Der ehemalige Militärflugplatz Kägiswil wird endgültig zivil

Der Flugplatz Kägiswil gilt nun offiziell als zivil. Im Rahmen der Umnutzung soll unter anderem die Piste angepasst werden und eine Helikopterbasis entstehen.

Florian Pfister
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Der Flugplatz Kägiswil soll in ein ziviles Flugfeld umgenutzt werden. Das hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom Mittwoch entschieden. Nachdem das Volk 2013 die Aufhebung des Flugplatzes durch den Kanton und die anschliessende Nutzung als Industrieareal in einer Volksabstimmung abgelehnt hatte, soll die Anlage nun weiterbetrieben werden und von einem militärischen in ein privates und ziviles Flugfeld umgenutzt werden.

Der ehemalige Militärflugplatz Kägiswil wird nun definitiv zivil.

Der ehemalige Militärflugplatz Kägiswil wird nun definitiv zivil.

Bild: Markus von Rotz (Kägiswil, 7. März 2015)

Das ändert aber nichts am bestehenden Betrieb. Der ehemalige Militärflugplatz wird seit 1956 zivil genutzt und dient der Touristik- und Geschäftsfliegerei, aber auch der Aus- und Weiterbildung von Piloten. Mit der Umnutzung sollen bauliche Veränderungen am Flugplatz vorgenommen werden können.

Kürzere Pistenlänge und neuer Hangar

Es ist geplant, die An- und Abflugrouten anzupassen und mit neuen Helikopterrouten quer zur Piste zu ergänzen. Die Pistenlänge soll durch versetzbare Schwellen verkürzt und verschmälert werden. Auch geplant ist, die ehemaligen Militärunterstände abzureissen. «Diese sollen einem neuen Hangar weichen», sagt Ruedi Waser, Präsident der Flugplatzgenossenschaft Obwalden, auf Anfrage. Zusätzlich soll eine Helikopterbasis für Arbeitsflüge eingerichtet werden. Diese soll die heute noch bestehenden Aussenlandestellen in Giswil ersetzen.

Auch der Lärm spielt dabei eine wichtige Rolle. Unter anderem wurde festgelegt, dass maximal 14'800 Flugbewegungen pro Jahr stattfinden dürfen. Momentan sei hierbei kein Handeln durch die Flugplatzgenossenschaft Obwalden nötig. In den letzten vier Jahren waren es durchschnittlich 11'270 Bewegungen. 2015 wurde der Höchstwert der vergangenen zehn Jahre verzeichnet. Damals gab es 13'370 Flugbewegungen.

Die zivile Nutzung des Flugplatzes Kägiswil ist nun im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) des Bundesamts für Zivilschutz (Bazl) geregelt. «Die lokalen und kantonalen Behörden konnten bereits Stellung dazu nehmen. Alle Einwände sind dort bereits berücksichtigt», so Waser. Das Auflageverfahren für die Umnutzung wird demnächst öffentlich.

Elektroinstallationen aus den 1940er-Jahren

Für die Umnutzung musste ein Anlageplan erstellt werden. Dieser regelt die Flughafenbereiche wie die Piste und den Hangar. Nutzen dürfen diese die Motor- und Segelflieger sowie Fallschirmspringer. Die Helikopterfirma Rotex wird auf der geplanten Basis landen und abheben dürfen. Auch ein Plan für die Hindernisbegrenzung wurde erstellt, der den für die Flugsicherheit erforderlichen hindernisfreien Luftraum festschreibt.

Damit die Umnutzung in ein ziviles Flugfeld zu Stande kommt, ist ein Verfahren nach den Bestimmungen des Luftfahrtgesetzes nötig. Dieses umfasst Anpassungen des Betriebsreglements, eine Plangenehmigung für die Bauten und Anlagen sowie die Erneuerung der Betriebsbewilligung. Dabei werden auch die Auswirkungen der Flugplatznutzung auf Raum und Umwelt im Detail geprüft und die konkreten Schutzmassnahmen festgelegt.

«Beispielsweise wurde geprüft, ob die elektrische Installationen auf dem Flugplatz den heutigen Normen entsprechen», sagt Waser. Diese wurde bereits früher angepasst. «Die elektrische Infrastruktur wurde damals in den Vierzigerjahren vom Militär eingerichtet. Natürlich war diese nicht mehr den heutigen Normen entsprechend.» Weitere 23 Themenbereiche wurden für das Umnutzungsverfahren geprüft.