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Das sommerliche Grillvergnügen

Anna Burch schreibt im «Ich meinti» über die fehlende Aufmerksamkeit für die Marinade.
Anna Burch

Anna Burch

Sommerzeit ist Grillzeit. Ob das Steak zu Hause auf dem Holzofengrill oder die Cervelat am Lagerfeuer im Wald, das Grillen ist ein fester Bestandteil von lauen Sommerabenden. Empfängt man im Sommer Gäste, dann zum Grillen. Hat man im Sommer Geburtstag, dann gibt’s eine Grillparty. So ist das. Und wie man sich im Winter auf den Schnee und das Skifahren freut, so kann ich jeweils im Frühjahr bereits die Grillsaison kaum erwarten.

Bewusst wird einem das alles jedoch erst, wenn es plötzlich über einen längeren Zeitraum nicht möglich ist, den Grill anzuwerfen. Die diesjährige Hitzewelle und das damit einhergehende absolute Feuerverbot haben gezeigt, dass ein Sommer ohne «grillieren», wie es auf Schweizerdeutsch liebevoll heisst, nicht dasselbe ist. Denn plötzlich stellt sich die Frage, was an der langangesetzten Grillparty alternativ serviert werden soll. Reichen Salate und das Dessert aus oder muss der Ofen als Lückenfüller herhalten? Bei Letzterem wird der eine oder andere jedoch frustriert festgestellt haben, dass gebackene Spareribs eben nur halb so gut schmecken wie die gegrillte Variante.

Das Grillvergnügen ist ein geselliges Erlebnis, ein gesellschaftliches Event. Dabei geht es längst nicht mehr nur um den Verzehr der Würste vom Rost. Mit dem Grillen starten wir gefühlt in den Sommer. Die Vielfältigkeit der Esskultur zeigt sich inzwischen auch darin, was so bei Herr und Frau Schweizer alles auf dem Grill landet. So mag es manch ein Fleischliebhaber überraschen, dass Grillen auch als Vegetarier Spass macht. Das weiss ich aus eigener Erfahrung. Mariniertes Gemüse, Mais oder Grillkäse – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Und auch wenn die Grillade den Beilagen klar die Schau stiehlt, gehören leckere Salate oder eine frische Sommerpasta für mich genauso zu einem Grillmenü. Einem weiteren Element, welchem meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist die Marinade. Sie ist die Zauberformel zu einer gelungenen Grillade. Bei der Zubereitung der Grillade ist die Arbeitsteilung noch überraschend klassisch: Obwohl auch Frauen die Grillzange schwingen können, ist dies gemäss einer Statistik aus dem Jahr 2017 noch immer eher Männersache.

Doch was macht das Grillen zu dem, was es ist? Zweifelsohne ist es etwas Archaisches, das Fleisch oder Gemüse auf dem Feuer zuzubereiten und dabei zuzusehen, wie die Würste brutzeln und das heisse Fett vom Grill zischend in die Flammen tropft. Wie die Jäger in der Steinzeit, welche ihre wohlverdiente Beute abends stolz am Lagerfeuer rösteten. Geht man mit der Zeit, so könnte man Grilliertes als «Slow Food» bezeichnen. Das genussvolle und bewusste Essen ist dabei der Widerspruch zum «Fastfood», der schnellen Nahrungsaufnahme von vorfabrizierten Gerichten, welcher in unserer Epoche der Zeitknappheit zu dominieren scheint. Vom «Marinieren» bis zum «Grillieren», bei kaum einem anderen Gericht wird so viel Liebe und Zuneigung in die Zubereitung gesteckt wie beim Grillen. Hat man die wohlverdiente Portion dann schliesslich auf dem Teller, weiss man das auch zu schätzen und wird den Leckerbissen umso bewusster geniessen. In diesem Sinne ein Hoch auf Sommer, Grill und Gaumenfreuden.

Anna Burch aus Sarnen, Studentin der internationalen Beziehungen an der Uni St. Gallen, äussert sich an dieser Stelle abwechselnd mit anderen Autoren zu einem selbst gewählten Thema.







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