Braucht es Lobbyisten?

Nationalrätin Monika Rüegger beschreibt in ihrer «Stimme aus Bern» ihre Eindrücke aus ihrer ersten Session.

Monika Rüegger Nationalrätin, SVP, Obwalden
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Monika Rüegger.

Monika Rüegger.

Bild: Keystone

In den Wochen nach meiner Wahl in den Nationalrat erhielt ich viele Gratulationsschreiben. Die vielen Zeichen der Unterstützung und Freude waren sehr ermunternd. Sie haben mich für die Parlamentsarbeit zusätzlich motiviert. Andererseits füllte sich der Briefkasten mit vielen Einladungen von Verbänden, Interessensvertretern und Lobbyisten.

Sie alle sehen in den Parlamentariern, vor allem in uns Neugewählten, willkommene Türöffner ins Bundeshaus und in die Verwaltung. Mit unserer Unterstützung hoffen sie, ihre Anliegen an richtiger Stelle so wirksam wie möglich einfliessen zu lassen.

Ich habe volles Verständnis für die Tätigkeit der Lobbyisten. So wie Politiker für ihre Überzeugungen einstehen, so legitim ist es, dass Interessensvertreter die politische Schweiz ihren Vorstellungen entsprechend mitgestalten möchten. Es liegt an uns Parlamentariern, genau hinzuschauen und die Spreu vom Weizen zu trennen.

In den ersten Sessionswochen habe ich gezielt Veranstaltungen unterschiedlicher Interessensvertreter besucht. Also nicht nur solche von Repräsentanten, die meine Interessen und politischen Überzeugungen widerspiegeln, sondern auch solche politischer Mitbewerber oder ideologisch anderweitig ausgerichteter Organisationen.

Aufschlussreich waren die Anlässe allesamt. Ich konnte mir aufgrund der präsentierten Grundlageninformationen, aber auch von subjektiv geprägten Haltungen und Diskussionen ein vertieftes Bild zu diversen Themenbereichen machen, meine Meinung hinterfragen oder festigen. Gute und vernünftige Politik sollte sich nicht zuletzt dadurch auszeichnen, dass man sich für die Argumente und Sichtweise der Gegenseite interessiert und diese reflektiert.

Wertvoll sind Veranstaltungen dieser Art, um neue Kontakte zu schliessen und um das Netzwerk zu erweitern. Persönlichen, direkten und damit schnellen Zugang zu Fachspezialisten, Interessensvertretern und Meinungsbildnern aus Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft, Bildung, Umwelt, Kultur und Sport zu haben – das ist in jedem Fall hilfreich. Vor allem dann, wenn es gilt, Anliegen des Kantons Obwalden gezielt einzubringen.

Ihnen, Ihren Familien und Freunden wünsche ich ein friedliches und schönes Weihnachtsfest und einen gelungenen Start in ein gesundes und glückliches neues Jahr.