Die Brunnibahn fährt nur halb voll, Spital Obwalden schränkt Besuchszeiten ein

Ab sofort lassen die Brunni-Bahnen nur noch halb so viele Gäste in eine Gondel – dafür fahren sie fleissiger. Auch das Kantonsspital Obwalden trifft Vorkehrungen wegen des Corona-Virus.

Matthias Piazza
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Skifahrer auf dem Brunni in Engelberg.

Skifahrer auf dem Brunni in Engelberg.

Bild: PD

In die Kabine der Luftseilbahn von Engelberg auf das Ristis werden nur noch höchstens 30 Leute reingelassen, obwohl es Platz für 65 Personen hätte. «Damit wollen wir eine allfällige Übertragung des Corona-Virus verhindern und unseren Gästen auch ein sicheres Gefühl geben, wenn sie nicht so nah aufeinander sind», begründet Thomas Küng, Geschäftsführer der Brunni-Bahnen, die Massnahme. Um das Passagiervolumen trotzdem zu bewältigen, fährt die Seilbahn im 10-Minuten-Takt – doppelt so oft wie sonst. Zudem werden sämtliche Handläufe und Toilettenanlagen mehrmals täglich desinfiziert. Und in allen Gäste-Toiletten stehen Desinfektionsmittel-Spender zur Verfügung. Dies entspreche auch einem Bedürfnis der Gäste.

Das Kantonsspital Obwalden in Sarnen.

Das Kantonsspital Obwalden in Sarnen.

Bild: Corinne Glanzmann

Massnahmen trifft auch das Kantonsspital Obwalden. Der Pandemie-Führungsstab des Spitals beschränkt die Besuchszeiten. «Die Besucher werden angehalten, ihre Angehörigen nur noch nachmittags zwischen 14 und 17 Uhr zu besuchen», heisst es in einer Mitteilung. Über allfällige weitere Einschränkungen werde situativ entscheiden. Zudem appellieren die Ärzte an die Vernunft der Bevölkerung: «Wer Erkältungs- oder Grippeanzeichen hat, kürzlich aus Norditalien oder anderen Orten mit bekannten Corona-Fällen zurückgekommen ist oder Kontakt mit betroffenen Personen hatte, soll auf Spitalbesuche verzichten.» Das Kantonsspital Obwalden hat zudem seine Veranstaltungen abgesagt – vorderhand bis Ende März. «Dies betrifft vor allem die Publikumsvorträge, die monatlich stattfinden.»

Die Stimmung habe unter dem Corona-Virus nicht spürbar gelitten. Den momentanen Gästerückgang führt er denn auch nicht auf das Virus, sondern auf das wechselhafte Wetter zurück. Es gebe keinen Grund, auf einen Skiausflug zu verzichten. «Gemäss Experten reduzieren frische Luft und Sonnenlicht die Ansteckungsgefahr durch Viren», so Thomas Küng. Ähnliche Massnahmen ergriffen die Klewenbahnen. Sie transportieren seit vergangener Woche nur noch höchstens 50 statt 70 Personen in der Kabine von Beckenried auf die Klewenalp. Zudem wird häufiger gereinigt und den Gästen stehen Desinfektionsspender zur Verfügung, wie es auf Anfrage heisst.

Die Titlisbahnen haben Massnahmen geprüft. «Doch es mussten noch keine ergriffen werden», sagt dazu Marketingleiter Peter Reinle. «Das Gästeaufkommen hält sich zurzeit in Grenzen, ob es wegen des Corona-Virus ist oder wegen der Nebensaison, ist schwer zu sagen.» Die Kabine der Titlis-Rotair sei darum gar nicht sehr voll. «Aber wir nehmen das Virus sehr ernst.»

Spitalbesuch nur noch nachmittags

Auch das Kantonsspital Obwalden reagierte. Patienten dürfen nur noch zwischen 14 und 17 Uhr besucht werden (statt 10 bis 20 Uhr). Weitere Einschränkungen würden der jeweiligen Situation angepasst, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Zudem appellieren die Ärzte an die Vernunft der Bevölkerung: Wer Erkältungs- oder Grippeanzeichen hat, kürzlich aus Norditalien oder anderen Orten mit bekannten Corona-Fällen zurückgekommen ist oder Kontakt mit betroffenen Personen hatte, soll auf Spitalbesuche verzichten. «Unsere Patienten sind besonders gefährdet und sollen dem Risiko eines Infekts möglichst nicht ausgesetzt werden», sagt Spitaldirektor Andreas Gattiker dazu. Das schweizweite Phänomen des Diebstahls von Desinfektionsmitteln macht auch vor dem Obwaldner Kantonsspital nicht Halt. Darum werden die öffentlich zugänglichen Desinfektionsmittel speziell geschützt.

Bis mindestens Ende März sind zudem im Spital die monatlich stattfindenden Publikumsvorträge und weitere Veranstaltungen abgesagt.

Kantonsspital Nidwalden handelt situativ

Im Kantonsspital Nidwalden dürfen die Patienten nach wie vor zwischen 10 und 20 Uhr Besuch empfangen. «Wir verzichten vorderhand auf flächendeckende Einschränkungen, entscheiden stattdessen situativ und je nach aktuellen Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit und des Kantons», sagt Spitaldirektor Urs Baumberger. Es wäre im Moment unverhältnismässig, etwa einem ansonsten gesunden 25-jährigen Patienten mit einem Beinbruch den Besuch einzuschränken. «Anders kann die Situation bei einem älteren Patienten sein, da er zur Risikogruppe gehört.» Auch im Nidwaldner Spital sind die meisten Veranstaltungen abgesagt.