Das Engelberger Langlauffest kann kommen

Am Wochenende findet auf der Gerschnialp der erste Teil der Schweizer Meisterschaften im Langlauf statt. Es ist alles bereit für Rennen mit regionalen Nachwuchshoffnungen und den Profis.

Andrea Hurschler
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OK-Präsident Roger Bütler (rechts) bereitet mit Tim Christen das Start-/Zielgelände vor. (Bild: Andrea Hurschler (Engelberg, 26. Januar 2019))

OK-Präsident Roger Bütler (rechts) bereitet mit Tim Christen das Start-/Zielgelände vor. (Bild: Andrea Hurschler (Engelberg, 26. Januar 2019))

Wenn am Samstag und Sonntag die besten Schweizer Langläufer in der Kurzdistanz und in der Verfolgung gekürt werden, steht dahinter eine Menge Arbeit. Das zwölfköpfige OK – alles selbst Hobbylangläufer und/oder Eltern von Nachwuchshoffnungen – plant seit einem Jahr den Anlass, dessen zweiter Teil am 29. bis 31. März seinen Abschluss findet. «Eine grosse Herausforderung war es, die vielen Details im Griff zu haben», erzählt OK-Präsident Roger Bütler. Unterstützend wirkte bei dieser Aufgabe sicherlich, dass einige OK-Mitglieder dank ihrer Kinder, die das Langlaufen spitzensportmässig betreiben, hinter die Kulissen schauen konnten.

Zu den grössten Aufgaben gehören die Organisation der Übernachtungsmöglichkeiten für die rund 150 Athleten und 50 Betreuer sowie die Sponsoren- und Helfersuche. Die baulichen Massnahmen auf der Gerschnialp mussten schon im Herbst koordiniert werden, da im Winter keine Zufahrtsstrasse besteht und alles per Standseilbahn transportiert werden muss. «Die grösste Schwierigkeit war aber der Schnee», sagt Bütler. Ende Dezember habe er ein paar schlaflose Nächte gehabt, als die Gerschnialp auf 1300 Meter über Meer grün gewesen sei. «Ich wusste, in gut drei Wochen muss alles bereit sein.» Der Schnee kam, in grossen Massen sogar, und so ist die Loipe heute in bestem Zustand.

«Engelberger sind sportbegeistert»

Pro Wettkampftag stehen etwa 70 Helfer im Einsatz. Eine beachtliche Zahl, welche das OK aber problemlos zusammenbrachte. «Die Engelberger sind sportbegeistert und sie freuen sich, einen solchen Anlass durchführen zu dürfen», erklärt sich Bütler die einfach verlaufende Helfersuche. Neben spezialisierten Helfern wie jenen bei der Zeitmessung oder der Loipenpräparation braucht es diverse weitere unterstützende Hände an der Strecke, beim Sandwich vorbereiten, Startnummern verteilen, fotografieren, Würste bräteln oder Kafi-Schnaps kochen.

Nur dank der freiwilligen Helfer, dem OK und vielen Engelberger Institutionen und Sponsoren schafft es der Verein Nordic Engelberg – ein Verein, der hauptsächlich mit Kindern arbeitet – einen solchen Anlass zu stemmen. Die Schweizer Meisterschaft soll ein richtiges Fest werden und Engelberg als Langlaufdestination bekannter machen.

Engelberg etabliert sich

Dass Engelberg in Sachen Langlauf schon einen beachtlichen Schritt getan hat, zeigen zwei Faktoren. Swiss-Ski ist vor gut einem Jahr auf die neu gegründete Nordic-Kommission zugekommen und hat sie für die Durchführung der Schweizer Meisterschaft angefragt. Denn die Verantwortlichen wurden auf die Bemühungen der Engelberger in Sachen Langlauf aufmerksam und hörten, dass die Strecke auf der Gerschnialp neu homologiert und dadurch attraktiver und überhaupt erst wettkampftauglich werden sollte.

Das zweite Kompliment folgte mit der Anmeldung der Nationalmannschaft für diese Woche für ein Trainingslager im Hinblick auf die WM in Seefeld im Februar. «Das beweist, dass wir eine attraktive Strecke haben», sagt Bütler. Die Spitzenläufer lassen es sich zum Abschluss der Trainingswoche nicht nehmen, am Wochenende an den Wettkämpfen teilzunehmen. In den vergangenen Jahren starteten Nadine Fähndrich und ihre Kollegen jeweils erst zum Saisonabschluss am Anlass im März. «Es hat eine grosse Bedeutung, dass sie starten werden», so Bütler, «es ist eine schöne Wertschätzung den Jungen gegenüber und steigert den Wert des Anlasses enorm.»

Die Wertschöpfung des Anlasses wiederum ist schwierig einzuschätzen. Alleine mit Athleten und Betreuern werden pro Tag über 200 Übernachtungen generiert, Fans und Eltern nicht mitgerechnet. Unzählige Mittagessen werden im Restaurant Ritz zubereitet und die Resultate dürften national durch alle Medien gehen. Roger Bütler wünscht sich zwei Wochenenden mit spannenden, fairen Wettkämpfen ohne Unfälle und begeisterte Zuschauer. «Ein gelungener Anlass wäre auch ein schönes Kompliment für die vielen Helfer.»

Programm: Samstag, 2. Februar, ab 10 Uhr Kurzdistanz, freie Technik. 3. Februar, ab 10 Uhr Verfolgung, klassisch. Freitag, 29. März, ab 10 Uhr Sprint, klassisch. Samstag, 30. März, ab 8.30 Uhr Langdistanz, klassisch. 31. März, ab 9 Uhr Teamsprint, freie Technik. www.engelberg.ch/nordic