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BRÜNIG: Zwei Tonnen Technik machens möglich

«3, 2, 1 ... auf Sendung!» Am Sonntag wird der Brünig-Schwinget in voller Länge live gezeigt – erstmals und womöglich einmalig.
Die TV-Plattform in der Brünig-Arena misst 12 auf 4 Meter. Im Hintergrund in der Ecke ist das Freiluftstudio für die Expertenrunde zu sehen. (Bild: Roger Grütter / Neue OZ)

Die TV-Plattform in der Brünig-Arena misst 12 auf 4 Meter. Im Hintergrund in der Ecke ist das Freiluftstudio für die Expertenrunde zu sehen. (Bild: Roger Grütter / Neue OZ)

Der Ausblick von hier oben ist prächtig. Wer auf der erhöhten TV-Plattform sitzt, hat freie Sicht auf die Bergkulisse in Richtung Obwalden. «Dafür wird mir leider kaum Zeit blieben», sagt Peter Baer fast wehmütig. Doch zum Plausch ist Baer auch nicht auf den Brünigpass gekommen. Er leitet die Live-Übertragung des Brünig-Schwingets.

Es ist Samstag, ein Tag vor dem traditionsreichen Bergkranzfest in der Naturarena, die sich Jahr für Jahr mit 6500 Schwingfreunden füllt. Mitarbeiter verkabeln die vielen Geräte, jeder Stecker muss sitzen. Peter Baer bespricht sich mit Regisseur Beni Giger und dem technischen Projektleiter, Heini Buchegger. Sein Blick schweift runter auf den Rasen, wo die vier Sägemehlringe präpariert werden. «Es ist gerade auf dem Brünig speziell, wie hautnah die Zuschauer am Wettkampfgeschehen sind.»

SRF wollte schon früher übertragen

Ein Satz mit Symbolcharakter. Denn auf dem Brünig ist der Platz seit jeher eng bemessen. Aus der Vogelperspektive macht es beinahe den Anschein, die Zuschauer würden sich auf den Füssen herumtrampeln. Wie haben da noch rund 70 Personen, die an der Sendung mitarbeiten, und eine ganze TV-Übertragungsinfrastruktur Platz? «Es gab im Vorfeld ein paar Knacknüsse zu lösen», räumt Peter Baer ein. Vor eineinhalb Jahren sei mit den ersten Planungen begonnen worden. «Der Brünig-Schwinget war bei SRF schon länger ein Thema, doch erst nach dem Umbau der Arena 2013 wurde eine Live-Sendung konkreter.»

Zunächst musste aber die Kapazität für eine schnelle Datenübertragung sichergestellt werden. Ein Glasfaserkabel wurde eingezogen. «Ohne dieses wären wir aufgeschmissen», sagt Heini Buchegger ganz klar. Anderswo an Schwingfesten können die Techniker den Strom ab Steckdose nehmen. «Hier oben agieren wir mit einem Stromaggregat. Für den Notfall steht ein Ersatzaggregat bereit.» Total zwei Tonnen Material hat die Crew auf den 1000 Meter hohen Pass geschleppt. Die Übertragungs- und Materialwagen beanspruchen die ohnehin spärlich vorhandenen Parkplätze.

Spannender als ein Fussballspiel

Die bescheidenen Platzverhältnisse bekommen auch die Moderatoren zu spüren. Das Expertenstudio ist in eine Ecke auf dem TV-Podest gedrückt. Und für Kurzinterviews vor und nach den Gängen hat es neben den vier Ringen zu wenig Platz. «Wir haben von den Organisatoren einen kleinen Raum im Garderobengebäude erhalten», so Peter Baer. Der Zusatzaufwand schreckt den Produktionsleiter aber nicht ab. «Das macht die Aufgabe spannender.» Die Herausforderung sei grösser, «als wenn ich im St.-Jakob-Park Basel eine Standardproduktion über ein Fussballspiel liefern muss und weiss, dass praktisch per Knopfdruck alles von alleine läuft».

Der Aufwand ist zu gross

Sofern das Wetter mitspielt und keine Verschiebung notwendig wird, werden heute zehn verschieden postierte Kameras Livebilder vom Brünig-Schwinget in die Stuben übertragen. Gerade eingefleischte Fans, denen der Eintritt vergönnt bleibt, dürften kribbelig darauf sein. Für den Brünig-Schwinget ein Ticket zu ergattern, ist nämlich fast so schwierig wie ein Sechser im Lotto. Häufig werden die Billette unter der Hand weitervererbt. Klein ist aber ebenso die Chance, dass SRF auch in den nächsten Jahren live vom Brünig senden wird.

In der Regel wird ein Fest pro Jahr gezeigt, Priorität geniessen das Eidgenössische, das Unspunnen und das Kilchberger. «Dazwischen versuchen wir jeweils ein Fest von grosser Bedeutung zu übertragen», hält Caroline Kalberer, Mediensprecherin von SRF Sport, fest. Dabei wolle man alle Regionen berücksichtigen. Die Einschaltquoten hätten sich zwar positiv entwickelt, «doch ein Ausbau der Live-Berichterstattung von Schwingfesten ist wegen des grossen Aufwands im Moment kein Thema».

Der Brünig-Schwinget wird heute Sonntag ab 7.50 Uhr live auf SRF 2 übertragen.

Oliver Mattmann

«Es ist gerade auf dem Brünig speziell, wie hautnah die Zuschauer am Geschehen sind», sagt Peter Baer, TV-Produktionsleiter (Bild: Roger Gruetter / Neue OZ)

«Es ist gerade auf dem Brünig speziell, wie hautnah die Zuschauer am Geschehen sind», sagt Peter Baer, TV-Produktionsleiter (Bild: Roger Gruetter / Neue OZ)

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