stilisierten Jesus. Es sei ein gutes Gefühl, nun das fertige Werk als Kombination zu sehen. «Es sieht noch viel besser aus als die Modelle, die ich zuvor angefertigt habe.» Er selber habe nur gute Resonanzen erhalten. «Es ist schön für einen Künstler, wenn seine Arbeit die Leute bewegt», sagt Luke Gasser.

Dem Bischof war es wohl

«Das Werk hat Ausstrahlung, es hat grosse Wirkung.» Auch der Bonstetter Kirchenratspräsident Toni Gasser ist mehr als nur zufrieden. Bei der Einweihung seien die Leute begeistert gewesen, und auch Bischof Huonder habe sich sehr angetan gezeigt. «Man merkte es ihm in seiner Predigt förmlich an, wie wohl es ihm in der Kirche war.» Luke Gasser erlebte die Einweihung freilich noch aus einer anderen Perspektive: «Ich sass da und beobachtete, ob sich beispielsweise die Höhen der Sessel oder des Altars, die ja auf vorherigen Annahmen beruhen, auch bewähren.» Wie gut das Werk ankomme, zeige sich auch daran, dass es sich herumspreche und nun immer wieder «fremde» Leute das Gotteshaus besichtigen, weil sie davon gehört oder gelesen hätten, erzählt Toni Gasser.

Die neue Kirche in Bonstetten hat übrigens weitere Obwaldner «Bestandteile». So besteht der etwa 600 Quadratmeter grosse Vorplatz aus Gubersteinen. Und die Kirchenbänke fertigte auf Vermittlung von Luke Gasser das Team um Bruno Gasser von der Lungerer Schreinerei Leo Gasser Söhne AG.

Der Churer Bischof Vitus Huonder bei der Einweihung der Kirche Bonstetten. (Bilder Philipp Unterschütz/Dominique Andereggen)

Der Churer Bischof Vitus Huonder bei der Einweihung der Kirche Bonstetten. (Bilder Philipp Unterschütz/Dominique Andereggen)

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