BUOCHS: Theater voller Farben und Emotionen

Das Theater setzt einen Meilenstein mehr in seiner Geschichte. «Gekauftes Glück» als Bühnenuraufführung ist aufwendig und eindrücklich.

Drucken
Teilen
Vor der Kamera der Frauenhändler kommen sich der Windleter (mit Hut) und seine thailändische Frau näher. (Bild Romano Cuonz)

Vor der Kamera der Frauenhändler kommen sich der Windleter (mit Hut) und seine thailändische Frau näher. (Bild Romano Cuonz)

Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
28 Bilder
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Gekauftes Glück: Gespielt vom Buochser Theater. Die Uraufführung fand am letzten Samstag statt. (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))

Das Buochser Theater spielt «Gekauftes Glück» (Bild: PD/Tan-Bao Pham/Sandra Scheuber)

Hinweis

«Gekauftes Glück – Uraufführung des Theaters Buochs nach dem Film von Urs Odermatt. Bühnenfassung: Barbara Schüssler. Bis zum 6. März sind 21 Aufführungen geplant. Vorverkauf unter Tel. 041 620 57 64. Mehr Infos unter www.theater-buochs.ch

Wenn – inklusive Theaterhund Milou – gleich 39 Spielerinnen und Spieler auf den Buochser Brettern und rund 80 weitere hinter und neben der Bühne agieren, dann muss im renommierten Laientheater wohl wieder einmal ein Grossereignis bevorstehen. Tatsächlich! Als der Vorstand vom Filmemacher Urs Odermatt die Rechte für eine Bühnenfassung des aufsehenerregenden Kinoerfolgs «Gekauftes Glück» (1988) erwarb, ging er zuerst einmal ein Wagnis ein. Beruhigend dürften da zwei Tatsachen gewirkt haben: Mit Eva Mann sagte eine ebenso gewiefte wie einfühlsame junge Regisseurin zu. Und dann gewann man mit Barbara Schüssler, Alois Gander und Franz Troxler kreative Leute, die im Stande waren, aus einer bekannten Leinwandstory eine eigene und selbst für Kenner des Films attraktive Bühnenfassung zu kreieren. Die Uraufführung am Samstag war denn auch ein durchbrechender Publikumserfolg: Selbst Filmregisseur Urs Odermatt folgte der dramatischen Bühnenhandlung gespannt. Sein Beifall muss vielen Beteiligten ein besonderer Lohn gewesen sein.

Ein düsteres Stück Dorfgeschichte

Das Drama beginnt mit einer Beerdigung. Bauer Windleter (von Christian Niederberger feinfühlig, glaubhaft und konsequent gespielt) findet sich nach dem Tod seiner Mutter auf dem Bergheimet nicht mehr zurecht. Er hätte zu gerne eine junge Frau an seiner Seite. Doch alle Versuche des Schwerenöters schlagen fehl. Gerade dies wird in der Theaterfassung sehr schön gezeigt. Der entmutigte Mann entschliesst sich, bei dubiosen Mädchenhändlern (Elmar Stein und Philemon Marty mit altem Motorrad) für 5000 Franken eine Frau aus Thailand zu kaufen. Auf dem Flughafen gibt man sich das Jawort. Zwischen Windleter und Arunotai (die Besetzung dieser Rolle durch die fast ohne Worte alles sagende Sirikanya Henning ist ein absoluter Glücksfall) entsteht eine anrührende, aber doch auch amüsante Liebesgeschichte.

Dorfbewohner voller Vorurteile verhindern das Glück. Frauen, allen voran Vreneli (eine resolute Yvonne Grüter), reagieren eifersüchtig. Männer verbergen ihre geilen Absichten kaum. Skrupellos und lüstern geht Gemeindeschreiber Businger (von Kuno Scheuber diabolisch gemimt) zur Sache. Im Film sorgte er gar dafür, dass der Windleter auch am Ende der Geschichte wieder an einem Grab steht. Dies wissen die Buochser zu verhindern. Klug und ohne kitschig zu werden, ersparen sie dem Publikum unnötig viele Tränen.

In allen Details gute Inszenierung

Das Stück, das Fremdenhass und Sexismus in einer Dorfgemeinschaft thematisiert, ist heute aktuell wie damals. Eva Mann mit minutiös genauer Regiearbeit und ihr Team setzen die alte, neue Geschichte auf allen Ebenen eindrücklich und aufwendig um. Elionora Amstutz und Kobi Barmettler entwarfen und bauten dazu eine landtheaterhaft realistische und technisch raffinierte Bühne. Nicht zuletzt dank der vielen Kinder mit Liedern und Versen geraten bunte Dorf- und Beizenszenen zu Höhepunkten.

Betroffen machen emotionsgeladene Dialoge. Athalija Würsch, das clevere Flittchen, Fredy Bernasconi, der weltoffene Wirt, Sandra Betschart als Tessinerin oder Paul Bucher als Pfarrer, der seinen Schäfchen Heulen und Zähneknirschen androht, verleihen völlig verschiedenen Charakteren Ausdruck. Publikumsliebling im Film und im Theater ist das Original Fadenkari. Ruedi Achermann mimt ihn prägnant. Seine kommentierenden Verse sind rhythmisch und sprachlich gekonnt. Der kaum endende Applaus des Publikums galt aber auch den Kostüm- und Maskenbildnerinnen, den Musikern und Beleuchtern. Gemeinsam schreiben sie ein weiteres rühmliches Kapitel Buochser Theatergeschichte. Da sind Zusatzaufführungen unumgänglich. Das wusste man bereits an der Premiere.

Romano Cuonz