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Der Wald verändert sich im Klimawandel

Bereits verhängten die Kantone Ob- und Nidwalden vorübergehend die Gefahrenstufe 2 der Waldbrandgefahr mit der Mahnung zu sorgfältigem Umgang mit Feuer im Wald. Langfristig wird der Klimawandel unsere Wälder prägen.
Marion Wannemacher
Die Feuerwehr Engelberg bei einer Waldbrand-Übung. (Bild: PD/Kili Röthlin)

Die Feuerwehr Engelberg bei einer Waldbrand-Übung. (Bild: PD/Kili Röthlin)

Der Kanton Graubünden bereitet sich auf ein erhöhtes Waldbrandrisiko vor, sensibilisiert die Bevölkerung, errichtet neue Wasserentnahmestellen und verbessert besonders an neuralgischen Punkten wie Schutzwäldern, Stromleitungen oder Seilbahnen den Zugang zu Löschwasser.

Vergangenen Mittwoch verhängten die Kantone Ob- und Nidwalden vorübergehend die Gefahrenstufe 2 mit der «Mahnung zu sorgfältigem Umgang mit Feuer im Wald und in Waldesnähe beziehungsweise im Freien». Ein Föhnsturm bei extremer Trockenheit kann schnell einen verheerenden Brand anrichten. Im deutschen Brandenburg gilt zurzeit die höchste Waldbrandgefahrenstufe, bereits musste die Feuerwehr mehrere Brände löschen.

Ausbildung und Zusammenarbeit

Auch in den Kantonen Ob- und Nidwalden rüstet man sich für den Ernstfall. Gibt es wieder einen heissen Sommer, dann könnte es schnell zu prekären Situationen kommen. Das Feuerwehrinspektorat Ob- und Nidwalden ist sich dessen bewusst und setzt auf die Themen Ausbildung und Zusammenarbeit, berichtet Toni Käslin, Leiter des Feuerwehrinspektorats Ob-und Nidwalden. «Wir haben in den letzten Jahren alle Offiziere geschult. Wir arbeiten an einer entsprechenden Einsatzplanung für Ob- und Nidwalden.» Darin festgehalten werden die Lage von Seilbahnen, Fahrstrassen im Forst und Einsatz von Mitteln. Im Fall grösserer Brände arbeiten die Einsatzkräfte aus beiden Kantonen zusammen.

Im Brandfall geht es darum, schnell Löschwasser mit dem Heli vor Ort zu bringen, während es später noch gelte, mit Pickel und Schaufel und eher weniger Wasser Glutnester zu bekämpfen. «Diese können sich in den Wurzeln weiter entwickeln und an anderer Stelle wieder ein Feuer entfachen», sagt der Experte.

Dass die Feuerwehren ortsübergreifend erfolgreich zusammen agierten, habe der Brand vom 2. April in Giswil gezeigt, wo auch die Feuerwehr von Sachseln im Einsatz war. Dort sei nachts der Zivilschutz gemeinsam mit der Feuerwehr im Einsatz gewesen, um Brandwache zu halten.

Nachwirkungen der Trockenheit

Der Ob- und Nidwaldner Feuerwehrinspektor Toni Käslin.

Der Ob- und Nidwaldner Feuerwehrinspektor Toni Käslin.

Punkto Wasserversorgung im Wald sagt Toni Käslin: «Im Vergleich zu Graubünden, wo es viele trockene Seitentäler gibt, haben wir hier das grosse Glück, dass uns durch die Seen überall Wasser zur Verfügung steht. Im Fall eines Waldbrandes können wir Löschbecken vor Ort platzieren und diese durch Helis befüllen – vorausgesetzt, die Wetterlage lässt Heliflüge zu. Vorkehrungen wie der Bau von zusätzlichen Löschwasserbehältern sind bei uns also nicht zielführend.»

Aber in welchem Zustand befinden sich die Wälder derzeit in Obwalden? Konnten sie ihre Wasserspeicher im Winter und Frühling wieder auffüllen? Dazu sagt Christoph Aeschbacher, der Waldschutzverantwortliche für den Kanton Obwalden: «Das Aufholen nach einem so trockenen Jahr ist schwierig, nachdem rund ein Drittel der Niederschlagssumme fehlte.» Wichtig sei jetzt vor allem, dass es während der Vegetationsperiode immer wieder zu nennenswerten Niederschlägen komme.

Im Kanton gebe es sehr trockene Gebiete wie die Südflanke vom Pilatus mit nacktem Fels aber auch eher feuchtere wie das Schlieretal zwischen Pilatus und Giswiler Stock, wo immer noch Schnee liegt.

Klimaresistente Bäume sind gefragt

«Langfristig wird sich der Klimawandel auch auf das Erscheinungsbild des Waldes im Kanton auswirken», ist sich der diplomierte Forstingenieur Christoph Aeschbacher sicher. «Je höher die Temperaturen werden, desto mehr wird sich die Waldgrenze nach oben verschieben», prognostiziert er. Auch die «Waldgesellschaften», also die Zusammensetzung der Baumarten würden sich verändern. «Das passiert bereits jetzt, ist aber ein sehr langsamer Prozess, der über Jahrzehnte andauert. Für den Laien ist dies kaum wahrnehmbar», schätzt er.

Man werde darauf achten, gerade bei jungen Wäldern solche Bäume zu fördern, die längerfristig bessere Überlebenschancen am jeweiligen Standort haben. Es werde klimaresistente Bäume brauchen. Im Gegensatz zum Flachwurzler Fichte können Weisstannen und Eichen Wasser metertief aus dem Boden ziehen und leiden bei oberflächlicher Trockenheit weniger.

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