Das hat es mit der neuen Verkehrsführung auf der A8 vor dem Loppertunnel auf sich

Vor dem Loppertunnel auf der A8 Richtung Luzern sorgen neue Markierungen für eine etwas unkonventionelle Verkehrsführung. Es könnte noch zu einer weiteren Änderung kommen.

Janick Wetterwald
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Autobahn A8, von Obwalden her Richtung Luzern, der Bereich vor dem Loppertunnel: Dort gilt seit letzter Woche eine neue Verkehrsführung, die bei einigen Autofahrern für verdutzte Blicke sorgte.

Verkehrsführung Lopper

A8 in Fahrt Richtung Luzern

Was ist die Idee hinter den neuen Markierungen, die je nach Fahrweise zu einem Slalomkurs führen? Wir haben bei der Kantonspolizei Obwalden nachgefragt. Martin Kathriner, Leiter Verkehrs- und Sicherheitspolizei, erklärt zuerst, wieso beim Astra eine Anpassung der bestehenden Markierung gefordert wurde:

«Sobald die A8 auf zwei Spuren verlief, wechselten Autofahrer sofort auf die linke Spur. Ein Überholen war demzufolge nicht mehr möglich. Zudem hatte der Schwerverkehr Mühe, eine Lücke für einen Spurwechsel zu finden. Bei stockendem Verkehr oder bei Stau stand die linke Fahrspur still. Rechts wurde vorbeigefahren und vor dem Portal links reingedrückt. Es gab in diesem Bereich täglich sehr gefährliche Manöver. Zudem wurde die Staufläche schlecht ausgenutzt und führte zu viel Ausweichverkehr auf die Hauptstrassen um den Lopper und in die Ortschaften Stans und Hergiswil.»

Eine Arbeitsgruppe hat verschiedene Varianten ausgearbeitet

Vertreter des Bundesamt für Strassen (Astra), der Kantonspolizei Obwalden, des Bau- und Raumentwicklungsdepartments Obwalden sowie ein Verkehrsplaner haben sechs verschiedene neue Varianten ausgearbeitet und geprüft. Am Ende entschied sich die Arbeitsgruppe für die nun umgesetzte:

Das Astra liefert auf Anfrage schriftlich die Argumente für die neue Verkehrsführung:

  • Das Rechtsfahren und Linksüberholen wird durch die Spuraufteilung und Signalisation gefördert.
  • Die Möglichkeit für sichere Überholmanöver wird gewährleistet, dies ermöglicht insbesondere das Überholen des Schwerverkehrs.
  • Die Anzahl Spurwechsel und dadurch die Störung des Verkehrsflusses werden minimiert. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Rückstau vor dem Tunnel entsteht.
  • Der Strassenraum wird durch zweistreifige Führung gut ausgenutzt. Dadurch wird Stauraum geschaffen und die Zugänglichkeit für Blaulichtorganisationen verbessert.

Martin Kathriner ergänzt: «Wer immer auf der rechten Spur fährt, wird direkt in den Loppertunnel geleitet, bleibt also auf der Autobahn.» Wer überholen möchte, habe mit der verlängerten zweiten Spur eine gute Möglichkeit dazu, müsse jedoch wieder auf die Normalspur wechseln.

Für eine bessere Ausnützung der Stauflächen stehen nun zwei Fahrspuren zur Verfügung. «Davon erhoffen wir uns, dass weniger Verkehrsteilnehmer die Autobahn verlassen und somit die Nidwaldner Strassen in Stans und Hergiswil entlastet werden», sagt Kathriner. Mehr Platz für Stau habe es dafür auf der längeren zweispurigen Strecke. Der Leiter Verkehrs- und Sicherheitspolizei in Obwalden appelliert auch an die Vernunft und Toleranz der Verkehrsteilnehmer und verweist auf das Reissverschlusssystem. Bei Staulage sollen zudem beide Spuren zum Aufrücken benutzt werden.

Ein kleiner Makel soll noch behoben werden

Die Kantonspolizei Obwalden zeigt sich in Person von Martin Kathriner weitgehend zufrieden mit der neuen Verkehrsführung. «Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass der Verkehrsfluss in den Tunnel besser und die Ausfahrt Richtung Hergiswil weniger benützt wurde.» Ein Verbesserungswunsch wurde dem Astra aber zurückgemeldet. «Die Markierungen nach dem Spurabbau vor dem Portal erachten wir als ausbaufähig. Vor allem sind die Kurvenradien sehr eng, und die Distanz zwischen den beiden Sperrflächen ist aus unserer Sicht zu kurz ausgefallen. Wir würden uns dort eine gleichmässig langgezogene Verkehrsführung direkt in den Tunnel wünschen. Dabei könnte auf die zweite Sperrfläche verzichtet werden.»

So könnte die gewünschte Änderung als Grundidee aussehen.

So könnte die gewünschte Änderung als Grundidee aussehen.

Bild: Kantonspolizei Obwalden

Das Astra hat diese Anregung aufgenommen, und Kathriner ist guten Mutes, dass dieser Änderungswunsch noch umgesetzt wird. «Wie schnell die Umsetzung erfolgt, ist allerdings ungewiss», sagt Kathriner. «Wir stehen laufend im Kontakt. Das Astra wird unser Anliegen prüfen, es hat jedoch im Moment sehr viele Projekte gleichzeitig am Laufen.»

Auffahrunfall auf dem rechten Streifen

Am vergangenen Wochenende kam es im Bereich vor dem Loppertunnel in Fahrt Richtung Luzern zu einem Unfall. Wie Martin Kathriner von der Kantonspolizei Obwalden bestätigt, ist im Bereich, wo die Strasse zweispurig geführt wird, ein Auto in das Heck des vorderen Autos gefahren. Der Auffahrunfall ereignete sich auf der rechten Spur. Kathriner sieht keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Unfall und der neuen Verkehrsführung.

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