Dauerparkierer beschäftigen die Kernser

Die Gemeindeversammlung stimmt über ein neues Parkplatzreglement ab. Dieses ist umstritten, weil es unter der Woche im Dorfzentrum keine Dauerparkplätze mehr gibt. Das Budget präsentiert schwarze Zahlen.

Philipp Unterschütz
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Fünf blaue Parkplätze vor dem Hotel Krone sollen einen Carparkplatz zum Ein- und Aussteigen weichen. (Bild Markus von Rotz (Kerns, 2. November 2018))

Fünf blaue Parkplätze vor dem Hotel Krone sollen einen Carparkplatz zum Ein- und Aussteigen weichen. (Bild Markus von Rotz (Kerns, 2. November 2018))

Die Parkplatzsituation im Dorf Kerns ist unbefriedigend. Stein des Anstosses sind Langzeit- und Dauerparkierer, welche die Parkplätze tagsüber besetzen. Der Einwohnergemeinderat erliess deshalb im März dieses Jahres ein Parkplatzreglement, gegen das im Mai ein Bürger das Referendum ergriff. Darauf entschied der Gemeinderat, das Reglement an der Herbstgemeindeversammlung vom 27. November zur Abstimmung vorzulegen.

In der Zwischenzeit wurde das Reglement, das nun zur Abstimmung gelangt, aufgrund von Rückmeldungen bei der öffentlichen Auflage noch leicht überarbeitet. Das neue Parkplatzreglement bringt unter anderem eine wesentliche Änderung für Parkplätze beim Gemeindehaus und in der Tiefgarage beim Feuerwehrlokal. Die Parkzeit wird von Montag bis Freitag von 6 bis 22 Uhr auf drei Stunden beschränkt, früher war sie unbegrenzt. Am Samstag stehen die Parkplätze unbeschränkt zur Verfügung. Kerns verzichtet übrigens gänzlich auf Gebühren.

Weil keine Lösungen für Dauerparkplätze vorgesehen seien, empfiehlt das Referendumskomitee die Ablehnung des Parkplatzreglements. Man befürchtet, dass die Langzeitparkierer dann auf Parkplätze des lokalen Gewerbes ausweichen könnten. Bevor die Gemeinde ein Parkplatzreglement erlasse, solle sie zuerst dieses Problem lösen.

Verschiebung der Car-Parkplätze

Der Gemeinderat wiederum stellt sich auf den Standpunkt, dass es nicht zu den öffentlichen Aufgaben gehöre, fixe Lösungen für Langzeit- und Dauerparkierer anzubieten. Neu sind vor dem Gemeindehaus auch drei Kurzzeit-Parkplätze für maximal 15 Minuten vorgesehen. Unabhängig von der Genehmigung des neuen Parkplatzreglements wurden vis-à-vis des Entsorgungshofs zwei öffentliche Car-Parkplätze geschaffen. Im Gegenzug entfallen die beiden seit 2014 bestehenden öffentlichen Car-Parkplätze entlang der Kirchenmauer bei der Huwelgasse. Anstelle der Car-Parkplätze sind dort wie zuvor Autoparkplätze vorgesehen.

Auf dem gemeindeeigenen Parkplatz vor dem Hotel Krone sollen schliesslich fünf blaue Parkfelder aufgehoben und durch einen Car-Parkplatz ersetzt werden, auf welchem lediglich zum Ein- und Aussteigen während 15 Minuten parkiert werden darf. Das Ein- und Aussteigen auf den öffentlichen Strassen soll so in Zukunft verhindert werden.

Kerns schreibt erneut schwarze Zahlen

An der Gemeindeversammlung gelangt zudem das Budget 2019 zur Abstimmung. Kerns erwartet mit einem Ertragsüberschuss von 393000 Franken erneut schwarze Zahlen. Die Selbstfinanzierung (Cash-Flow) liegt bei 2,9 Millionen. Die geplanten Nettoinvestitionen von gut 6 Millionen liegen massiv über dem Durchschnittswert von 1,5 Millionen. Sie sind vor allem durch ein 4-Millionen-Darlehen an den Erweiterungsbau der Betagtensiedlung Huwel begründet. Die solide finanzielle Basis habe sich unter anderem ergeben, weil in letzter Zeit verschiedene Investitionen in Hochbauten und Infrastrukturen zurückgestellt wurden oder der politische Prozess noch nicht genug weit fortgeschritten sei, heisst es in der Botschaft der Gemeinde zur Versammlung. Aus diesem Grund schlägt der Einwohnergemeinderat vor, Reserven von 1,8 Millionen Franken für die Erweiterung von Schulliegenschaften und die Verkehrsentflechtung/Dorfkerngestaltung zu bilden.

Das Budget rechnet mit einem Ertrag vor knapp 24,5 Millionen Franken, 1,6 Millionen mehr als im Vorjahr. Zurückzuführen ist das auf höhere Steuereinnahmen (plus 675000 Franken) und markant höhere Beiträge aus dem Finanz- und Lastenausgleich (plus 820000). Der betriebliche Aufwand von 21,8 Millionen steigt gegenüber dem Vorjahr um 382000 Franken oder 1,8 Prozent. So ist der Personalaufwand vor allem wegen der Einführung einer zusätzlichen Primarklasse um 110000 Franken (+0,9%) höher.

Weil in der Planungsphase für eine Schulraumerweiterung nur die nötigsten Unterhaltsarbeiten ausgeführt werden, resultiert ein sehr tiefer Unterhalt bei den Schulliegenschaften. Der Sach- und übrige Aufwand liegt deshalb mit 3,2 Millionen Franken unter dem Vorjahresbudget. Ein starkes Wachstum verzeichnet dagegen der Bereich Soziales und Gesundheit mit einem Plus von 8,1 Prozent. Wie vom kantonalen Gesetz vorgeschrieben, unterbreitet der Gemeinderat auch den Finanzplan 2019 bis 2025 zur Kenntnisnahme.

Die Gemeindeversammlung ist am Dienstag, 27. November, im Singsaal. Infos dazu und zum Budge finden Sie hier