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Der Grundersteg in Alpnach ist nur noch Geschichte

Der Hochwasserschutz Kleine Schliere fordert seinen Tribut: Gestern wurde mit dem Abbruch der alten Betonbrücke begonnen. Erhalten bleibt der Fussgängersteg.
Robert Hess
Interessant auch für die Kleinsten: Die Abbrucharbeiten am Grundersteg haben begonnen. (Bild: Robert Hess, Alpnach, 13. März 2019)

Interessant auch für die Kleinsten: Die Abbrucharbeiten am Grundersteg haben begonnen. (Bild: Robert Hess, Alpnach, 13. März 2019)

Mit dem Abbruch des Grunderstegs wird eine der bisherigen vier Möglichkeiten, die Kleine Schliere in ihrem unteren Lauf vom Gebiet Chlewigen bis zur Einmündung in den Alpnachersee mit Motorfahrzeugen zu überqueren, endgültig verschwinden. Möglich ist die Überquerung mit Motorfahrzeugen künftig nur noch über die Brünigstrasse, die A8 sowie über eine vorwiegend von der Landwirtschaft genutzte schmale Brücke im Gebiet Städerried.

Die Vorbereitungsarbeiten und der Abbruch der Betonbrücke, der wahrscheinlich heute Donnerstag vollzogen sein wird, standen diese Woche im besonders regen öffentlichen Interesse. Die Frage, ob die Verbindung des Gebietes Grund/Grunderberg/Hostettli mit dem Schulhausareal/Dorfkern wirklich sein musste, wurde seit Montag vor Ort zum Teil heftig diskutiert. «Seit Menschengedenken ist ja nie etwas passiert, was der Grundersteg bei Hochwasser-Ereignissen verursacht hat», war etwa zu hören. Und: «Wenn wir zur Entsorgungsstelle oder zum Schulhaus fahren wollen, müssen wir künftig einen Umweg über die Brünigstrasse, verbunden mit Einmündungsproblemen, in Kauf nehmen», so weitere Meinungen.

«Eine der bedeutendsten Gefahrenstellen»

Doch die verantwortlichen Behörden gewichteten den Hochwasserschutz Kleine Schliere höher als die Einwände von mehr oder weniger regelmässigen Benützern des Grunderstegs. «Der Grundersteg ist eine der bedeutendsten Gefahrenstellen im Geschiebetriebkanal der Kleinen Schliere», schrieb der Gemeinderat im «Alpnacher Blettli». «Dort besteht laut Experten ein sehr grosses Risiko, dass bei Hochwasser Holz und Geröll hängen bleiben, was den Wasserabfluss innerhalb des Gerinnes innert Sekunden verunmöglicht und die Kleine Schliere aus dem Bachbett ausbrechen lässt.» Das Schadenpotenzial für das Dorfzentrum wäre gemäss verschiedenen Hochwasser-Szenarien enorm hoch», so der Gemeinderat weiter.

«Die Entfernung des Grunderstegs als vorgezogene Massnahme im Rahmen des Hochwasserschutzprojektes Kleine Schliere ist deshalb laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) notwendiger und integraler Bestandteil der Subventionierung des Hochwasserschutzprojektes Kleine Schliere durch den Bund», heisst es im «Alpnacher Blettli». Der Gemeinderat zitiert aus einem Schreiben des Bundes von 2017 an die Gemeinde: «Die sofortige Entfernung des Grunderstegs ist längst überfällig. Diese Einzelmassnahme würde das heutige Überflutungsrisiko des Alpnacher Dorfkerns schlagartig verbessern.» Diese Worte werden durch eine sanfte Drohung aus dem Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) unterstützt: «Wir behalten uns deshalb vor, bei einem künftigen Hochwasserereignis die Beseitigung von allfälligen Schäden nicht zu subventionieren, da diese kostengünstige, äusserst wirtschaftliche Massnahme schon seit Jahren hätte erfolgen sollen.»

Nur Verbindung mit Langsamverkehr

Mit dem Abbruch des Grunderstegs ist diese «Abkürzung» für Motorfahrzeuge Geschichte. Der Gemeinderat will jedoch für den Langsamverkehr eine vorerst provisorische Lösung, um die Verbindung aufrechtzuerhalten, und zwar mit dem bisher an der Betonbrücke angebrachten Fussgängersteg. Später soll im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts eine definitive Verbindung erstellt werden. Der neue Steg «ausschliesslich für den Langsamverkehr wird in einer Konstruktionsform, bei welchem das Verklausungsrisiko massiv reduziert werden soll, eine Breite von rund drei Metern aufweisen», schreibt der Gemeinderat.

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