Kolumne
Das Gewohnheitstier Autofahrer

Redaktionsleiter Markus von Rotz macht sich in seinem «Blitzlicht» Gedanken zur Verkehrsführung auf der A2.

Markus von Rotz
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Markus von Rotz. (Bild: Corinne Glanzmann)

Markus von Rotz. (Bild: Corinne Glanzmann)

Die Nidwaldner sowie die Luzerner Polizei hätten dem italienischen Busfahrer gestern Nachmittag je 100 Franken abnehmen können. Er wollte von Stans nach Luzern, wählte nach der Stansstader Galerie aber die rechte Spur im Kirchenwaldtunnel. Diese führt nur auf die A8 in Richtung Alpnach. Was tun? Im Tunnel überfährt er die ausgezogene orange Sicherheitslinie und wechselt so auf die linke Spur, um sich dann durch die schmale Gasse in Richtung Luzern zu drängen. Kurz vor dem Spiertunnel dasselbe: Er wechselt über die ausgezogene Linie auf die rechte Autobahnseite.

Der Carfahrer ist keine Ausnahme in diesen Tagen. Immer wieder kann man solche Manöver seit der neuen Signalisation beobachten, die wegen des Ab- und Neubaus der Lärmschutzwände in Hergiswil nötig wurde. Mit dem Busfahrer wechselten gleichzeitig zwei Autofahrer auf die gleiche verbotene Weise die Spur. Andere bleiben und wenden, wie man es täglich mehrmals beobachten kann, in Alpnach beim Kreisel wieder in Richtung Luzern.

So sieht es aus, wenn ein Autofahrer verbotenerweise die Spur im Kirchenwaldtunnel wechselt. (Bild: Markus von Rotz, Stansstad, 12. Juli 2019)

So sieht es aus, wenn ein Autofahrer verbotenerweise die Spur im Kirchenwaldtunnel wechselt. (Bild: Markus von Rotz, Stansstad, 12. Juli 2019)

Gut, man muss einfach lesen können. Doch selbst aufmerksamen und vor allem ortsunkundigen Autofahrern bleibt zwischen Galerie Stansstad und Kirchenwaldtunnel sehr wenig Zeit, sich neu zu orientieren. Vielleicht weist sie das Navigationsgerät gar an, rechts zu bleiben. Wie würden wir wohl im Ausland in ähnlicher Situation reagieren? Wir wären wohl auch überfordert. Auch Tage nach der Neusignalisation funktioniert das System noch nicht wunschgemäss. Trotz diverser Korrekturmassnahmen. Da haben die Verantwortlichen das Gewohnheitstier Autofahrer unterschätzt. Und spätestens im Kirchenwaldtunnel fragt man sich, warum hier nochmals darauf hingewiesen wird, dass links maximal zwei Meter erlaubt sind. Damit provoziert man nachgerade den verbotenen Spurwechsel.