CVP Obwalden hält nichts von kürzeren Sommerferien

Verschiedene SVP-Kantonalparteien hatten unter anderem angeregt, die Schulzeit in den Sommer hinein zu verlängern. Von diesem Vorschlag hält die CVP Obwalden wenig.

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Blick in ein leeres Schulzimmer in der Primarschule Tellenmatt in Stans.

Blick in ein leeres Schulzimmer in der Primarschule Tellenmatt in Stans.

Bild: Urs Flüeler/Keystone

(pd/ve) «In den regionalen und nationalen Medien geistert die Forderung herum, einzelne Kantone sollen aufgrund der Corona-Krise das Schuljahr verlängern und die Sommerferien um eine Woche kürzen», schreibt die CVP Obwalden in einer am Montag publizierten Medienmitteilung – ohne allerdings die SVP direkt zu adressieren. Zwar sei die politische Diskussion ein wichtiges Instrument der Demokratie, doch «die isolierte Forderung nach kürzeren Sommerferien für Schulkinder und Lehrpersonen in Obwalden ist aus mehreren Gründen klar abzulehnen».

«In diesem Zeitpunkt den Kindern, ihren Eltern und den Lehrpersonen indirekt Untätigkeit zu unterstellen, ist unfair.»

Niemand wisse, wie die Pandemie weiter verlaufen und wann wieder einigermassen Normalität einkehren werde. «In diesem Zeitpunkt den Kindern, ihren Eltern und den Lehrpersonen indirekt Untätigkeit zu unterstellen, ist unfair», schreibt die CVP. Viele Beispiele aus den Gemeinden zeigten, dass «die Lehrerinnen und Lehrer mit grossem Einsatz daran sind, das Beste aus der Situation zu machen». Auch die Schüler seien in Zeiten des sogenannten «Distance Learning» bestimmt mehr und nicht weniger gefordert. «Zudem lernen sie daheim auch noch andere Dinge als im regulären Schulunterricht.» Die Wochen ohne Präsenzunterricht seien also mitnichten verlorene Zeit.

Weiter warnt die Kantonalpartei: «Eine zusätzliche Schulwoche während der sommerlichen Hitze verlängert die Ausnahmesituation sogar noch, ohne dass die bildungsmässigen Unterschiede, welche zweifellos entstehen werden, dadurch gezielt ausgeglichen werden.» Dass die Kantone unterschiedliche Regelungen bei den Ferienzeiten haben, sei bewusst so gewollt und Ausdruck der kantonalen Autonomie. «Innerhalb von Obwalden ist die Vereinheitlichung von Engelberg und Sarneraatal 2015 im Kantonsrat erbittert bekämpft worden», schreibt die CVP.

Das zuständige Gremium, das in der aktuellen Situation die Richtung vorgebe, sei die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), und die EDK tue dies «angemessen und nachvollziehbar». Die CVP Obwalden vertraue dem Regierungsrat, «dass er seine Lagebeurteilung darauf abstützen und die richtigen Prioritäten setzen wird». Im Nachgang zu dieser herausfordernden Situation solle man allerdings auch in Obwalden «die getroffenen Massnahmen objektiv analysieren und Schwachstellen aufdecken, um bei einem allfälligen nächsten Mal noch besser vorbereitet zu sein». Dazu gehöre auch die Leistungsfähigkeit der Informatikinfrastruktur beim Kanton und den Gemeinden.