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Burditrägermeisterschaft in Melchtal: «Auf die Schultern, fertig, los!»

Von Freitag bis Sonntag stand das Sportcamp Melchtal ganz im Zeichen des Heus. Zum 25. Mal traten die Teilnehmer zur Burditrägermeisterschaft an.
Lea Kathriner
Auch der Vorstand der Landjugend Sarneraatal kämpft um Minuten: Jan Röthlin und Ivan Bucher in Action. (Bild: Lea Kathriner, Melchtal, 3. Juni 2018)

Auch der Vorstand der Landjugend Sarneraatal kämpft um Minuten: Jan Röthlin und Ivan Bucher in Action. (Bild: Lea Kathriner, Melchtal, 3. Juni 2018)

250 Schweinssteaks, 400 Bratwürste, 120 kg Pommes-Frites, 60 kg Chicken Nuggets; 44 Burditräger und 20 Burditrägerinnen mit Parcours-Bestzeiten von unter einer Minute – die 25. Ausgabe der Burditrägermeisterschaft war nicht nur in Zahlen ein Erfolg, auch das Wetter spielte über die drei Tage top mit. Am Freitag, dem Jubiläumsabend, feierten 200 Ehemalige und Aktive das 25. Bestehen des Anlasses. Am Samstagabend kamen an die 1500 Besucher an den traditionellen Wildhäiwerball, wo bei Speis, Trank und Musik Kameradschaften gepflegt wurden. Der Sonntag zog viele Familien an, stand doch am Morgen das Kinder-Plauschburditragen auf dem Programm. Am Nachmittag fand der sportliche Höhepunkt statt: die Obwaldner Burditrägermeisterschaft.

Heimtückischer Parcours

Entstanden ist die Burditrägermeisterschaft aus einer kreativen Not: der Fasnachts-Maskenball der Landjugend anno dazumal lief nicht mehr wie gewünscht und man war auf der Suche nach «etwas neuem Rechten», wie Initiator Beat Ming aus Lungern erklärt. So wird das Burditragen in Obwalden auch 25 Jahre später noch immer zelebriert; eine lebendige Tradition, davon zeugen auch die vielen hiesigen Transportseilbahnen.

An der Burditrägermeisterschaft geht es darum, die Burdi in möglichst kurzer Zeit durch einen vorgegebenen Hindernisparcours ans Ziel zu bringen. Gestartet wird in Zweierteams. Kaum die Burdi aufgeladen, geht es durch eine zu öffnende Zaun-Lücke, über einen Wassergraben, Holzrugel, im Slalom vorbei an drei Tannen. Dann muss die Burdi am Seil befestigt und zirka 30 Meter weiter unten vom Seil auf einen Schlitten geladen werden. Der zweite Läufer kommt nun zum Zug, die Burdi wird umgeladen und über eine liegende Leiter den Hügel hoch transportiert. Breitbeinig rennt der Burditräger nun über zwei Latten am Boden, nimmt zwei Hürden und kommt über die Wippe ins Ziel. Das Gewicht der Burdi (45 kg für die Männer und 25 kg für die Frauen) ist nicht zu unterschätzen. So gab es fürs zahlreiche Publikum viel Spannendes und Amüsantes, passend kommentiert von OK-Präsident Roman Lötscher und Bauchef Lukas Durrer: Purzelbäume und Pirouetten, Kniefälle («Allrad eingeschaltet»), verlorene und im Wassergraben badende Burdis, unfreiwilliges Wegspicken auf der Wippe und sogar musikalische Einlagen seitens der Burditräger.

Der Spass steht im Vordergrund

«Es geht ums Mitmachen, nicht ums Gewinnen», war immer wieder zu hören. So spielt an dieser Meisterschaft die Vorbereitung eine kleine Rolle, es gab sogar Kurzentschlossene, welche spontan an den Start gingen. Oder aber man wird angemeldet und kommt seither immer wieder, wie im Falle von Burditräger Peter Rohrer aus Flüeli-Ranft. Eine weitere Teilnehmerin erklärt: «Ich habe mir im Vornherein nicht überlegt, wie viele Kilos die Burdi wiegt. So habe ich sie vor dem Start einmal hoch gehoben, um ein Gefühl dafür zu bekommen.» Andere sind schon zum 17. Mal dabei und wissen somit genau, was auf sie zukommt: Andreas Kempf und Sepp Wyrsch aus Bürglen UR haben schon als Knaben auf dem Familienbetrieb Burdis getragen und schätzen heute vor allem den Festcharakter des Anlasses.

Doch die Rangliste hat ihren Platz an dieser Meisterschaft und so fallen auch viele sportliche Teams auf: Bei den Frauen meistern die beiden Schwestern Monika und Doris von Rotz aus Kerns den Parcours am schnellsten, bei den Männern gewinnen Matthias Pfäffli und Martin Seiler aus Grindelwald/Lüschental. Und fragt man einige der 170 Helfer nach ihrer Motivation, so heisst es einstimmig: «Kameradschaft, Tradition, Heimat». Auch das Organisationskomitee ist zufrieden: Es hat «scheen Liit» und die Stimmung ist friedlich und gemütlich. Und so lassen die Festbesucher das Wochenende zu Ländlermusik ausklingen.

Rangliste Männer.pdf

Rangliste Frauen.pdf

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