Das Lungerer Budget 2019 ist dank Reserven ausgeglichen

Die Gemeindeversammlung hat am kommenden Donnerstag über ein praktisch ausgeglichenes Budget 2019 zu entscheiden. Ein zweites Geschäft betrifft eine Umzonung.

Robert Hess
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Blick auf die Gemeinde Lungern. (Bild: Corinne Glanzmann (25. September 2018)

Blick auf die Gemeinde Lungern. (Bild: Corinne Glanzmann (25. September 2018)

Bei einem Ertrag und einem Aufwand von je rund 11 Millionen Franken weist der Lungerer Voranschlag 2019 marginale Mehreinnahmen von 460 Franken auf. Allerdings ist das ausgeglichene Budget nur durch einen Griff in die finanzpolitischen Reserven in der Höhe von 50'000 Franken zustande gekommen. Diese Reserven weisen in der Rechnung per 31. Dezember 2017 einen Saldo von 900'000 Franken auf. Der Rechnungsabschluss 2019 wird dann entscheiden, ob diese Entnahme auch notwendig wird.

Laut Botschaft des Gemeinderates zur Gemeindeversammlung vom Donnerstag sind die Steuern der natürlichen und juristischen Personen inklusive Quellensteuern und Kapitalabfindungen mit 7,44 Millionen Franken budgetiert. Dazu kommen übrige Steuerarten mit 165'000 Franken. Der für 2019 budgetierte Steuerertrag ist gemäss Hochrechnung der kantonalen Steuerverwaltung mit einer Teuerung von 3 Prozent gegenüber 2018 berechnet worden. Im Budget 2018 waren 6,8 Millionen Franken als Steuerertrag eingesetzt worden.

Der Ressourcenausgleich 2019 fällt laut Hochrechnung in den neutralen Bereich, «es erfolgt weder eine Ein- noch eine Auszahlung», heisst es in der Botschaft. Als kleine Gemeinde profitiere Lungern aber vom neu eingerichteten Strukturausgleich.

Gesamtaufwand etwas höher

Insgesamt rechnet die Gemeinde fürs kommende Jahr mit einem Gesamtaufwand von 11,05 Millionen Franken (Vorjahr: 10,4 Millionen). Während der Personalaufwand «nur» um 2,5 Prozent höher eingesetzt ist, steigt der Sach- und übrige Betriebsaufwand um rund 60 Prozent. Er wird mit rund 2,55 Millionen Franken (2018: 1,6 Millionen) budgetiert. Ins Gewicht fällt laut Botschaft vor allem der bauliche und betriebliche Unterhalt von Strassen und Liegenschaften von insgesamt 880'000 Franken. Darin eingeschlossen sind der Unterhalt sowie notwendige Sofortmassnahmen. Die Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen sind mit 574'000 Franken (Vorjahr: 549'000 Franken) budgetiert.

Die Investitionsrechnung geht von einem Total von 908'000 Franken aus. Bei Einnahmen von 562'000 Franken, inklusive Entnahme aus der Spezialfinanzierung, ergeben sich Nettoinvestitionen von 346000 Franken. Budgetiert sind unter anderem die Investitionskosten für die nächste Etappe der Sanierung Obseestrasse sowie Arbeiten am Generellen Entwässerungsprojekt (GEP). Der Selbstfinanzierungsgrad für das Budget 2019 beträgt rund 252 Prozent. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegt er bei 167 Prozent, womit der geforderte Mindestsatz von 100 Prozent gemäss Finanzhaushaltgesetz erfüllt ist.

Grosse Investitionen stehen bevor

Der Lungerer Finanzchef Franco Castelanelli hatte bereits am traditionellen Martinigespräch auf die kommenden, kostenintensiven Investitionen hingewiesen. «Allein für die Werterhaltung der Schulliegenschaften stehen in den nächsten Jahren Investitionen von rund 8 Millionen Franken an. Damit haben wir aber noch keine neue Turnhalle oder Schulräume, welche den heutigen Standards entsprechen», betonte er.

Gemeindeversammlung: Donnerstag, 22. November, 20 Uhr, Turnhalle Kamp.

Umzonung auf dem Firmenareal

Neben dem Budget hat die Gemeindeversammlung über ein Umzonungsgesuch der Firma HP Gasser AG zu entscheiden. Auf dem Firmenareal soll ein Austausch zwischen Arbeits- und Landwirtschaftszonen durchgeführt werden. Laut Botschaft des Gemeinderates «entspricht die vorgesehene Umzonung im Firmenareal der HP Gasser AG einem öffentlichen Interesse und ermöglicht, die betroffene Fläche zweckmässiger zu nutzen».
Im Vorprüfungsbericht hatte das kantonale Bau- und Raumentwicklungsdepartement die Zonenplanänderung «grundsätzlich als recht- und zweckmässig» beurteilt. Nach einem Ja der Gemeindeversammlung muss die Umzonung noch durch die Regierung genehmigt werden. (rh)