Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Engelberg zieht positive Bilanz als demenzfreundliche Gemeinde

Drei Jahre «Demenzfreundliche Gemeinde» wurden gebührend gefeiert. Auch mit einer Podiumsdiskussion. Fazit: Der Mut habe sich gelohnt.
Nahmen am Podum teil (von links): Seppi Hainbuchner, Hansjörg Bucher, Alex Höchli, Ruedi Langenstein und Monika Rüegger (Bild PD)

Nahmen am Podum teil (von links): Seppi Hainbuchner, Hansjörg Bucher, Alex Höchli, Ruedi Langenstein und Monika Rüegger (Bild PD)

(pd/rub) Vor drei Jahren startete das Pilotprojekt «Demenzfreundliche Gemeinde» in Engelberg mit dem Ziel, dass betroffene Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben und sich wie gewohnt in der Gesellschaft bewegen können. So wurden in den vergangenen Jahren in enger Zusammenarbeit mit Theres Meierhofer, Leiterin des Pflegeheims Erlenhaus und Kontaktperson der Gemeinde Engelberg, Veranstaltungen für die Öffentlichkeit und spezielle Schulungen für Dienstleister und Gewerbe durchgeführt.

Theres Meierhofer begann die Veranstaltung mit einem Rückblick und verknüpfte die seelischen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz wie Identität, Trost, Liebe und Bindung mit Fotos aus dem Heimalltag oder aus den Ferien für jungbetroffene Demenzkranke. Die Ferien wurden in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Engelberg durchgeführt. In den Augen von Theres Meierhofer war Engelberg bereits vor dem Projektstart «demenzfreundlich», durch die zusätzliche Sensibilisierungsarbeit konnte die Tabuisierung abgebaut werden. «Heute ist es in Engelberg kein Stigma mehr, an Demenz erkrankt zu sein, was eine grosse Erleichterung für die Betroffenen und ihre Angehörigen bedeutet.»

Regula Gerig, Geschäftsleiterin der Alzheimer Obwalden Nidwalden, wollte in der anschliessenden Gesprächsrunde von ihren Gästen wissen, welche Erfahrungen sie in den vergangenen drei Jahren sammeln konnten. Alex Höchli, Talammann, versicherte, dass Engelberg bereits vor der Projektanfrage auf dem richtigen Weg war, er zitierte dazu aus der Strategie zur Alters- und Gesundheitspolitik von 2013. Seppi Hainbuchner, Gemeinderat und Präsident der Stiftung Erlen, nahm Bezug auf die positiven Auswirkungen im Tourismusbereich. Ferien in Engelberg wurden auch von Einzelreisenden gebucht und mit der Unterstützung der Spitex Obwalden oft auch erst möglich. Der Um- und Anbau des Erlenhauses wird eine weitere Verbesserung für Demenzbetroffene bringen, unter anderem mit einem «Demenzgarten».

Demenz, die Arbeit der Alzheimer und auch den Projektstart in Engelberg habe sie nicht bewusst wahrgenommen. Erst das Gespräch mit einer Kollegin öffneten Monika Rüegger, Kantonsrätin und SVP-Parteipräsidentin, die Augen für die Erkrankung ihres Vaters. Selbst den befürchteten Heimeintritt ihres Vaters erlebte sie positiv, und die professionelle Arbeit der Mitarbeiterinnen schätze sie sehr. Für den Hausarzt Dr. Bucher dient das gute Netzwerk in Engelberg auch für eine sinnvolle Sensibilisierung für diverse andere gesundheitliche Einschränkungen.

Der Nachbar als «Betreuungsprofi»

Ruedi Langenstein, direkter Nachbar des Erlenhauses, begrüsst fast täglich Demenzbetroffene in seinem Geschäft. Langenstein ist in der Zwischenzeit ein richtiger Betreuungsprofi geworden aus den täglichen Erfahrungen. «Wenn nötig, nehme ich die Person an der Hand und begleite sie zurück ins Erlenhaus».

Bruno Rohrer, Co-Präsident der Alzheimer Obwalden Nidwalden, verdankte den Mut des Gemeinderates Engelberg, sich auf das Projekt «Demenzfreundliche Gemeinde» einzulassen. Die gute Zusammenarbeit und vor allem das Engagement von Theres Meierhofer als Verantwortliche der Gemeinde verdankte er herzlich. Was Theres Meierhofer anpacke, sei es im Erlenhaus oder für die Gemeinde, gelinge. Zum Dank überreichte Bruno Rohrer Meierhofer und der Gemeinde einen symbolischen Baum. Nach dem Umbau des Erlenhauses wird die Alzheimervereinigung für den Demenzgarten einen echten Baum stiften.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.