Damit Schüler wieder häufiger in Schwimmkurse können: Das Hallenbad Obwalden soll saniert werden

Das Hallenbad in Kerns soll erneuert und erweitert werden. Die Gemeinden des Sarneraatals werden daher im Herbst über Kredite in der Gesamthöhe von 2,7 Millionen Franken beschliessen.

Florian Pfister
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Das Hallenbad in Kerns soll saniert werden.

Das Hallenbad in Kerns soll saniert werden.

Bild: Obwaldner Zeitung

Die Gemeinden des Sarneraatals wollen das Hallenbad Obwalden in Kerns sanieren. Sie erachten die Erneuerung und die Erweiterung des Schwimmbads in der Höhe von 4,91 Millionen Franken als notwendig, wie die Gemeinden in einer Medienmitteilung schreiben. Die über 40 Jahre im Betrieb stehenden Anlageteile wie das Sport- und das Lernschwimmbecken müssten in naher Zukunft zwingend erneuert werden. Auch die Umkleidegarderoben entsprechen nicht den heutigen Anforderungen. Und ein zusätzliches Becken für Schwimmkurse soll den zunehmenden Bedürfnissen der Bevölkerung und der Schulen entgegenkommen.

Denn die Schulen nutzen das Angebot eines Hallenbads für den Schwimmunterricht rege. Aufgrund des kleinen Angebots hätten einzelne Schulen aber in den vergangenen Jahren ihr Unterrichtsangebot reduzieren müssen. Die Belegung des Sport- und Lernschwimmbeckens durch die Schulen an den Vormittagen von Montag bis Freitag reiche nicht aus, um die Nachfrage zu stillen, sagt André Windlin, Kernser Gemeindepräsident und Vertreter der Gemeinden im Verwaltungsrat der Hallenbad Obwalden AG, auf Anfrage. «Durch die Zunahme der Bevölkerung und dadurch auch der Schulklassen gibt es teilweise nicht mehr genügend Platz. Die engen Verhältnisse führen auch zu Einschränkungen für die anderen Besucher des Hallenbads.» Der Lehrplan 21 habe den Stellenwert des Schwimmens bekräftigt. Entsprechend müsste das Unterrichtsangebot in allen Gemeinden tendenziell ausgebaut werden.

Gemeinden stimmen im Herbst ab

Das Hallenbad selbst steuert eine Million Franken zu den Gesamtkosten der Sanierung bei. 1,21 Millionen Franken sollen durch Beiträge Dritter und Spenden finanziert werden. Eine Million finanziert eine anonyme Stiftung. Die restlichen 2,7 Millionen Franken soll die Öffentlichkeit tragen. Die Standortgemeinde Kerns soll mit rund einer Million Franken die Hauptlast der öffentlichen Beträge tragen. Der Kanton soll 520'000 Franken beisteuern. Dazu wurde an der letzten Kantonsratssitzung eine Motion eingereicht.

Die restlichen 1,18 Millionen Franken sollen die Gemeinden Alpnach, Giswil, Lungern, Sachseln und Sarnen übernehmen. Parallel zum Investitionsbeitrag soll auch der jährliche Betriebskostenbeitrag um 27'000 Franken erhöht werden. In den Gemeindeversammlungen und Urnenabstimmungen im kommenden Herbst soll das Stimmvolk von Alpnach, Giswil, Kerns, Sachseln und Sarnen über die jeweiligen Investitionsbeiträge abstimmen. Der Beitrag der Gemeinde Lungern liegt im Rahmen der Finanzkompetenz des Einwohnergemeinderats. Sämtliche Gemeinden müssen den Kreditanträgen zustimmen. Die Sanierung und die Erweiterung des Schwimmbads sind dann in den Jahren 2022 und 2023 geplant.

Bedürfnis der Bevölkerung steigt

Jenes in Kerns ist das einzige öffentliche Hallenbad im ganzen Sarneraatal. Das im Jahr 1999 geschlossene Bad wurde sieben Jahre später wiedereröffnet. Das kostete damals 7,6 Millionen Franken. Finanziert wurde es damals durch den Kanton und die entsprechenden Gemeinden. Hinzu kamen über tausend Kleinaktionäre, welche mit ihrer Aktienzeichnung die Wichtigkeit eines öffentlichen Hallenbades unterstrichen, wie es in der Medienmitteilung heisst. «Damals gab es eine hohe Zustimmung der Bevölkerung. Wir gehen davon aus, dass dies wieder so ist», sagt Windlin.

Seither hat sich das Wasserflächenangebot im Kanton Obwalden verringert. Das Schwimmbad Bethanien in St. Niklausen schloss, das Schwimmbad Rütimattli hat das Angebot eingeschränkt. Im Gegensatz dazu habe das Bedürfnis nach Schwimm-, Fitness und Gesundheitskursen für Personen jeglichen Alters in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Das zeige sich auch am vielfältigen Kundenkreis des Hallenbads Obwalden.

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