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Der Barocksaal des Klosters Engelberg erstrahlt in neuem Glanz

Risse in Decke und Wänden, stumpf gewordene Vergoldungen sowie abgebrochene Stuckaturen. Nach über 100 Jahren erfuhr der Barocksaal im Benediktinerkloster Engelberg wieder eine umfassende Renovation. Die Eröffnung erfolgt am Ostersonntag.
Beat Christen
Massarbeit über Kopf: Markus Hochstrasser von der Renovationsequipe bringt Blattvergoldungen an. (Bild: Beat Christen)

Massarbeit über Kopf: Markus Hochstrasser von der Renovationsequipe bringt Blattvergoldungen an. (Bild: Beat Christen)

Ab und zu hatten in den vergangenen Wochen und Monaten der Leiter der klostereigenen Renovationsequipe, Markus Hochstrasser, und sein Team am Abend einen steifen Nacken. «Über-Kopf-Arbeiten an einer Decke haben so ihre Tücken und beanspruchen den Körper ganz anders als bei üblichen Arbeiten», sagt Hochstrasser.

Hinzu kam die nicht ganz alltägliche Aufgabenstellung mit der Restaurierung vom Barocksaal im Kloster Engelberg. Die letzte grosse Restaurierung des repräsentativen Saals erfolgte in den Jahren 1913 und 1914. «Der Zahn der Zeit hatte in den letzten gut 100 Jahren genagt. Eine Restaurierung war unumgänglich», lautet die Begründung von Geschäftsführer Daniel Amstutz. «Die Restaurierung erfolgte nicht zuletzt auch mit Blick auf das in einem Jahr stattfindende 900-Jahr-Jubiläum des Klosters.»

Aufwendige Renovation und eine grosse Ehre

Wenn am kommenden Ostersonntag die junge Pianistin Aglaia Graf im Rahmen des traditionellen Osterkonzerts ab 16 Uhr in die Tasten greift, fällt ihr als erste Künstlerin die Ehre zu, im neu renovierten Barocksaal ein Klavierrezital zum Besten zu geben. Dass die Renovation für dieses Konzert rechtzeitig fertig wurde, erforderte von der Renovationsequipe einen besonderen Einsatz. Unter der Begleitung der Denkmalpflege mussten unzählige Risse in den Mauern und in der Decke geöffnet und neu verputzt werden. In den gut zehn Jahrzehnten seit der letzten Renovation sind einige Teile des mit Stuckaturen reich verzierten Barocksaals abgebrochen. «Sämtliche fehlenden Teile mussten so rekonstruiert werden. Sie müssen doch wieder mit dem Gesamtbild eine Einheit bilden», berichtet Hochstrasser.

Und die Vergoldungen mussten nicht nur gereinigt, sondern zum Teil wieder mit Blattgoldplättchen neu gefasst werden. Der öffentlich zugängliche Barocksaal wurde 1736/37 fertiggestellt und bildete in der Vergangenheit den äusseren Rahmen zu grossen Konzerten oder Tagungen. Aber auch königliche Häupter haben im Barocksaal schon diniert. So unter anderem am 26. Oktober 1989 das belgische Königspaar Baudouin und Fabiola anlässlich ihres offiziellen Staatsbesuchs in der Schweiz. «Dass wir den Barocksaal jetzt renovierte konnten, ist keine Selbstverständlichkeit und war nur dank der grosszügigen Unterstützung einer Stiftung eines ehemaligen Stiftsschülers möglich», gibt Geschäftsführer Daniel Amstutz zu verstehen.

Dass das Kloster solch grosse finanziellen Aufwendungen nur mit Hilfe Dritter stemmen kann, liegt daran, dass Benediktinerklöster keine Beiträge aus Kirchensteuern erhalten. «Benediktinerklöster sind eigenständige Institutionen und müssen ihre Erträge selber erwirtschaften. Die Erhaltung des reichen kulturellen Erbes ist für das Kloster eine fortwährende und grosse Aufgabe, welche man in Engelberg sehr ernst nimmt.» Für Geschäftsführer Amstutz ist deshalb die Renovation vom Barocksaal keine Selbstverständlichkeit, sondern ein wunderbares Geschenk für das Kloster-Jubiläum.

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