Das Tor zum Hochwasserstollen entsteht

Die Arbeiten für das Einlaufbauwerk in Sachseln haben begonnen – was unübersehbar ist.

Matthias Piazza
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Die Baustelle des Einlaufbauwerks im Zwetschgenmätteli. (Bild: Boris Bürgisser, Sachseln, 10. Juli 2019)

Die Baustelle des Einlaufbauwerks im Zwetschgenmätteli. (Bild: Boris Bürgisser, Sachseln, 10. Juli 2019)

Das Zwetschgenmätteli am Seeuferweg zwischen Sachseln und Sarnen im Gebiet Seehof ist zur Grossbaustelle geworden. Hier wird bis nächsten Frühling die Baugrube für das Einlaufbauwerk gebaut, das Tor des geplanten 6 Kilometer langen Hochwasserentlastungsstollens. Das Einlaufbauwerk wird bis 11 Meter unter dem Seewasserspiegel liegen und vom Ufer her nicht sichtbar sein.

Durch den Stollen fliessen frühestens ab 2023 bis 100000 Liter Seewasser pro Sekunde im Untergrund vom Sarnersee, dem Wichelsee entlang in die Sarneraa unterhalb Alpnach, sollte ein Hochwasser drohen. So kann der Pegel des Sarnersees reguliert werden. Bilder wie beim Hochwasser 2005, als der Sarnersee und die Sarneraa über die Ufer traten und ganze Gebiete überfluteten, sollen sich so praktisch nie mehr wiederholen.

Nächste Woche beginnen die Arbeiten für die Baugrube im See. Der Bauschacht am künftigen Standort des Einlaufbauwerks wird mit einer Spundwand aus Stahl gesichert und gegen Wasser abgedichtet. Ab Herbst folgt dann der etappenweise Aushub mit Hilfe von Ankern und Spritzbeton. Der Felsen wird mit einem Hydraulikhammer oder im Sprengverfahren ausgehoben. Insgesamt wird ein 15 Meter tiefer Schacht gebaut. «Die Verantwortlichen sind selbstverständlich bemüht, die Lärm- und Erschütterungsemissionen so gering wie möglich zu halten», versichert Raphael Vonaesch, der das 125 Millionen Franken teure Hochwasserschutzprojekt des Kantons Obwalden leitet.

Damit die Fahrzeuge die Baustelle erreichen können, wurde auch eine neue Strasse entlang des Bahngleises erstellt, welche noch asphaltiert wird. Sie wird nach Abschluss der Bauarbeiten etwas verschmälert und dient dann als Zufahrt für Betrieb und Unterhalt des Einlaufbauwerkes. Der Durchgang für Fussgänger bleibt während der Bauarbeiten meist gewährleistet, nachdem die Baugrube einmal erstellt ist.