Corona kippt die Programme der Seniorenvereine in Ob- und Nidwalden

Das Corona-Virus fordert zum Umdenken. Seniorenvereine stellen sich auf die Situation ein. 

Marion Wannemacher
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Pro-Senectute-Anlässe wie diese Line Dance-Gruppe in Stans können nun nicht mehr stattfinden.

Pro-Senectute-Anlässe wie diese Line Dance-Gruppe in Stans können nun nicht mehr stattfinden. 

Bild: Marion Wannemacher (21. November 2019)

Die Ratschläge des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zur Corona-Pandemie lauten besonders für die Risikogruppen, möglichst daheim zu bleiben. Das bringt vor allem ältere Menschen an ihre Grenzen. Auch Vereine, deren Zielgruppe Senioren sind, müssen sich auf die Situation einstellen. Brigitta Stocker, Geschäftsleiterin von Pro Senectute Nidwalden, berichtet, dass verschiedene Massnahmen getroffen wurden. Am Samstag hat Pro Senectute Nidwalden sämtliche Kurse, Veranstaltungen, Treffen, Mittagstische und Sportaktivitäten bis 26. April abgesagt. Weiterhin verfügbar sind der telefonische Treuhanddienst, der Steuererklärungsdienst und die Telefonketten.

«Klar ist, dass der Mahlzeitendienst hochgefahren wird», berichtet die Geschäftsleiterin eine weitere Entscheidung. «Wir haben dies mit dem Kantonsspital in Stans abgesprochen, das uns signalisiert hat, es gebe keine Schwierigkeiten, zusätzliche Mahlzeiten bereitzustellen.» Wie viel Bedarf über die jährlich ausgelieferten 6000 Mahlzeiten hinaus bestehen wird, kann Brigitta Stocker noch nicht abschätzen. Über die zweimal wöchentlich ausgelieferten Mahlzeiten hinaus sind unter dem Label Casa Gusto auch tiefgekühlte Mahlzeiten bei Pro Senectute zu beziehen. Diese werden per Post ausgeliefert. Die Sozialberatung bei Pro Senectute Nidwalden wird per Telefon aufrechterhalten. Die Besuche von Sozialarbeitenden daheim werden dagegen nur noch im Notfall wahrgenommen.

Freiwillige Helfer müssen ihr Risiko selber abschätzen

Wenn gerade ältere Personen vermehrt daheimbleiben, ist voraussichtlich Nachbarschaftshilfe gefragt, wie sie die Plattform Drehscheibe von Pro Senectute Nidwalden bietet. Brigitta Stocker sagt: «Unsere Freiwilligen gehören selber zur Risikogruppe. Wir raten ihnen deshalb, sich an die Vorschriften des BAG zu halten und Einsätze zu unterlassen, wenn sie Bedenken haben.» Bislang würden noch nicht mehr Angebote nachgefragt. Die Geschäftsleiterin kann sich aber vorstellen, dass künftig vermehrt Einkaufshilfen gefragt seien.

Und wie sieht die Situation in Obwalden aus? Bis Freitag musste laut Daniel Diem, Geschäftsleiter von Pro Senectute Obwalden, rund ein Drittel aller Kurse abgesagt werden. Mit der Verordnung des BAG vom Freitag hat sich dies erneut geändert: «Wir haben nun sämtliche Kurse, Treffen und Veranstaltungen bis 26. April abgesagt», sagt Diem. Auch Pro Senectute Obwalden befinde sich mit dem Kantonsspital Obwalden in Abklärung, ob zusätzliche Mahlzeiten bereitgestellt werden könnten. In Obwalden liefert Pro Senectute pro Jahr 7700 Mahlzeiten aus.

«Bisher waren die Obwaldner positiv und mit gesundem Menschenverstand unterwegs», konstatiert Daniel Diem. Die eigenen Mitarbeiter seien auf Home-Office vorbereitet. Die Sozialberatung sei weiter verfügbar. «Sobald sich die Lage entspannt, werden wir schauen, dass wir den Seniorinnen und Senioren möglichst rasch wieder Angebote bieten können», kündigt er an.

Bei Kiss bisher noch keine zusätzlichen Anfragen

Pia Halter, die Präsidentin der Genossenschaft für Zeitgutschriften Kiss, sagt in Bezug auf die Einsätze: «Von unseren freiwilligen Genossenschaftern gehören die meisten zur Risikogruppe der über 65-Jährigen. Daher muss jede Person selber entscheiden, was sie noch anbieten will. Wir als Genossenschaft können keine Verantwortung übernehmen, wir appellieren an die Eigenverantwortung.»

Auch in Obwalden gebe es bislang noch keine vermehrten Anfragen für Einsätze. «Wenn wir von den Gemeinden oder vom Kanton Anfragen bekämen, würden wir sicher Unterstützung anbieten, im Rahmen der bereits genannten Freiwilligkeit und Eigenverantwortlichkeit», meint die Präsidentin.