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Colanis Rotair-Pläne waren futuristisch, aber zu schwer

Die drehende Seilbahn ist heute Aushängeschild des Titlis. Die Baupläne fussen auf Ideen des kürzlich verstorbenen Designers Luigi Colani.
Beat Christen
So hätte die Rotair gemäss Luigi Colani ausgesehen. (Bild: Beat Christen)

So hätte die Rotair gemäss Luigi Colani ausgesehen. (Bild: Beat Christen)

Natürlich war die Luftseilbahnkabine rund. Eckige Teile sucht man auch heute noch vergebens an den Designentwürfen für die Rotair, die drehbare Luftseilbahn, welche auf den Titlis führt. So wie der am Montag verstorbene, bekannte Designer Luigi Colani (Bild) aerodynamische Fahrzeuge für alle grossen italienischen Automarken entwarf, sahen auch seine Entwürfe für die Rotair aus.

1990 war es, als sich der damals 62-Jährige mit dem Bau der ersten drehbaren Luftseilbahn der Welt befasste. Eingeladen wurde der deutschstämmige Designer mit dem unverkennbaren Schnauz von der Bauherrschaft. Die futuristisch anmutenden Designstudien für die Drehkabinen verfügten über unbestrittene Vorteile in Sachen Aerodynamik.

Bahn-Pläne: Unsicherheiten wegen Schnee und Eis

Dass Colanis Vorschläge dann doch nicht zum Zuge kamen, lag einzig und alleine an der Praxistauglichkeit seiner Vorschläge. Die vom Designer vorgesehenen Verschalungen waren zu schwer und hätten das Gesamtgewicht zu stark erhöht. «Ebenfalls könnten bei den gemachten Vorschlägen die betrieblichen Ungewissheiten bei extremen Wettersituationen wie Schnee und Eis nicht abschliessend geklärt werden», steht in der Festschrift, welche zur Eröffnung der Rotair vom 20. Dezember 1992 erschienen ist.

Doch ganz so abwegig waren die Vorschläge von Luigi Colani nicht. Die zweite Generation der Rotair weist gewisse Ansätze seiner Studien auf – zwar nicht in der vom Designer damals vorgeschlagenen Konsequenz, aber immerhin verfügen die heute zwischen Stand und Klein Titlis verkehrenden Kabinen über deutlich mehr Rundungen als noch die Ur-Rotair.

Mehr als ein Hirngespinst

Auch ohne den Star-Designer aus Deutschland, dessen Vater Schweizer und Mutter Polin war, wurde die erste sich drehbare Luftseilbahnkabine zu einem durchschlagenden Erfolg. Auch wenn die Idee des damaligen Titlis-Bahn-Direktors Eugenio Rüegger als Hirngespinst und Träumerei abgetan wurde, zahlte sich dessen Beharrlichkeit aus.

Denn die beiden bei der CWA Constructions SA aus Olten angehenden Maschinen-Techniker Rolf Graber und Guido Cadalbert liessen sich von den kreisrunden Seilbahnplänen aus Engelberg anstecken. Ihre Diplomarbeit zum Thema Rotair wurde an der Zentralschweizerischen Technischen Fachschule (Teko) mit nicht weniger als der Gesamtnote 6 bewertet. Und als im März 1989 das Bundesamt für Verkehr das Bauvorhaben der Titlis-Bahnen als grundsätzlich bewilligungsfähig taxierte, war auch der Weg frei für die Studien von Luigi Colani.

Und wer weiss, vielleicht wird die Umsetzung einer der Colani-Studien irgendwann mal Tatsache. Das damalige Argument, die Studien seien aus Gewichtsgründen nicht umsetzbar, wurde alleine seit dem Vorlegen der Studien in den vergangenen Jahren mit der ganzen Entwicklung im Materialsektor stark entkräftet.

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