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Das Bärghuis auf Schönbüel startet nochmals neu

Dieter Raebel empfängt ab diesem Sommer Gäste im Bärghuis Schönbüel ob Lungern. Der gebürtige Bayer sprudelt nur so vor Ideen. Angst vor dem grossen Bergkoller hat er nicht.
Franziska Herger
Im Bärghuis Schönbüel auf 2008 Metern über Meer heisst ab dem 15. Juni Dieter Raebel die Gäste willkommen. (Bild: PD)

Im Bärghuis Schönbüel auf 2008 Metern über Meer heisst ab dem 15. Juni Dieter Raebel die Gäste willkommen. (Bild: PD)

Das Bärghuis Schönbüel hat einen neuen Pächter. Ab Beginn der Sommersaison am 15. Juni übernimmt Dieter Raebel aus Sarnen das Zepter. Wird damit alles anders im erst vor zwei Jahren umgebauten und modernisierten Bärghuis ob Lungern? «Nein», sagt Dieter Raebel. «Ich will es nicht sehr anders machen, aber besser.» Der 61-jährige gebürtige Bayer entwickelte bisher Software für Gastronomieunternehmen. «Vor vielen Jahren in Deutschland habe ich auch einmal ein Restaurant geführt.» Raebel lebt seit 30 Jahren in der Schweiz, davon schon einige in Obwalden. «Ich war selber unzählige Male Gast im Bärghuis», erzählt er. «Es ist ein ganz spezieller Ort. Als ich hörte, dass ein Pächter gesucht wird, habe ich Urban geschrieben, er solle es auf keinen Fall jemand anderem als mir geben.»

Mit «Urban» ist Urban Ming gemeint, Präsident der Genossenschaft Berghaus Lungern Schönbüel. «Das ist mir eingefahren», schmunzelt er. Die Genossenschaft habe einige Bewerbungen auf die Stellenanzeige erhalten. «Doch die Ernsthaftigkeit der Bewerber ist schwer abzuschätzen. Viele haben romantische Vorstellungen. Aber das Wirten auf 2008 Meter über Meer, ohne direkten Seilbahnzugang, ist nur schon logistisch eine echte Herausforderung.»

Eher SAC-Hütte als Hotel

Das hätten auch Dieter Raebels Vorgänger nach der Wiedereröffnung 2016 gemerkt, meint Urban Ming. «Die Erwartungen der Genossenschaft waren hoch, die der Gäste noch höher. Das führte wohl teilweise zu Überforderung.» Zudem seien die bisherigen Gastgeber und ihre Mitarbeiter jeweils von der Genossenschaft angestellt gewesen. «Die Personalkosten waren schlicht zu hoch.» Doch nun gehe es wieder aufwärts, freut sich Ming. «Dieter Raebel hat uns überzeugt. Mit dem neuen Pachtverhältnis sind wir zudem entlastet, und der Pächter hat mehr Freiheit.»

Dieter Raebel. Bild: PD

Dieter Raebel. Bild: PD

Diese Freiheit gedenkt Dieter Raebel zu nutzen. Denn ohne ein paar Veränderungen soll der Neustart im Bärghuis dann doch nicht über die Bühne gehen. Neben Gaststube und Aussichtsterrasse bietet es 27 Betten. «Der Aufwand für den bisherigen hotelähnlichen Betrieb ist zu gross», meint Dieter Raebel. Künftig solle das Konzept eher dem einer SAC-Hütte ähneln, «mit berghausgerechter Karte und – wo machbar – niedrigeren Preisen. Als Alternative soll zudem das Übernachten in selber mitgebrachten Schlafsäcken statt täglich neu gewaschenen weissen Betttüchern möglich sein.»

Dieter Raebel will auch kein Personal anstellen. Sein Geschäftspartner Markus Hurschler, ein Koch aus Ennetmoos, wird jeweils am Wochenende die Küche übernehmen. Daneben setzt Raebel auf Freiwilligenarbeit. «Viele Kollegen würden sehr gerne einmal auf Schönbüel aushelfen.»

Plastikflaschen und Fertigprodukte sind tabu

Der neue Pächter sprudelt vor Ideen. So wird man ab Juli auf Schönbüel etwa auch in zwei Tipis statt im grossen Haus übernachten können. Zudem will Dieter Raebel künftig Gäste, die nicht gut zu Fuss oder besonders schwer beladen sind, mit dem Auto von der Bahnstation abholen. Weiter möchte der neue Pächter eigenes Bier aus Bayern importieren, mit E-Bikes den Gästen den zu Fuss rund eineinhalb Stunden langen Weg zur Lungern-Turren-Bahn verkürzen und für Senioren unter der Woche preisgünstige Angebote mit Aktivitäten wie Kräuterwanderungen anbieten.

Neben Flammkuchen, Wildschweinwurst und «einem richtig guten Wienerschnitzel» soll es künftig im Bärghuis – und nur dort – eigene Alpenkräuterglacé geben, hergestellt in Zusammenarbeit mit der Sarner Gelateria «Gelato Naturale». Verbannt werden dagegen Plastikflaschen mit stillem Wasser und jegliche Fertigprodukte. «Das können wir selber besser», ist Dieter Raebel überzeugt. «Ein ökologisches Konzept ist in der besonderen Umgebung einfach passend.»

Es sind grosse und vielfältige Pläne, dessen ist sich Dieter Raebel bewusst. «Aber ich traue mir das schon zu», meint er selbstbewusst. Sieben Tage die Woche wird er auf Schönbüel verbringen. Angst vor dem grossen Bergkoller hat der Deutsche nicht. «Ich bin so viel gereist in meinem Leben, ich freue mich richtig auf die Sesshaftigkeit», lacht er.

Der Pachtvertrag mit der Genossenschaft sehe eine einjährige Probezeit vor, erklärt Präsident Urban Ming. «Sind danach beide Seiten zufrieden, wird der Vertrag auf mehrere Jahre verlängert.» Dieter Raebel ist zuversichtlich: «Ich plane langfristig, dann kann man auch richtig etwas aufbauen.»

Weitere Infos unter www.berghaus-schoenbueel.ch

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