Der Wolf ist das Dauerthema der Obwaldner Schafzüchter

Die Delegierten des Obwaldner Schafzuchtverbandes blicken auf 2019 zurück und wählten einen neuen Präsidenten.

Paul Küchler
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Der abtretende Präsidenten Joseph Ming (rechts) und sein Nachfolger Daniel Betschart.

Der abtretende Präsidenten Joseph Ming (rechts) und sein Nachfolger Daniel Betschart.

Bild: Paul Küchler

«Abseits von Turbulenzen im Weltgeschehen erlebten wir in unserem Spezialgebiet Schafzucht ein eher ruhiges Jahr», stellte der Giswiler Joseph Ming bei den Delegierten der Obwaldner Schafzüchter als deren Präsident fest. Die Delegierten des kantonalen Schafzuchtverbandes hatten sich am Freitag im Gasthaus Rose in Kerns zu ihrer 26. Versammlung eingefunden.

Ming hielt dabei rückblickend fest, dass sich die Schafzüchter und Schafhalter im vergangenen Jahr im Wesentlichen mit der Wolfsthematik und mit der Einführung der Tierverkehrsdatenbank zu befassen hatten und er sagte dazu, «der Wolf ist und bleibt bei uns Schafzüchtern ein Dauerthema».

Die Empfehlungen des Bundes, mit geeigneter Umzäunung und Einstallung der Schafe am Abend, insbesondere zur Nachtzeit, für Herdenschutz zu sorgen, seien zwar gut gemeint aber für die Züchterschaft nicht oder kaum praktikabel, so Joseph Ming weiter.

Mitgliederbestand leicht rückläufig

Mit der revidierten Gesetzgebung zum Jagdgesetz, über die das Volk demnächst abstimmen könne, wäre der Abschuss von Wölfen unter bestimmten Voraussetzungen schneller möglich, der Wolf bleibe aber nach der Gesetzgebung grundsätzlich ein geschütztes Tier, hielt Ming weiter fest. Die Zahl der Schafzüchter, die mit ihren Schafen im schweizerischen Herdebuch angeschlossen sind, ist leicht rückläufig, wie mit dem Jahresbericht bekanntgegeben wurde. Leider sei davon auszugehen, dass kleinere Schafhaltungsbetriebe und ältere Schafzüchter mit wenig Begeisterung für die elektronische Datenverarbeitung vermehrt die Schafhaltung aufgeben würden, sagte Ming dazu. Mit Freude konnte Ming aber über Erfolge von Verbandsmitgliedern an kantonalen und interkantonalen Ausstellungen berichten.

Ein Vierteljahrhundert für die Schafzucht

Joseph Ming hat zudem seine Demission als Verbandspräsident eingereicht. An seine Stelle wurde Daniel Betschart, Stalden, gewählt. Neues Vorstandsmitglied wurde Thomas Ettlin, Kerns. Betschart würdigte den grossen Einsatz, der von Ming für die Obwaldner Schäfeler und für die Schafzucht sowohl auf kantonaler wie auch auf schweizerischer Ebene geleistet wurde. Ming war im kantonalen Verband während 14 Jahren Vizepräsident und 12 Jahre Präsident und er leitete während 25 Jahren den Innerschweizer Schafausstellungsmarkt. Im Schweizer Schafzuchtverband war Ming während 12 Jahren Vorstandsmitglied und über längere Zeit als Experte tätig, wie Betschart berichtet. Für seine grosse Tätigkeit im Dienste der Schafzucht wurde Ming mit Applaus als Ehrenmitglied gewählt.