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Den Titlisbahnen fehlt der Nachwuchs

Rund 450 Leute in über 30 Berufen halten den Betrieb am Titlis am Laufen. Doch Fachleute sind Mangelware.
Matthias Piazza
Michael Odermatt ist im dritten Lehrjahr als Seilbahn-Mechatroniker. Am Einheimisch-Tag der Titlisbahnen stellte er diesen Beruf vor. (Bild: PD)

Michael Odermatt ist im dritten Lehrjahr als Seilbahn-Mechatroniker. Am Einheimisch-Tag der Titlisbahnen stellte er diesen Beruf vor. (Bild: PD)

Am kürzlich durchgeführten Einheimisch-Tag waren die Titlisbahnen nicht nur für ihre rund 3000 Gäste da, sondern auch für die Bewohner der drei Standortgemeinden Engelberg, Wolfenschiessen und Innertkirchen im Berner Oberland. Über 400 Leute blickten am 1. September hinter die Kulissen des grössten Arbeitgebers von Engelberg, erfuhren aus erster Hand Details zur geplanten neuen Bergstation, erhielten einen exklusiven Einblick in die Anlagen der Gondelbahn und des Sesselliftes. Wer wollte, konnte seine Geschicklichkeit in der neuen Elektrowerkstatt beweisen, die Küche des Berghotels Trübsee besichtigen oder allerlei Wissenswertes über den Pistendienst, die Pistenfahrzeuge und die Beschneiung erfahren.

Norbert Patt, CEO der Titlisbahnen, spricht von einem erfolgreichen Einheimisch-Tag, der seit langem wieder einmal durchgeführt worden sei. «Auch wenn wir sehr stark mit der Region verwurzelt sind, ergibt es Sinn, den Einheimischen zu zeigen, dass wir bis zu 450 Leute in über 30 Berufen beschäftigen, vom Koch über den Wirtschaftsinformatiker, den Seilbahn-Mechatroniker, den Pistenpatrouilleur bis hin zur kaufmännischen Angestellten.» So stellten verschiedene Mitarbeiter auf Gerschnialp, Trübsee, Stand und Titlis ihre Berufe vor. Sie standen auch Jugendlichen, die sich im Berufswahlprozess befinden, Rede und Antwort.

Auch im Bahnhof Luzern wird geworben

Allerdings hat diese Charmeoffensive, die gemäss Norbert Patt künftig im Zweijahresrhythmus durchgeführt wird, auch einen ernsten Hintergrund. «Wir suchen immer intensiv Mitarbeiter. Es ist eine Herausforderung, sämtliche Stellen zu besetzen», gibt er zu bedenken. Darum habe man auch die Anwerbung für neue Mitarbeiter in entsprechenden Websites und sozialen Medien intensiviert. Auch auf der neuen grossen Bildschirmwand im Bahnhof Luzern versuchen die Titlisbahnen als attraktiven Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen.

Rund 70 Stellen seien zurzeit unbesetzt – vor allem in den Bereichen Service, Küche und Elektrik. Diese Zahl sei grösser als vor einem Jahr. Nebst dem Geburtenrückgang spüre man auch, dass handwerkliche Berufe nicht so hoch im Kurs seien. Dieses Schicksal teile man mit vielen Unternehmen. «Bei den Titlisbahnen kommt der abgelegene Arbeitsort mit allenfalls entsprechend langem Arbeitsweg dazu. Das hält wohl viele davon ab, bei uns zu arbeiten, trotz grundsätzlich sehr attraktiven Arbeitsbedingungen», erklärt Norbert Patt.

Ähnlich schwierig präsentiere sich die Situation in der eigenen Ausbildung. Je drei junge Leute werden zu Kaufleuten und Seilbahn-Mechatronikern ausgebildet. Eine junge Frau befindet sich im zweiten Lehrjahr als Köchin. Noch immer ist für August 2020 je eine Lehrstelle als Kaufmann, Restaurationsfachfrau und Koch frei. Geworben wird im Inserat mit einem Gratis-Jahresabonnement und weiteren Vergünstigungen bei anderen Unternehmen im öffentlichen und Ausflugsverkehr.

«Trotz Mehraufwand würden wir gerne mehr Lernende ausbilden, vor allem in der Gastronomie», hält Norbert Patt fest. Dabei seien die Titlisbahnen gerade für einen Kochlehrling attraktiv, den vielen unterschiedlichen Restaurants und den für die Gastronomie sehr attraktiven Arbeitszeiten sei dank. «Im Gegensatz zu anderen Gastrobetrieben arbeiten die Köche bei uns nur ausnahmsweise abends, bei Abendanlässen», erläutert Norbert Patt. Und diese Vorteile könnten ja für den längeren Arbeitsweg entschädigen.

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