Das alte Türli-Schulhaus in Sachseln ist asbesthaltig

Nicht nur der Neubau des Sachsler Türli-Schulhauses ist ein grosses Projekt. Der asbesthaltige Altbau muss aufwendig rückgebaut werden.

Mathias Piazza
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Schulhaus Türli in Sachseln.

Schulhaus Türli in Sachseln.

Bild: Corinne Glanzmann, Sachseln, 11. Februar 2020

Auf dem Weg zum neuen Türli-Schulhaus geht es in grossen Schritten voran. Am 5. Februar verabschiedeten sich die Sachsler mit einem Tag der offenen Tür von ihrem alten Schulhaus, das dem Neubau weicht. Bei den älteren Sachslern kamen schöne Erinnerungen auf. Doch im Bau aus dem Jahre 1958 schlummern auch Altlasten, wie Recherchen unserer Zeitung ergaben. Wie üblich bei Bauten aus dieser Zeit wurde Asbest verwendet. Der brandhemmende Baustoff war beliebt. Dass er die Gesundheit gefährdet, wenn Asbestfasern freigesetzt und eingeatmet werden, wusste man damals noch nicht. Erst seit 1990 darf der Baustoff nicht mehr verwendet werden.

«Fachliche Abklärungen haben ergeben, dass Asbest im Schulhaus verbaut war», sagt dazu Gemeindevizepräsident Florian Spichtig (parteilos), der für das Neubauprojekt zuständig ist. Eine Gefährdung für Lehrer und Schüler habe aber nie bestanden. «Solange der Asbest nicht freigesetzt wird, kann er auch nichts anrichten. Darum haben wir im Schulhaus auch keine baulichen Veränderungen vorgenommen. Lehrerschaft und Hauswarte wurden angewiesen, keine baulichen Veränderungen vorzunehmen, so auch keine Nägel einzuschlagen.»

Asbest war mit ein Grund für Neubau statt Sanierung

Diese Altlasten seien auch mit ein Grund gewesen, dass sich der Gemeinderat so vehement für den Bau eines neuen Schulhauses eingesetzt habe. «Wegen des Asbestes hätte man über 90 Prozent der Bausubstanz sanieren müssen, was unverhältnismässig wäre», erklärt Florian Spichtig. Während der Sommerferien wird dann der asbesthaltige Altbau fachgerecht zurückgebaut. «Das machen wir bewusst in der schulfreien Zeit, um Lehrer und Schüler nicht dem gesundheitsgefährdeten Staub auszusetzen», erklärt Florian Spichtig.

In vier Monaten wird gezügelt

Im November 2017 haben die Sachsler mit 55,5 Prozent Ja gesagt zum 17,7-Millionen-Projekt. Das Schulhaus Türli beherbergt im Untergeschoss die Räume für technisches Gestalten, den Werkraum sowie Räume für den Hauswart. Im Erdgeschoss befinden sich Lehrerzimmer, Logopädie und ein Singsaal. Je sechs Klassenzimmer mit WC-Anlagen und Gruppenräumen finden sich in den beiden Obergeschossen.

In der Woche von Fronleichnam vom 11. Juni haben die Schüler unterrichtsfrei. Die Lehrer zügeln ihre Sachen in den Neubau, wo der Unterricht eine Woche später beginnt.

Das neue Schulhaus Arni, das voraussichtlich im August 2022 bezogen wird, umfasst fünf Kindergarteneinheiten. Im Untergeschoss sind Schulküchen, Nebenräume und ein Archiv für die Gemeinde untergebracht.