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Obwalden: CVP schlägt Alternative zum Anschluss ans Luzerner Kantonsspital vor

Statt der Versorgungsregion soll ein Gesundheitskompetenzzentrum entstehen.
Franziska Herger
Künftig soll die Gesundheitsversorgung in Obwalden vom Spital aus koordiniert werden. So schlägt es die CVP vor. (Bild: Corinne Glanzmann, Sarnen, 9. Januar 2019

Künftig soll die Gesundheitsversorgung in Obwalden vom Spital aus koordiniert werden. So schlägt es die CVP vor. (Bild: Corinne Glanzmann, Sarnen, 9. Januar 2019

Sechs Szenarien standen bisher zur Diskussion, wenn es um die Zukunft des Kantonsspitals Obwalden in Sarnen ging: Verkauf, Schliessung, Weiterführung wie bisher, der Fokus auf die stationäre oder die ambulante Versorgung und der Anschluss an das Luzerner Kantonsspital (Luks). Letztere Variante favorisieren Regierung wie Parteien.

Doch nun bringt die CVP ein weiteres Szenario auf den Tisch: Ein Gesundheitskompetenzzentrum im Spital, von wo aus die Gesundheitsversorgung im ganzen Kanton koordiniert würde, inklusive Spitex, Hausärzten, Alters- und Pflegeheime und anderer Institutionen. Die Idee sei nach Gesprächen mit Hausärzten und Vertretern von Alters- und Pflegeheimen entstanden, sagt CVP-Präsident Bruno von Rotz. «Ich fand es wichtig, dass die Gesundheitsversorgung am runden Tisch mit allen möglichen Partnern diskutiert wird. Es wäre schade, wenn wir uns für die Versorgungsregion entscheiden, ohne alle Möglichkeiten besprochen zu haben.»

Dies, obwohl sich auch die CVP in der Vernehmlassung für einen Zusammenschluss mit dem Luks ausgesprochen hatte. Im Nachhinein seien jedoch Fragen aufgekommen, meint Bruno von Rotz. «Es lässt sich noch gar nicht abschätzen, welche Rolle Obwalden in der Versorgungsregion spielen wird», gibt er zu bedenken. «Gäbe es eine Möglichkeit, mit den lokalen Partnern langfristig den Standort zu erhalten, sollte man jetzt darüber reden. Gehört das Spital einmal zum Luks, ist es zu spät.»

Zentrale Leitung und einheitliches Angebot

Auch der Verein der Ärzte des Sarneraatals äusserte kürzlich die Befürchtung, durch den Anschluss an Luzern liefere man sich einem Vertragspartner aus, der künftig die Strategie der Versorgungsregion dominieren werde (wir berichteten). Bruno von Rotz schwebt stattdessen vor, durch die Übernahme der administrativen Aufgaben und des Personalwesens der Obwaldner Gesundheitsinstitutionen durch das Spital Kosten zu sparen und Synergien zu nutzen. «Die zentrale Leitung würde auch eine Vereinheitlichung des Angebots für sämtliche Gemeinden ermöglichen», führt er aus.

Hausärzte gäbe es trotz Gesundheitskompetenzzentrum weiter, ein Teil ihrer Infrastruktur könnte aber zentral im Kantonsspital zur Verfügung gestellt werden.

Akteure diskutieren die Idee am runden Tisch

Ambitionierte und noch abstrakte Pläne also, für welche die verschiedenen Akteure sich zuerst begeistern müssten. Am 19. September lädt die CVP zu einem öffentlichen Podium. Ständerat Erich Ettlin wird zum Schweizer Gesundheitswesen der Zukunft referieren und Patrick Csomor, Leiter des Gesundheitsamts, präsentiert Zahlen und Fakten zum Obwaldner Gesundheitswesen. Die Chancen eines Kompetenzzentrums diskutieren Bruno Krummenacher, Vizepräsident des Spitalrates, Hanspeter Kiser, Präsident der Stiftung Zukunft Alter – Wohnen und Betreuung, Hansjörg Bucher, Vizepräsident der Spitex Obwalden, ein Vertreter der Hausärzte und Alt Kantonsrat Urs Keiser als Vertreter weiterer Institutionen im Gesundheitswesen. «Das Ergebnis des Podiums ist völlig offen», betont Bruno von Rotz. «Die Teilnehmer begrüssen den Anlass, ihre Position wird sich aber erst im Gespräch zeigen.»

Geplant ist, Resultate oder Vorschläge der Gesprächsrunde über die CVP-Fraktion im Kantonsrat einzubringen. «Das heisst aber nicht, dass sich die CVP-Fraktion kategorisch gegen den Anschluss an die Versorgungsregion aussprechen wird», meint Bruno von Rotz. «Aber andere Vorschläge sollen nicht aussen vor bleiben.» Der Kantonsrat wird die Spitalversorgung voraussichtlich in diesem Halbjahr diskutieren.

Das Podium findet am 19. September um 19.30 Uhr im Hotel Metzgern in Sarnen statt.

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