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Festgottesdienst zum Bruder-Klausen-Tag: Bischof Gmür hat Wurzeln in Kerns

Rund 400 Gottesdienstbesucher feierten mit Bischof Felix Gmür am Mittwoch in der Pfarrkirche Sachseln «ihren» Bruder Klaus.
Marion Wannemacher
Bischof Felix Gmür verabschiedet die Kirchgänger. (Bild: Corinne Glanzmann, Sachseln, 25. September 2019)

Bischof Felix Gmür verabschiedet die Kirchgänger. (Bild: Corinne Glanzmann, Sachseln, 25. September 2019)

Bereits zehn Minuten vor dem Gottesdienst gab es schon fast keinen Platz mehr in der festlich heraus geputzten Pfarr- und Wallfahrtskirche Sachseln. Geschlossen ziehen Obwaldner Regierung, Richter von Kantons- und Obergericht, Gemeinde- und Kirchenrat Sachseln mit der Bruder Klausen-Statue, und den Seelsorgern zur feierlichen Blasmusik der Musik Eintracht Sachseln ein, der Sachsler Pfarrer Daniel Durrer und Felix Gmür, Bischof von Basel, bilden den Schluss des Zuges. Der Chor der Kantorei Sachseln berührt mit den Liedern von Felix Mendelssohn.

Bischof Felix Gmür zelebrierte den Gottesdienst. Bischof Felix Gmür zelebrierte den Gottesdienst.
Der Volksapéro nach dem Festgottesdienst war ebenfalls gut besucht. (Bilder: Corinne Glanzmann, Sachseln, 25. September 2019)Der Volksapéro nach dem Festgottesdienst war ebenfalls gut besucht. (Bilder: Corinne Glanzmann, Sachseln, 25. September 2019)
Der Auszug aus der Pfarrkirche mit Fahnen und Trachten. Der Auszug aus der Pfarrkirche mit Fahnen und Trachten.
Auch zahlreiche Ministranten standen im Einsatz.Auch zahlreiche Ministranten standen im Einsatz.
Die Statue von Bruder Klaus wird aus der Kirche getragen. Die Statue von Bruder Klaus wird aus der Kirche getragen.
Bruder Klaus hat den Überblick. Bruder Klaus hat den Überblick.
Die Obwaldner Regierung war in corpore vor Ort, hier Christian Schäli, Josef Hess und Maya Büchi-Kaiser (von links). Die Obwaldner Regierung war in corpore vor Ort, hier Christian Schäli, Josef Hess und Maya Büchi-Kaiser (von links).
Bischof Felix Gmür verabschiedet sich von den Kirchgängern. Bischof Felix Gmür verabschiedet sich von den Kirchgängern.
Die Musik Eintracht Sachseln hält ein Ständchen. Die Musik Eintracht Sachseln hält ein Ständchen.
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Obwalden feierte «seinen» Bruder Klaus gebührend

«Schon tausend Male» sei er in Obwalden gewesen, erzählt der volksnahe Bischof später im persönlichen Gespräch. Dass er den Festgottesdienst zum Bruder-Klausen-Tag hält, ist jedoch auch für ihn eine Premiere. Das Hände schütteln nach dem Gottesdienst nimmt kein Ende, freundliche Worte gibt es hin und her, eine Frau schenkt dem Bischof einen selbst gehäkelten Teddy.

Urgrosseltern des Bischofs mussten Kerns verlassen

Seinen persönlichen Link zu Obwalden teilt Felix Gmür in der Predigt mit. Gmürs Urgrosseltern waren sozusagen Wirtschaftsflüchtlinge. Sie machten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Kerns auf nach Basel. Die Grossmutter wurde dort geboren, sei also eine «Seconda» gewesen, sagt der Bischof.

Die Botschaft seiner Predigt ist eindrücklich. Diese bezieht sich auf den jungen Mann aus dem Markusevangelium, der Jesus fragt, was er ausser dem Einhalten der Gebote tun müsse, um das ewige Leben zu erhalten. Jesus antwortet ihm, er solle seinen Besitz verkaufen und ihm nachfolgen, worauf der Mann mit hängendem Kopf abzieht, denn diesen Schritt ist er nicht bereit zu gehen.

Auch Bruder Klaus habe Frau, Hof und Kinder verlassen. Felix Gmür wagte einen Blick auf die Kirchengeschichte, die mit ihrem Reichtum offensichtlich nie ein Problem gehabt habe. Er fragte: «Ist die Kirche der reiche Jüngling, soll sie alles weggeben?» Gmür sprach die auseinanderklaffende Schere von Armut und Reichtum an, Flüchtlinge, die ihre Situation ändern wollten.

Gesellschaftskritisch fragte er: «Was wollen wir? Mehr haben? Wir sind die, die etwas haben. Was wir besitzen, was macht das aus uns?» Wir lebten rechtschaffen wie der Mann aus dem Evangelium, betonte der Bischof.

Bruder Klaus als Vorbild fürs eigene Leben

Jesus sage: «Ihr stellt die falsche Frage. Nicht, was wir tun, ist die Frage. Sondern, was wir lassen. Was gewinnen wir? Das Reich Gottes, die Liebe zum Nächsten, innere Freiheit.» Bruder Klaus sei ein freier Mensch gewesen, auch seine Frau.

«Dem Land und dem Volk Obwalden wünsche ich Gottes Segen, und uns die Freiheit der Kinder Gottes, sie führt zum ewigen Leben». Im Gottesdienst gehe es um das Gedenken an Niklaus von Flüe und seine Frau Dorothee, sagte Pfarrer Daniel Durrer. «Sie sind für uns alle zum Vorbild geworden, wie wir unser Leben gestalten können aus der tiefen Verbindung mit Gott und wie wir Verantwortung übernehmen können für das Wohlergehen und den Frieden aller.»

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