Buchhalter vertuschte seine Machenschaften

10,4 Millionen Franken hat ein Ex-Buchhalter der Titlis-Bahnen veruntreut. Nun wird er vor Gericht zur Rechenschaft gezogen.

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Die Titlis-Rotair AG (Bild: Archiv / Neue LZ)

Die Titlis-Rotair AG (Bild: Archiv / Neue LZ)

Für seine unrechtmäässigen Transaktionen als damaliger Buchhalter der Titlis-Bahnen soll der heute 37-Jährige für längere Zeit hinter schwedische Gardinen. Die Staatsanwaltschaft fordert in ihrer Anklageschrift vier Jahre unbedingt, das heisst, er müsste die Strafe auf jeden Fall verbüssen. Die Verhandlung vor dem Kantonsgericht ist auf Februar 2013 angesetzt.

Der Veruntreuungsfall war im Juni 2010 publik geworden und warf ein schlechtes Licht auf die Engelberger Bahnunternehmung. In der Folge sah sich auch der frühere Geschäftsführer Albert Wyler mit einer möglichen Verantwortlichkeitsklage konfrontiert. Zudem reichten die Titlis-Bahnen ihrerseits eine Zivilklage gegen die Obwaldner Kantonalbank ein (siehe Kasten).

Investitionen in Luft aufgelöst

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, fand der Mitarbeiter, der für den Posten des Finanzchefs vorgesehen war, immer wieder ein Mittel, um seine Machenschaften zu vertuschen. Als die Unregelmässigkeiten aufflogen, hatte er bereits 10,4 Millionen Franken in den Sand gesetzt, indem er diese in mehreren Tranchen an angebliche Investmentgesellschaften im asiatischen Raum überwiesen hatte. Eine Gewinnausschüttung ist nie erfolgt.

Zivilklage hängig

Parallel zum mutmasslichen Vergehen des früheren Kadermitarbeiters beschäftigt sich die Justiz in Zusammenhang mit diesem Fall mit einem weiteren Verfahren. Die Titlis-Bahnen hatten gegen die Obwaldner Kantonalbank Zivilklage eingereicht, weil der Verwaltungsrat davon ausgeht, dass sie als ausführendes Organ der Transaktionen eine Mitschuld trägt. Der Vorwurf: Es sei bei der OKB gegen Richtlinien und Vorschriften verstossen worden. Im nächsten Monat traben die beiden Parteien bei der Schlichtungsbehörde an.

Oliver Mattmann

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