Der Reissverschluss auf der A8 in Alpnachstad zeigt Wirkung

Die Signalisationsänderung funktioniert. Der Verkehr staut weniger in den Tunnel zurück.

Matthias Piazza
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Auf der A8 weisen neue Schilder auf das Reissverschluss-Prinzip hin, um Staus in Richtung Sarnen abzuwenden. (Bild: Markus von Rotz, Alpnachstad, 31. Juli 2019)

Auf der A8 weisen neue Schilder auf das Reissverschluss-Prinzip hin, um Staus in Richtung Sarnen abzuwenden. (Bild: Markus von Rotz, Alpnachstad, 31. Juli 2019)

Autofahrern, die regelmässig auf der A8 zwischen Alpnachstad und Alpnach unterwegs sind, dürfte es vielleicht aufgefallen sein. Vor ein paar Wochen wurden zusätzliche Schilder angebracht: «Reissverschluss mit Toleranz» lautet die Aufforderung an die Verkehrsteilnehmer, ergänzt mit grünen und schwarzen Pfeilen. Weitere Schilder weisen explizit daraufhin, bei Stau aufzuschliessen.

Man mag sich fragen, was der Anlass für die neue Signalisation ist, die das Bundesamt für Strassen (Astra) auf Anregung der Kantonspolizei Obwalden angebracht hat, zumal sich an der Verkehrsführung nichts geändert hat. Die Fahrspuren aus Richtung Luzern und Stans werden wie gehabt rund eineinhalb Kilometer nach Ausfahrt des Tunnels zu einer Spur. Dazu kommt noch die Einfahrt der Kantonsstrasse.

«Zur angesprochenen Thematik erhielten wir von Verkehrsteilnehmern immer wieder den Hinweis, dass bei Staubildung nicht beide Spuren auf der ganzen Länge genutzt werden», erklärt Martin Kathriner, stellvertretender Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei Obwalden. Die zur Verfügung stehende Staufläche ausserhalb des Tunnels werde so zu wenig ausgenützt. Doch wenn sich der Stau bis in den Tunnel hinein bilde, könne die Verkehrssicherheit darunter leiden. «Der letzte Abschnitt im Tunnel endet mit einer Rechtskurve. Dazu kommt noch die Umstellung auf Tageslicht und allenfalls andere Witterungsverhältnisse», sagt Martin Kathriner. Das Problem habe sich mit zunehmenden Verkehr in den vergangenen Jahren verschärft. So werden aktuell täglich rund 25000 Fahrzeuge in beiden Richtungen auf der A8 gezählt.

«Vor allem während des Feierabendverkehrs zwischen 16 und 18 Uhr ist das Verkehrsaufkommen aus der Richtung Luzern sehr gross», sagt Kathriner. Weniger ins Gewicht falle auf dem Alpnacher A8-Abschnitt in Fahrtrichtung Brünig der Reiseverkehr.

Das Reissverschlussprinzip soll Gesetz werden

Martin Kathriner zieht eine positive Zwischenbilanz zur verbesserten Signalisation. «Die Autofahrer beherzigen die Aufforderung. Sie benutzen vermehrt beide Fahrspuren auf der ganzen Länge. Verkehrsteilnehmer, die sich bereits auf der rechten Spur befinden, lassen jene von der linken einreihen. Der Verkehr fliesst flüssiger, Stau im Tunnel kommt weniger vor.»

Eine Veranlassung, die Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 80 Kilometer pro Stunde zu reduzieren, sehe man nicht. Auch bauliche Veränderungen seien in den nächsten Jahren nicht vorgesehen. «Wenn sich die Autofahrer weiterhin an das Reissverschlussprinzip halten und gegenseitig Rücksicht nehmen, sind aus unserer Sicht keine weiteren Massnahmen nötig», so Kathriner.

Das Reissverschlussprinzip wie auch das Bilden einer Rettungsgasse, die bis jetzt nur als Empfehlungen gelten, will der Bund übrigens in Kürze rechtlich verankern.