Covid-19
Obwalden lanciert neue Teststrategie

Gesundheitsinstitutionen und -dienstleister können neu Schnelltests auf Kosten des Bundes durchführen. Vorsorgliche Tests an Schulen sind hingegen vorderhand nicht geplant.

Matthias Piazza
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Auf Kosten des Bundes können neu Präventivtests durchgeführt werden.

Auf Kosten des Bundes können neu Präventivtests durchgeführt werden.

Sandra Ardizzone / AGR

Obwaldner Institutionen und Organisationen, die der Behandlung, Pflege und Betreuung von besonders gefährdeten Personen dienen, können neu präventive Tests auf Kosten des Bundes durchführen, wie der Kanton am Montag in einer Medienmitteilung schreibt. Darunter fallen insbesondere Pflegeheime, sozialmedizinische Institutionen, Arzt- und Zahnarztpraxen. Weitere Unternehmen können unter bestimmten Bedingungen eine Bewilligung für das präventive Testen beantragen, müssen die Untersuchungen aber selbst organisieren. Die Bewilligungen werden durch das Gesundheitsamt unter Vorlage eines entsprechenden Antrags erteilt. Für beide Varianten gilt, dass ein positives Schnelltestergebnis durch einen PCR-Test beim Hausarzt oder im kantonalen Testzentrum bestätigt werden muss und die betreffenden Personen sich umgehend in Isolation zu begeben haben, bis das PCR-Testergebnis vorliegt. «Das präventive Testen ist grundsätzlich freiwillig, macht aber dann Sinn, wenn alle in einer Organisation mitmachen», so Patrick Csomor, Leiter des Gesundheitsamts.

Wesentliches Fundament der Pandemiekontrolle

Für Bund und Kantone sei die Identifikation von Personen, die mit dem neuen Coronavirus infiziert sind, ein wesentliches Fundament der Pandemiekontrolle, heisst es in der Mitteilung weiter. Die bisherigen Erkenntnisse aus dem Contact-Tracing liessen vermuten, dass die Dunkelziffer der asymptomatischen positiven Fälle in der Gesellschaft rund zehnmal höher sein dürfte als die bekannten Fallzahlen. Von dieser Personengruppe gehe ein hohes Übertragungsrisiko aus, ohne dass die betreffenden Personen sich dessen bewusst sein könnten. Der Bundesrat hat deshalb am 27. Januar beschlossen, neu auch die Kosten für Tests an Personen ohne Symptome unter bestimmten Voraussetzungen zu übernehmen. Er will damit besonders gefährdete Menschen besser schützen und lokale Infektionsausbrüche frühzeitig bekämpfen. Eine gezielte und repetitive Testung von symptomlosen Personen könne als Ergänzung zur bestehenden Testung symptomatischer Personen und den bekannten Schutzmassnahmen zur Pandemiebewältigung beitragen, heisst es weiter. Da der Test selbst nicht vor einer Übertragung schütze, bleibe die Einhaltung der bisherigen Schutzmassnahmen weiterhin wichtig.

Kein präventives Testen an Schulen

Zum heutigen Zeitpunkt werde bewusst auf das wiederholte, präventive Testen an Schulen verzichtet. Im Rahmen eines Ausbruchs an einer Schule könne es aber trotzdem zu einer breiteren Testung kommen. Betroffene Kinder und deren Eltern würden im Voraus von der Schule informiert.

Seit Montag können Kontaktpersonen und Reiserückkehrer aus Risiko-gebieten ihre Quarantäne verkürzen, wenn sie frühestens am 7. Tag einen negativen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test vorweisen können. Die Tests müssen selbst bezahlt werden. Das negative Testergebnis muss der Fachstelle Covid-19 zusammen mit einer Kopie einer ID oder eines Passes und der Versicherungskarte per E-Mail bestätigt werden.

Fachstelle Covid-19: covid19@ow.ch