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Der Sachsler Tunnel erhält frische Luft

Der A8-Tunnel Sachseln wird sicherer. Seit einem halben Jahr läuft der Einbau der neuen Technik. Ein Meilenstein war am Freitag die Anlieferung des ersten Abluftventilators, für die einer der grössten Pneukräne der Schweiz eingesetzt wurde.
Philipp Unterschütz
Ein Teil eines Abluftventilators ist im Lüftungsgebäude Nord «gelandet». (Bilder: PD/Johanna Unternährer, Sachseln, 13. Juli 2018)

Ein Teil eines Abluftventilators ist im Lüftungsgebäude Nord «gelandet». (Bilder: PD/Johanna Unternährer, Sachseln, 13. Juli 2018)

Um Sicherheit, Frischluft, Abluft, Klima und Ereignislüftung in einem modernen Strassentunnel zu kontrollieren, ist ein komplexes, computergesteuertes Zusammenspiel diverser Elemente nötig. Seit November 2017 werden die Betriebs- und Sicherheitsanlagen BSA für den 5,2 Kilometer langen A8-Tunnel in Sachseln auf den neuesten technischen Stand gebracht. «Die Arbeiten laufen gut. Bisher liegen wir bestens im Zeit- und Kostenrahmen», freut sich Kurt Studer, Projektleiter BSA vom Bundesamt für Strassen Astra. Seit einiger Zeit ist der Tunnel für diese Arbeiten jeweils nachts von Montag bis Freitag gesperrt.

Am Freitag dauerte die geplante Sperrung jedoch bis am Nachmittag. Der erste neue Abluftventilator wurde angeliefert und ins neue Lüftungsgebäude über dem Tunnelportal Nord gehoben. Zum Einsatz kam dafür einer der grössten Pneukräne der Schweiz, der bis 500 Tonnen anheben kann. Allein der Aufbau des Krans in der Nacht dauerte über vier Stunden. «Wegen der Hebelwirkung muss er mit 160 Tonnen Gegengewicht ausgestattet werden, damit er die 8 Tonnen schwere Lüftung mit dem 80 Meter langen Ausleger ins Lüftungsgebäude heben kann», erklärt Chefbauleiter Daniel Dettling. Bis alle Teile transportiert waren, dauerte es rund drei Stunden. Der Zusammenbau des Ventilators dauert zwei Wochen.

Am späten Nachmittag beginnt die Montage des 80 Meter langen Auslegers des Pneukrans.

Am späten Nachmittag beginnt die Montage des 80 Meter langen Auslegers des Pneukrans.

Im Dezember wird sich die Aktion nochmals wiederholen, wenn der zweite Abluftventilator beim Nordportal angeliefert wird. Insgesamt werden sechs dieser riesigen Ventilatoren eingebaut, an jedem Portal und in der Tunnelmitte je zwei. Jeder hat eine Leistung von 250 Kilowatt. Das Anheben mit dem riesigen Pneukran ist aufgrund der Lage des Lüftungsgebäudes allerdings nur beim Nordportal nötig.

Sicherheitsniveau muss gewährt bleiben

«Die grösste Herausforderung beim Einbau aller neuen Betriebs- und Sicherheitsanlagen ist die schrittweise Ablösung der bestehenden Anlagen», erklärt Projektleiter Thomas Kloth vom Bundesamt für Strassen Astra. «Wir bauen, während dem der Verkehrsbetrieb läuft, dürfen aber auf keinen Fall das Sicherheitsniveau senken.»

Bereits eingebaut und in Betrieb sind in zwei speziellen Lüftungsgebäuden bei den Portalen je zwei Saccardo-Lüftungen mit einer Leistung von je 132 Kilowatt. Sie blasen von aussen angesaugte Frischluft in den Tunnel. Gesteuert wird ihre Leistung aufgrund von Messungen der Luftschadstoffe. Zum Einsatz kommen sie aber auch, um beispielsweise Temperaturunterschiede auszugleichen, welche zu beschlagenen Windschutzscheiben führen können sowie zur Unterstützung im Brandfall.

Ebenfalls werden zurzeit 54 Abluftklappen im Zwischenboden an der Tunneldecke eingebaut. Bei einem Brand öffnen sich drei dieser Abluftklappen im Umkreis von 200 Metern um das Ereignis. Während mit den Saccardo-Lüftungen ein Ausbreiten des Rauchs im Tunnel eingeschränkt wird, können durch die neuen Abluftventilatoren mindestens 200 Kubikmeter Luft pro Sekunde abgesaugt werden. «Die Entrauchung wird dadurch viel effektiver. Vorher wurde im ganzen Tunnel abgesaugt, jetzt erfolgt dies konzentriert auf kleinerem Raum», erklärt Kurt Studer. «Damit werden die Auswirkungen minimiert und die Leute im Tunnel könnten sich über die Querschläge in den Sicherheitsstollen begeben, der unter Überdruck steht, damit kein Rauch eindringen kann.» Bereits ab Oktober, wenn der Sicherheitsstollen in Betrieb genommen werde, verbessere sich das Sicherheitsniveau im Tunnel bedeutend.

Im Tunnel wird es heller

Neben dem Schwerpunkt Lüftungsanlagen werden fast alle alten Kabel im Strassentunnel entfernt und im Sicherheitsstollen neue verlegt. Unter anderem Glasfaserkabel für die ganze Steuerungskommunikation.

Erneuert werden bis im kommenden Jahr zudem alle Beleuchtungs- und Signalisationsanlagen, auch in der Vorzone des Tunnels. Zum Einsatz kommen energiesparende LED-Leuchten. Diese lassen, zusammen mit dem neuen weissen Oberflächenschutz, den Tunnel viel heller wirken. «Die Wahrnehmung wird für die Autofahrer angenehmer und der Fahrkomfort besser», ist Kurt Studer überzeugt.

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