Deponie Stuechferich Sarnen soll länger genutzt werden

Eigentlich sollte die Deponie Stuechferich bereits voll sein. Weil es aber noch Platz hat, soll sie fünf Jahre länger offen bleiben.

Philipp Unterschütz
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Blick auf die Deponie Stuechferich und Kägiswil und Sarnen.

Blick auf die Deponie Stuechferich und Kägiswil und Sarnen.

Bild: Obwaldner Zeitung

Das Abfall- und Deponiekonzept des Kantons Obwalden 2011/2018 sieht im Grundsatz vor, dass nur eine begrenzte und benötigte Anzahl Deponien offen stehen soll. Momentan sind das im Sarneraatal die Deponien Stuechferich, Sarnen, Hinterfluh, Kerns, und Mutzenloch-Nord, Lungern. Noch vor zehn Jahren befürchtete man, es gäbe zu wenig Deponieraum, weiss Baudirektor Josef Hess. «Seither hat sich die Situation aber anders entwickelt. Aufgrund von Verzögerungen bei Grossprojekten und anderweitigen Verwendungsmöglichkeiten von Deponiematerial ist die Nachfrage nach Deponieraum geringer, als damals erwartet.»

Dies hatte auch Auswirkungen auf die Situation bei der Deponie Stuechferich. Das Potenzial der Deponie konnte nicht, wie ursprünglich geplant, in der zehnjährigen Nutzungsdauer ausgeschöpft werden, heisst es in einer öffentlichen Auflage, die das Bau- und Raumentwicklungsdepartement publiziert hat. Vom Volumen von total rund 550'000 Kubikmetern waren im Februar 2020 noch 130'000 ungenutzt. Die kantonale Nutzungszone für die Deponie soll deshalb bei gleichbleibendem Volumen um fünf Jahre verlängert werden, damit sie noch gefüllt werden kann. Die Bewilligung für die Deponie Stuechferich war befristet bis Ende 2020.

Astra macht Vorgaben

Der Kanton musste dafür allerdings auch noch beim Bundesamt für Strassen (Astra) vorstellig werden. Die Deponie Stuechferich ist eigentlich ideal direkt von der Autobahn her erschlossen und generiert keinen Verkehr durch die Dörfer. Das Astra bewilligte die ursprüngliche Zufahrt ab der Autobahn ausnahmsweise, weil viel Aushubmaterial vom Sicherheitsstollen Sachseln dort abgelagert wurde.

Nun stellt das Astra die Verlängerung der Zufahrtsbewilligung nur unter der Voraussetzung in Aussicht, dass eine rechtskräftige Deponiebewilligung vorliegt und dass insbesondere Material von einer Autobahnbaustelle deponiert wird, erklärt Josef Hess. Dieses Material wird von der Kaiserstuhl-Baustelle geliefert.

Nutzung bleibt gleich, nur Zeitraum wird verlängert

Die Deponie Stuechferich wird damit alleine aber noch nicht gefüllt. Die Betreiber können auch von anderen Baustellen Material annehmen. Josef Hess erwartet zudem, dass vom Bau des Hochwasserstollens im Sarneraatal auch rund 20'000 Kubikmeter Material anfällt, das auf eine Deponie geführt werden muss. «Für den Kanton ist es wichtiger, dass das bewilligte Lagervolumen voll ausgeschöpft wird, als dass eine Deponie nur aus Zeitgründen vorher geschlossen werden muss.» Josef Hess betont, dass mit dem laufenden Verfahren nur der Auffüllungszeitraum verlängert werde, sonst gebe es keine Änderungen gegenüber der bisher bewilligten Nutzung.

Für eine rechtskräftige Verlängerung der Deponiezone braucht es eine öffentliche Auflage. Diese läuft noch bis am 13. Juli. Voraussichtlich für Oktober 2020 soll die Verlängerung des kantonalen Nutzungsplanes im Kantonsrat traktandiert werden.