Crowdfunding
Draussen statt drinnen: Sarnen soll eine öffentliche Fitnessanlage erhalten

Zwei Obwaldner haben ein Crowdfunding gestartet, um einen Street-Workout-Park zu initialisieren. Die Gemeinde unterstützt das Projekt.

Florian Pfister
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Sarnen soll um eine öffentliche Sportanlage erweitert werden. Zwei Obwaldner haben sich zum Ziel gesetzt, dass der Kanton über eine Street-Workout-Anlage verfügen soll. Um das Projekt realisieren zu können, haben der Sarner Vinzenz Müller und Cristian Rohrer aus Kerns den Verein Calisthenics Obwalden gegründet und ein Crowdfunding gestartet.

Vinzenz Müller (links) und Cristian Rohrer vor einer Anlage in Luzern.

Vinzenz Müller (links) und Cristian Rohrer vor einer Anlage in Luzern.

Bild: PD

Street Workout ist eine Form des Fitnesstrainings, die hauptsächlich im Freien absolviert wird und insbesondere die Kraft und die Muskelkoordination stärkt. Trainiert wird in speziell dafür eingerichteten Parks, die mit Reckstangen, Barren und weiteren Geräten ausgestattet sind. «Indem man verschiedene Figuren ausprobiert, kann man seinen Körper besser kennen lernen», sagt Vinzenz Müller. Ein spezieller Kunststoff-Fallschutzboden schützt die Sporttreibenden vor Sturzverletzungen. Darauf sind auch Bodenübungen wie Rumpfbeugen oder Liegestütze bequem durchführbar.

Vereine könnten von der Anlage profitieren

Calisthenics, so der Name der Sportart, gibt es in der Schweiz seit etwa zehn Jahren, sagt Vinzenz Müller. Er arbeitet in Basel, wo er und andere die Street-Workout-Parks rege nutzen. Nicht nur im Sommer bei angenehmen Bedingungen, auch im Winter oder bei schlechtem Wetter wird dort trainiert. «Damit hat man endlich eine gute Alternative zum Fitnesstraining im Studio oder zu Hause», sagt Vinzenz Müller.

Laut Vinzenz Müller werden solche Anlagen nicht nur von Kraftsportlern genutzt. «Besonders, wenn man lange im Büro sitzt, kann der Rücken durch ein paar Dehnübungen am Street-Workout-Park gelockert und mit ein paar Klimmzügen gestärkt werden.» Die Anlage sei für Jung und Alt gedacht, für Sportler und Spaziergänger. Und sie sei auch dazu da, Kontakte zu knüpfen. «Nach meiner Erfahrung trainieren die Leute im Fitnesscenter eher alleine und mit Kopfhörern, draussen kommt man hingegen viel schneller miteinander ins Gespräch und lernt so neue Leute kennen.»

Viele Sportklubs sind an der Anlage interessiert, die sie während ihres Trainings nutzen würden. Dazu gehören Ad Astra Sarnen, der Kanuclub Obwalden und die Ruder-Equipe. Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule würden sich ebenfalls über den Street-Workout-Park freuen. «Als ich ins Gymi zur Schule ging, hätte ich eine solche Anlage geliebt», so Vinzenz Müller. Neben einer tollen Freizeitbeschäftigung für die Schüler könnte das Street Workout auch als Wahlfach-Sport dienen.

Eine von vielen Übungen, die an einer solchen Anlage gemacht werden können.

Eine von vielen Übungen, die an einer solchen Anlage gemacht werden können.

Bild: PD

Zwei Standorte kommen in Frage

Die Gemeinde unterstützt das Projekt – auch finanziell. Die gesamten Kosten schätzt der Verein auf rund 80'000 Franken. 33'000 Franken davon sollen mittels Crowdfunding finanziert werden, das bis zum 8. August auf der Onlineplattform Funders läuft. Auch Sponsoren sind bereits gefunden, welche einen Beitrag leisten. «Wenn das Crowdfunding erfolgreich ist, steht dem Bau nicht mehr viel im Weg», so Müller.

Das gesamte Geld fliesst in den Bau des Street-Workout-Parks in Sarnen. Zum Bau gehört der Aushub, der Einbau der Fundamente, das Metallgerüst, die Lieferung und Montage des Gerüsts sowie die Installation des Bodenbelags. Überschüssiges Geld würde in die Erweiterung des Parks investiert werden. Das können weitere Elemente wie ein Boxsack sein, aber auch das Durchführen eines Trainingsprogramms.

Wo die Anlage entstehen soll, ist noch offen. In Frage kommen derzeit die Wiese vor der Kantonsschule Obwalden sowie diejenige neben den Tennisplätzen nördlich der Badi. Die Anlage soll etwa acht mal zwölf Meter gross werden. Vinzenz Müller ist überzeugt: «Es wären beides tolle Orte, die zentral liegen und bei denen sich weitere Sportanlagen in der Nähe befinden.»

Hinweis: Hier geht's zum Projekt.