Covid-19

Obwalden beginnt mit den Impfungen in Altersheimen

Zunächst liegt der Fokus für Impfungen auf besonders gefährdeten Personen in Pflegeheimen. Wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht, werden sich auch weitere Personengruppen impfen lassen können. Auch in Nidwalden wird derzeit noch in den Heimen geimpft.

Martin Uebelhart
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Seit Montag werden im Kanton Obwalden Covid-19-Impfungen durchgeführt. Dabei wird laut einer Mitteilung des Gesundheitsamts die Reihenfolge gemäss Vorgaben des Bundes eingehalten, wonach zuerst besonders gefährdete Personen geimpft werden. Bis Ende Woche werde eine erste Runde von Impfungen in allen Alters- und Pflegeheimen im Kanton abgeschlossen sein, anschliessend folgten weitere Heime und Einrichtungen. «Dazu gehören etwa die Klöster oder auch das Rütimattli», sagt Gesundheitsdirektorin Maya Büchi-Kaiser auf Anfrage. Dadurch erhielten gefährdete Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko als Erstes einen Impfschutz, so die Mitteilung weiter. Für diese erste Runde stehen dem Kanton Obwalden rund 500 bis 600 Impfdosen zur Verfügung, erklärt Maya Büchi. «Das reicht, um jene Personen in den Heimen und weiteren Einrichtungen zu impfen, die das möchten.» Zurzeit sei eine mobile Impf-Equipe im ganzen Kanton unterwegs.

In Sarnen entsteht ein Impfzentrum

Wie viel Impfstoff der Kanton Obwalden in den kommenden Wochen vom Bund zugeteilt erhalte, lasse sich derzeit nicht sagen, hält Maya Büchi fest. «Unser Zeitplan für die Impfungen richtet sich nach der Menge der zur Verfügung stehenden Impfdosen.» Das sei eine rollende Planung, so die Gesundheitsdirektorin.

Momentan seien die dem Kanton Obwalden zugewiesenen Kontingente nach wie vor knapp. Sobald mehr Impfstoffdosen verfügbar sind, können schrittweise weitere Personengruppen geimpft werden, so das Gesundheitsamt. «Nach den Bewohnern von Pflegeheimen, dem Gesundheitspersonal in Heimen, dem Spital und von der Spitex stehen hier zunächst über 65 Jahre alte Personen, die gefährdet sind, sowie deren Bezugspersonen im Vordergrund», erklärt Maya Büchi. Dann kämen die über 65-Jährigen ohne Vorerkrankung zum Zug und schliesslich der Rest der Bevölkerung. Mit Ausnahme von Kindern und Jugendlichen, diese würden bekanntlich nicht geimpft.

Noch im Verlauf des Januars will der Kanton Obwalden ein Impfzentrum einrichten. Das entsprechende Konzept für den Betrieb ist laut dem Gesundheitsamt bereit, und die notwendigen Vorarbeiten sind erledigt. Stehen wird es in Sarnen, wo genau gibt Maya Büchi noch nicht bekannt: «Es sind letzte Details zu klären.» Über die Inbetriebnahme und mögliche Impftermine werde informiert. Auch die Hausärzte würden ins Boot geholt. «Sie können beurteilen, welche Personen sich impfen lassen sollen, wenn sie das möchten.» Sobald ein Impfstoff zur Verfügung stehe, der weniger kompliziert sei in der Handhabung als jener von Pfizer/Biontech, seien auch Impfungen in den Hausarztpraxen denkbar.

Nidwalden impft nach wie vor in Heimen

Der Kanton Nidwalden hat kurz vor Weihnachten mit den Impfungen begonnen. Gestartet wurde in den Pflegeheimen. «Diese Impfungen sind noch nicht abgeschlossen», sagt Karen Dörr, Leiterin des Gesundheitsamts, auf Anfrage. Die noch nicht geimpften Bewohner, die damit einverstanden seien, würden in den nächsten Tagen geimpft. Risikopersonen, die nicht in einem Alters- und Pflegeheim wohnten, könnten sich bei Interesse an ihren Hausarzt wenden, so Karen Dörr weiter. Wann sie geimpft werden können, hängt von der Anzahl gelieferter Impfdosen sowie von der Anzahl weiterer Risikopersonen ab, die geimpft werden möchten. Parallel zu den Impfungen der Risikogruppen werde mit Impfungen des Gesundheitspersonals begonnen. «Das Ganze ist eine rollende Umsetzung», hält Karen Dörr fest.

Der Kanton wird zum gegebenen Zeitpunkt informieren, wann und wo sich die breite Bevölkerung impfen kann. Anfragen, welche via Helpline oder Gesundheitsamt gestellt würden, würden gesammelt und den entsprechenden Hausärzten zur Weiterbearbeitung zugestellt. Das Kontingent, welches für den Kanton Nidwalden zur Verfügung steht, sei für das Vorgehen gemäss der Impfstrategie, wonach zuerst besonders gefährdete Personen geimpft werden, derzeit ausreichend. Für Dienstag rechnet der Kanton mit der Lieferung weiterer Dosen.

Todesfall in Stanser Altersheim

Im Alters- und Pflegeheim Nägeligasse in Stans soll, wie unsere Zeitung erfahren hat, ein hochbetagter Mann nach der Covid-19-Impfung verstorben sein. Er sei vor Weihnachten geimpft worden und habe sich danach über Unwohlsein und Atemnot beklagt. Wenige Tage später sei er gestorben.
«Zwischen der Impfung und dem Tod der erwähnten Person ist kein Zusammenhang feststellbar gewesen», hält Karen Dörr, Leiterin des Gesundheitsamts, auf Anfrage fest. Gemäss ihrer Kenntnis seien die erwähnten Symptome nicht aufgetreten, vielmehr habe kurz vor dem Tod eine akute Zustandsverschlechterung eingesetzt. (mu)