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Obwaldner Denkmalpflege: Aufgabe «auf kleinen Flammen»

Soeben erschien das Jahresheft für 2016 und 2017 der Kultur- und Denkmalpflege in Obwalden. Es ist Rechenschaftsbericht und Lesestoff.
Die restaurierte Fischerhütte in Giswil. (Bild: PD)

Die restaurierte Fischerhütte in Giswil. (Bild: PD)

Neben dem Tätigkeitsbericht der Fachstelle für Denkmalpflege und Archäologie ist das 69-seitige Werk auch interessanten Forschungsgegenständen gewidmet. So erfährt der Leser etwa über die Geschichte des 1761 trockengelegten Rudenzersees bei Giswil. Heute erinnert nur noch die soeben restaurierte Fischerhütte unterhalb der Kirche an seine Existenz.

Interessantes über alte Spycher

Nebst Verschwundenem wird auch neu Entdecktes präsentiert: Bei der Restaurierung der Heiligkreuzkapelle in Grafenort sind acht gemalte Engel zum Vorschein gekommen. Die rund zwei Meter grossen Figuren unterhalb der Kuppel stammen aus dem Jahr 1880. Sie sind bei der letzten Renovation in den 1950er-Jahren hinter einer Plattenverkleidung verschwunden: Damals wurde die Kunst des 19. Jahrhunderts als süsslicher Kitsch wahrgenommen, während wir diese heute wieder zu schätzen wissen. Nebst weiteren Restaurierungsberichten zu privaten Wohnhäusern wie dem national geschützten Bauernhaus Grosshostett in St. Niklausen gibt es im Heft auch Interessantes über die Geschichte der Obwaldner Spycher zu erfahren.

An Vernissage kürzlich in Giswil unterstrich Bildungs- und Kulturdirektor Franz Enderli vor den rund 60 Gästen die Bedeutung des gebauten Erbes für die Obwaldner Identität. Einen besonderen Dank sprach er der Heimatkundlichen Vereinigung Giswil aus, die sich seit Jahren stark fürs kulturelle Erbe in der Gemeinde engagiert. Er begründete, warum die zehnte Ausgabe schlanker als bisher daherkomme: «In Zeiten knapper Ressourcen muss man sich auf das Wesentliche beschränken. Dies, obwohl man gerne mehr ermöglichen würde.» Das schreibt er auch im Vorwort.

Das Heft kehre zu seinen Ursprüngen zurück und widme sich ausschliesslich der Denkmalpflege und Archäologie. «Ich bin überzeugt, dass die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich besonders wichtig ist. Wir wollen zeigen, dass nicht staatlicher Zwang, sondern die Freude am Erhalt und der Pflege unseres kulturellen Erbes im Vordergrund bei der Erfüllung dieses Verfassungsauftrags stehen.» Er sei überdies «überzeugt, dass der Mensch zutiefst ein Bedürfnis nach kollektiver Erinnerung hat. In einer zunehmend globalisierten Welt nimmt dieses Bedürfnis nach Heimat, nach Identität, nach vertrauter Umgebung noch mehr zu.»

Der kantonale Denkmalpfleger Peter Omachen blickte auf die letzen 20 Jahre Denkmalpflege und Archäologie im Kanton Obwalden zurück. Das kontinuierliche Erarbeiten und Überarbeiten des Inventars sei «eine Daueraufgabe auf kleinen Flammen, an der wir immer dran sind.» Die Denkmalpflege habe allerdings in Obwalden «soweit ausreichende Ressourcen für die Erfüllung ihrer Aufgaben.» (pd)

Das Jahresheft kann im Internet bezogen werden auf der Kantonswebseite (Onlineschalter) oder beim Bildungs- und Kulturdepartement, Brünigstrasse 178, Sarnen, Telefon 041 666 62 43 (10 Franken plus 2 Franken für Versandkosten).

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