Corona

Mittel aus dem Obwaldner Hilfsfonds für Härtefälle sind ausgeschöpft

Die Sarnerin Eva Maria Bucher-Haefner hat im April 2020 5 Millionen Franken für einen Hilfsfonds für Härtefälle zur Verfügung gestellt. Mehr als 450 Einzelpersonen, Kleinunternehmen oder Vereine profitierten davon. Nun können keine weiteren Gesuche mehr berücksichtigt werden.

Florian Arnold und Florian Pfister
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Amag-Erbin Eva-Maria Bucher-Haefner spendete vergangenen Frühling 5 Millionen Franken in einen Hilfsfonds.

Amag-Erbin Eva-Maria Bucher-Haefner spendete vergangenen Frühling 5 Millionen Franken in einen Hilfsfonds.

Bild: Pius Amrein (Küsnacht ZH,
2. Juli 2020)

Die Sarnerin Eva Maria Bucher-Haefner hat im April 2020 5 Millionen Franken für einen Hilfsfonds für Härtefälle zur Verfügung gestellt. Mehr als 450 Einzelpersonen, Kleinunternehmen oder Vereine profitierten davon. Nun können keine weiteren Gesuche mehr berücksichtigt werden.

Die meisten Gesuche wurden in den ersten Wochen nach Eröffnung des Hilfsfonds im April 2020 eingereicht. Das eingesetzte Gremium unter dem Vorsitz von alt Regierungsrat Franz Enderli hat die Gesuche speditiv bearbeitet. Bis Ende September 2020 wurden rund 400 Unterstützungsgesuche genehmigt und rund 4 Millionen Franken ausbezahlt. Nach einem Rückgang der Gesuche wurden die Aktivitäten des Obwaldner Hilfsfonds für Härtefälle und die Behandlung neuer Anträge von Oktober bis Anfang Dezember vorübergehend ausgesetzt. Seither sind über 100 weitere Gesuche eingegangen.

«Eine wahnsinnige Zahl und eine grossartige Leistung»

Die Fondsmittel sind nun ausgeschöpft. «Die Gesuche der letzten Wochen zeigen, dass die Gastro- und Eventbranche wirklich sehr stark betroffen ist», stellt Franz Enderli fest. «Ab sofort können wir keine neuen Gesuche mehr entgegennehmen, weil die finanziellen Mittel des Fonds nach Bearbeitung der noch pendenten Anträge aufgebraucht sind.»

Für Franz Enderli war der Hilfsfonds eine absolute Notwendigkeit, wie er auf Anfrage mitteilt. «Es war ein grosses Ereignis, dass wir in Obwalden fünf Millionen Franken unter die Leute bringen konnten. Das ist eine wahnsinnige Zahl und eine grossartige Leistung von Eva-Maria Bucher-Haefner.»

Das Gremium hat bis zum jetzigen Zeitpunkt rund 580 Anträge bearbeitet. Rund 80 Prozent davon hat es genehmigt. Die restlichen Gesuche hätten nichts mit Corona zu tun gehabt oder seien nicht als Härtefälle beurteilt worden, sagt Enderli. «Wegen einer grossen Zahnarztrechnung konnten wir kein Geld ausschütten.» Einige dieser Gesuche hat das Gremium jedoch an die Winterhilfe weitergeleitet.

Ein positives Zeichen in dieser Zeit

Das Geld sei jeweils innerhalb von zehn Tagen ausbezahlt worden. «Ich bin mir sicher, dass das Geld ganz im Sinne der Schenkerin an die Leute herangetragen wurde», sagt Enderli weiter. Durch die zahlreichen Rückmeldungen und Dankkarten an Eva-Maria Bucher-Haefner nimmt er die grosse Dankbarkeit der Bevölkerung wahr. «Das ist beeindruckend.»

Für den Obwaldner Regierungsrat Christoph Amstad war diese Möglichkeit der raschen und unbürokratischen Unterstützung der Obwaldner Bevölkerung ein positives Zeichen in dieser anspruchsvollen Zeit:

«Wir danken Eva Maria Bucher-Haefner, dass sie diese schnelle Hilfestellung
mit ihrer Schenkung ermöglicht hat.»

Kantonsrat berät über Rahmenkredit

Nach Auszahlung der letzten Unterstützungsbeiträge und Abschluss aller Arbeiten wird der Regierungsrat den Fonds auflösen. Bei dieser Gelegenheit wird er im Sinne eines Fazits in anonymisierter Form informieren, wie die Beiträge aus dem Obwaldner Hilfsfonds für Härtefälle verteilt worden sind. Inzwischen hat der Bund im Covid-19-Gesetz eine Bestimmung für Härtefallmassnahmen für Unternehmen geschaffen. Gestützt darauf, wird der Kantonsrat an seiner Sitzung vom 28. Januar über einen Rahmenkredit von 7 Millionen Franken zu Gunsten von Obwaldner Unternehmen beraten, die von der Coronapandemie besonders betroffen sind. Ende Januar 2021 soll der Start der Gesuchseinreichung erfolgen.