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Das Erfolgsmodell Obwaldner Notfallpraxis feiert Geburtstag

Seit zehn Jahren leisten die Hausärzte im Kantonsspital Obwalden Wochenend- und Feiertagsdienst. Das kommt bei den Patienten an.
Matthias Piazza
Robert Einsle (links, Co-Chefarzt Medizin) und Thomas Müller, Präsident der Obwaldner Hausärztevereinigung OW-Cura, in einem Behandlungszimmer der hausärztlichen Notfallpraxis. (Bild: Matthias Piazza, Sarnen, 29. Oktober 2019)

Robert Einsle (links, Co-Chefarzt Medizin) und Thomas Müller, Präsident der Obwaldner Hausärztevereinigung OW-Cura, in einem Behandlungszimmer der hausärztlichen Notfallpraxis. (Bild: Matthias Piazza, Sarnen, 29. Oktober 2019)

Das Kind hat schon seit Tagen hohes Fieber, bei einem anderen will das starke Halsweh nicht verschwinden. Der Jugendliche hat sich beim Fussballspielen am Samstagnachmittag das Sprunggelenk verstaucht. Es sind drei von etwa 20 bis 25 Patienten täglich, welche am Wochenende oder an Feiertagen die hausärztliche Notfallpraxis im Kantonsspital Obwalden in Sarnen aufsuchen.

Ein Hausarzt mit einer medizinischen Praxisassistentin untersucht zwischen 9 und 20 Uhr die Patienten, verabreicht ihnen wenn nötig Medikamente oder nimmt Blut ab. 15 Obwaldner Hausärzte decken so die rund 120 Wochenend- und Feiertage im Jahr ab. Ab 20 Uhr übernimmt jeweils der Notfalldienst des Spitals.

Den Obwaldner Patientenströmen gefolgt

Robert Einsle, Co-Chefarzt Medizin, und Hausarzt Thomas Müller, der auch die Obwaldner Hausärztevereinigung OW-Cura präsidiert, sprechen von einem zehnjährigen Erfolgsmodell mit bisher rund 30000 behandelten Patienten.

«Die Obwaldner Bevölkerung hat das System sehr gut angenommen», sagt Robert Einsle. Das am 31. Oktober 2009 eingeführte System war eine Antwort auf die veränderten Bedürfnisse. «Die Patienten kümmerte es gar nicht, welcher Hausarzt im Sarneraatal am Wochenende gerade Dienst hatte, sondern sie gingen direkt in die Notfallstation des Kantonsspitals. So konnten sich die Ärzte der Notfallstation nicht in genügendem Masse um die schwerwiegenden Fälle kümmern.» Insofern sei man mit der hausärztlichen Notfallpraxis dem Patientenstrom gefolgt.

Die Notfallpraxis ist der eigentlichen Notfallstation vorgelagert, welche zwei Behandlungszimmer sowie Empfang, Triage und Wartezone umfasst.

Thomas Müller sieht im Modell auch einen Lösungsansatz, um den Nachwuchsproblemen der Hausärzte entgegenzuwirken. «Notfalldienst im Spital ist für Hausärzte weniger belastend, da sie bei Bedarf auch auf das Team der Notfallstation zurückgreifen können.»

Beide loben die enge, befruchtende Zusammenarbeit zwischen Spital und Hausärzten. Junge Assistenzärzte können einen engen Kontakt zu den Hausärzten schliessen und im Rahmen ihrer Ausbildung während sechs Monaten in einer Hausarztpraxis arbeiten. «Dort lernen sie, wie mit medizinischer Erfahrung, mit wenigen Hilfsmitteln und kostengünstig eine Behandlung möglich ist», so Robert Einsle.

Das Erfolgsmodell macht Schule. «Wir haben bewiesen, dass sich eine solche Notfallpraxis nicht nur in Ballungsräumen wie Zürich oder Luzern bewährt», so Thomas Müller. Dass sich dies auch im Sarneraatal mit einem Einzugsgebiet von nur etwa 34000 Einwohnern bewährt, macht offenbar Eindruck. «Wir erhielten schon Besuch von anderen Kantonen, die das Modell noch nicht kennen, so auch von Nidwalden.»

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