CSP Obwalden ist gegen die Änderung
des Jagdgesetzes

Am Parteitag wurde Nationalrat Karl Vogler verabschiedet. Noch trat er aber für ein Nein zur Begrenzungs-Initiative ein.

Romano Cuonz
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Wegen der Coronakrise konnte die CSP Obwalden alt Nationalrat Karl Vogler bislang nur im kleinen Kreis verabschieden. Am ersten Parteitag nach dem Lockdown holte nun Parteipräsident Sepp Stalder dies vor Publikum nach. Doch Karl Vogler – einer der wohl bedeutendsten Kommunal-, Kantonal- und Bundespolitiker der Obwaldner Christlichsozialen – tritt für seine politischen Überzeugungen auch nach dem Rücktritt ein. So warb er am Parteitag beherzt und mit vielen Argumenten für ein klares Nein zur sogenannten Begrenzungs-Initiative. Vogler bezeichnete den bilateralen Weg mit der EU, der bei Annahme der Initiative wohl enden würde, als enorm wichtig. Wörtlich meinte er: «Diese Initiative ist ganz einfach aus der Zeit gefallen, geschlossene Grenzen kann sich die Schweiz heute nicht mehr leisten.» Die Anwesenden kamen seiner Empfehlung nach und fassten die Nein-Parole mit 28 zu einer Stimme bei einer Enthaltung.

Parteipräsident Sepp Stalder (rechts) verabschiedete an der Versammlung den langjährigen CSP-Politiker und alt Nationalrat Karl Vogler.

Parteipräsident Sepp Stalder (rechts) verabschiedete an der Versammlung den langjährigen CSP-Politiker und alt Nationalrat Karl Vogler.

Bild: Romano Cuonz
(Sarnen, 7. September 2020)

Eine ganz klar ablehnende Haltung zum neuen Jagdgesetz vertrat der Lungerer Kantonsrat Joe Vogler: «Das grösste Problem sehe ich darin, dass Abschüsse von umstrittenen Wildarten mit dem neuen Gesetz weitgehend von den Kantonen geregelt werden könnten.» Punkto Wertschätzung und Schutz wiedereingebürgerter Grosswildarten gebe es da grosse Unterschiede. Ganz klar auch die Haltung des Forstfachmanns und Parteipräsidenten Sepp Stalder in dieser Frage:

«Dank Luchsen können in Lungerer Schutzwäldern Weisstannen heute wieder natürlich wachsen und sich verjüngen.»

Nach einigen auch emotionalen Voten fiel ein klarer Entscheid: Die Änderung des Jagdgesetzes wird mit 20 Nein zu 2 Ja und bei 6 Enthaltungen abgelehnt.

Eher gespalten war die CSP bei der Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen. Nach einer Darlegung von Pro und Kontra durch Kantonsrat Hanspeter Scheuber stimmten 13 Personen dafür, 8 dagegen. 8 weitere enthielten sich der Stimme. Eine klare Zustimmung gab es mit 25 Ja, 2 Nein und 2 Enthaltungen zur neuen Regelung des Vaterschaftsurlaubs. Die von Kantonsrätin Ruth Albert von Wyl analysierte Erhöhung der Kinderabzüge bei den Bundessteuern aber fiel bei der CSP durch: 7 Ja- standen 18 Nein-Stimmen gegenüber. Fünf Mitglieder enthielten sich der Stimme. Wie Präsident Sepp Stalder versprach, wird die Partei ihre Mitglieder demnächst über umstrittene Themen wie dem C im Parteinamen oder den mindestens schon angedachten Zusammenschluss der Skigebiete Melchsee-Frutt / Engelberg / Hasliberg orientieren.