Kampf um die zwei Lungerer Gemeinderatssitze ist lanciert

Die CVP will den Sitz im Lungerer Gemeinderat verteidigen. Auch eine andere Partei hat Ambitionen.

Matthias Piazza
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Das Gemeindehaus in Lungern.

Das Gemeindehaus in Lungern. 

Bild: Corinne Glanzmann (10. September 2019)

Die CVP will am 17. Mai für die Ersatzwahlen um die zwei freien Sitze im Lungerer Gemeinderat antreten. «Wir sind zuversichtlich, einen Kandidaten oder eine Kandidatin bis zur Eingabefrist vom 6. April zu finden», sagt dazu Niklaus Vogler, Co-Präsident der Ortspartei. Dass die CVP den Sitz ihres auf Mitte Jahr zurücktretenden Gemeinderates Denis Schürmann verteidigen will, ist nicht so selbstverständlich, wie man annehmen könnte. «Wir diskutierten im erweiterten Vorstand intensiv, ob wir kandidieren wollen, nach den Ereignissen in der Vergangenheit», meint Niklaus Vogler.

Er spricht damit die Ersatzwahlen für die im März und Mai vergangenen Jahres zurückgetretenen Gemeinderäte Franco Castelanelli (CVP) und Albert Amgarten (parteilos, Gemeindepräsident) an. Die Bevölkerung sei sehr dürftig über die Hintergründe informiert worden, hält Niklaus Vogler fest. Entgegen dem Wunsch der CVP, bis zu den Gesamterneuerungswahlen vom 9. Februar zu warten, legte der Gemeinderat die Wahl auf den Oktober des vergangenen Jahres an. «Es war für uns schwierig, bis zur Eingabefrist vom 9. September motivierte Kandidaten zu finden.» Schliesslich wurden Karl Imfeld (CSP) und Remo Freiburghaus (parteilos) in stiller Wahl in den Gemeinderat gewählt.

Gemeinderat harmonierte nicht

Der damalige Gemeindevizepräsident Martin Gasser (FDP) begründete das Vorgehen damals mit dem Wahlgesetz. Der Gemeinderat müsse Ersatzwahlen anordnen, wenn innert sechs Monaten nach einem Rücktritt keine Gesamterneuerungswahlen stattfinden würden. «Dass der Gemeinderat nicht harmonierte, zeigte sich daran, dass schon am 6. Januar, nach der Wahl des Präsidiums, zwei Gemeinderäte ihren Rücktritt bekanntgaben», meint Niklaus Vogler. Martin Gasser (FDP) trat per sofort zurück, Denis Schürmann (CVP) per Ende Juni.

Das neue Geschäftsführermodell, wonach der Gemeinderat nur noch strategisch tätig ist und die Verwaltung das operative Tagesgeschäft übernimmt, werde vom Gemeinderat soweit getragen und auch nicht in Frage gestellt. Dieses Modell zu leben, sei jedoch nicht jedermanns Sache, meint er zu den Gründen der Rücktrittswelle. «Andererseits wollen wir auch mithelfen, dass alles wieder in geregelte Bahnen kommt, auch zum Wohle der Lungerer Bevölkerung», begründet Niklaus Vogler den Entscheid des erweiterten Vorstandes, schliesslich doch Personen für die Ersatzwahlen zu suchen.

Die CSP, die aktuell zwei Sitze im Gemeinderat (und das Präsidium) stellt, hat keine Ambitionen für einen dritten Sitz. «Sollte sich allerdings abzeichnen, dass bis zur Eingabefrist noch Kandidaten fehlen, würden wir schon aktiv werden», sagt auf Anfrage Ortsparteipräsidentin Helen Imfeld-Ettlin. «Wir würden uns jedoch freuen, wenn die SVP kandidieren und damit Verantwortung im Gemeinderat übernehmen würde.»

SVP sucht intensiv nach Kandidaten

Die SVP ist seit 2016 nicht mehr im Gemeinderat vertreten. «Wir suchen intensiv einen Kandidaten», sagt deren Ortspräsident Walter Bürgi. Dies sei aber nicht so einfach, da viele potenzielle Kandidaten beruflich engagiert seien. Dass im Wahlkampf auch die FDP mitmischt, scheint unwahrscheinlich. Auf Anfrage sagt Ortsparteipräsidentin Sonja Vogler: «Wir sind mit unseren zwei Sitzen zufrieden. Ein Dritter würde uns nicht zustehen.»