Corona

Obwalden macht die Restaurants ab Weihnachten dicht – und kein Sonntagsverkauf für die Läden

Fertig mit der Ausnahme in Obwalden: Ab dem 25. Dezember müssen Restaurants schliessen. Der Sonntagsverkauf für Einkaufsläden wird auch verboten.

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(jwe) Der Obwaldner Regierungsrat hat entschieden, die Ausnahmebewilligungen bezüglich der Öffnungszeiten von Restaurants und Einkaufsläden per 25. Dezember aufzuheben. Die Restaurants müssen komplett schliessen, den Läden ist der Sonntagsverkauf untersagt. In der Mitteilung lautet die Begründung: «Wegen der starken Belastung der Zentralschweizer Spitäler und des Gesundheitspersonals sind die Voraussetzungen für die Ausnahmebewilligungen nicht mehr gegeben.»

Man habe die epidemiologische Lage im Kanton neu beurteilt. Dieser Entscheid solle den Betreibern der betroffenen Betriebe eine gewisse Planungssicherheit geben. Gesundheitsdirektorin Maya Büchi-Kaiser erklärt: «Der Regierungsrat schätzt die Anstrengungen all der Unternehmen, die in den vergangenen Wochen und Monaten gute Schutzkonzepte erstellt und eingehalten haben. Der Regierungsrat bedauert, dass nun viele Betriebe trotzdem schliessen müssen.»

Mit seinem Entscheid verfolgt der Regierungsrat das Ziel, die Zahl der Ansteckungen und die Belastung der Gesundheitsversorgung möglichst rasch zu senken. Maya Büchi-Kaiser blickt auch schon in die Zukunft und sagt: «Damit können die Voraussetzungen für die erneute Anwendung der Ausnahmebestimmungen geschaffen werden. Wir wollen möglichst rasch wieder mehr Freiheiten für die Bürger und die Geschäftsaktivitäten der Unternehmen ermöglichen.»

Kapazitäten sind erschöpft

Die Fallzahlen und der für die Beurteilung massgebende Reproduktionswert seien im Kanton Obwalden im Vergleich mit den anderen Kantonen zwar weiter tief. «Jedoch sind die Kapazitäten in den Einrichtungen der stationären Gesundheitsversorgung im Kanton sowie in den weiteren Gesundheitseinrichtungen in der Region, auf welche die Obwaldner Bevölkerung für die Gewährleistung der Grundversorgung angewiesen ist, erschöpft.»

Aufgrund der nicht mehr gänzlich gewährleisteten Kapazitäten im Gesundheitsbereich erfülle der Kanton Obwalden die vom Bund vorgegebenen Voraussetzungen für Ausnahmeregelungen nicht mehr. «Mit der Aufhebung der Ausnahmebewilligungen wollen wir eine weitere Belastung des Gesundheitswesens verhindern. Die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung hat Vorrang», sagt Maya Büchi-Kaiser.

Stark ausgelastet sei insbesondere das Luzerner Kantonsspital, das als Zentrumsspital für die ganze Region von grosser Wichtigkeit ist. Die Auslastung der Intensivpflegestation beträgt dort gemäss Mitteilung aktuell 95 Prozent.

Der Wink nach Bern

Die Obwaldner Regierung nimmt in der Mitteilung auch die Landesregierung in die Pflicht: «Der Bund hat die schweizweite Schliessung der Restaurants sowie von Kultur-, Freizeit- und Sportbetrieben verordnet. Deshalb erwartet der Regierungsrat, dass der Bund seine Verantwortung wahrnimmt und für die volle Entschädigung des Umsatzausfalls aufkommt.»